Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1902 — Heidelberg, 1902

Seite: 436
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geordnet, daß den Verkäufern von Backwaren (insbesondere Fastenbretzeln) das Feil-
bieten itzrer 33aren auf den Straßen und osfentlichen Blätzen yiesiger Ttadt nur an
den vom Bezirksamte im Benehmen mit dem Stadtrate beftimmten Aufstellungsorten
aestattet, iui Uebrigen aber, sowie insbesondere das Feilbieten der Waren auf den
Straßen im Umherziehen, verboten ist. Die Aufstellung der Verkäufer an den Auf-
stellungsorten hat in einer Weise zu erfolgen, daß durch dieselbe der Verkehr nicht ge-
hemmt ist.

II. Als Aufstellungsorte für die Verkäufer von Backwaren (insbesondere Fasten-
bretzeln) sind auf Grund der ortspolizeilichen Vorschrift vom Heutigen mit Zustim-
mung der Satdtrates folgende Plätze bestimmt worden:

1. Der Wredeplatz;

2. der Marktplatz;

3. der Kornmarkt;

4. der Karlsplatz;

5. der Platz am Eingang der alten Brücke;

6. der Jubiläumsplatz;

7. der Wilhelmsplatz;

8. der Platz vor dem südwestlichen Schloßeingange.

Ferner sind noch folgende Aufstellungsplätze genehmigt:

1. Der Bismarckplatz (mit Ausschluß des Gartens);

2. der Platz vor der neuen Brücke;

3. der nördliche Teil des Bahnhofvorplatzes, Platz vor dem Mainneckarbahnhof.

Die Aufstellung hat in diesen Plätzen in einer Weise zu erfolgen, daß der Verkehr

hierdurch in keiner Weise gehemmt ist; dabei machen wir darauf aufmerksam, daß auch
an den Zum Verkaufe von Backwaren bestimmten Plätzen das Aufstellen von Körben
und dergleichen, durch welche der freie Verkehr gehindert werden kann, ohne besondere
Genehmigung verboten ist und Zuwiderhandlungen hiergegen, aufGrund des § 4 der
Verordnung vom 12. Mai 1882 bestraft werden.

s. Der Verkauf von Blumen, Obst und Barkwaren auf Skratzen

und östentlichen Plätzrn.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 21. November 1879.

Auf Grund des tz 366 Ziff. 10 N.-St.-G.-B. wird das Feilbieten von Blumen,
Obst und Backwaren auf den Straßen und öffentlichen Plätzen durch Kinder unter
14 Jahren verboten.

Eltern und Vormünder sind für Uebertretungen dieses Verbots durch ihre
Kinder mit verantwortlich.

R. Der Verkauf von Holr» Heu und SLroh in den SLrahen der Skadk.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 4. Dezember 1893.

ß 1. Alles Holz, welches in Scheiterform und in ganzen Wagenladungen, Heu
und Stroh, welches zum Verkauf in hiesiger Stadt eingeführt wird und nicht für den
städtischen Lauer bestimmt ist, muß auf den Platz bei der Heuscheuer verbracht werden.
Das Herumfahren und Feilbieten in den Straßen ift verboten.

Holz kann außerdem auf den Holzlauer gebracht werden. Holz, Heu und Stroh,
wclches auf Bestellung eingebracht wird, darf direkt nach dem vom Besteller be-
zeichneten Ort verbrachi wcrden, sofern der Kaufpreis mit dem Besteller vorher
fest vercinbart ist oder nur noch durch Ausnlessung, Abwägung oder Zuzählung be-
ftimmt zu werden braucht.

8 2. Als Platzgeld sind an den Verbrauchsstcuer-Erheberstellen an den Stadt-
eingängen zu entrichten.

1) Für einen Schiebkarren.10 Pfg.

2) Fiir einen zweirädrigen Handkarren . . 20 „

3) Für einen Einfpännerwagen .... 25 „

4) Für einen Zweispnnnerwägen . . . 35 „
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