Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1902 — Heidelberg, 1902

Seite: 490
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Behufs Verhinderurrg des Eindringens von Wasser ist das Gewölbe mit As-
phalt abzudecken.

Der Boden der Gruft ist aus Cementbeton von 20 em Stärke herzustellen und
ebensalls mit einer Lage Asphalt abzudecken.

Das Gewölbe, sowie die Umfassungswände des Juneru sind mit 2em starkem
Verputz von Cement zu versehen.

Der Verschluß der Gruft hat mittelft einer 12 em ftarken Steinplatte, welche
in einer Umrahmung mit Falz liegt, zu gescheheu. Diese Steinplatte ist mit zwei
eisernen N'mgen zu versehen und nach jeder Beisetzung wieder gut in Cement zu
verlegen.

2. Gruften müssen nach jeder Beisetzung einer Leiche wieder vollständig dicht
verschlossen und dürfen nur zur Beisetzung einer weiteren Leiche wieder geöffnct
werden.

3. Bei jeder Wiedereröffnung einer Gruft rst eine Reinigung und Desinfizie-
rung der Luft nach Anleitung des Bezirksarztes vorzunehmen, ehe sich jemand
hinein begiebt; zu diesem Zweck ist vorher stets rechtzeitige Anzeige an das Groß-
herzogliche Bezirksamt zu machen.

4. Jn Gruften dürfen Leichen nur in luftdicht verschlossenen eisernen Ueber-
särgen eingesetzt werden.

5. Dunströhren oder sonstige Ventilationsvorrichtungen dürfen an Gruften
nicht angebracht sein.

6. Jst eine Gruft zur nocmalen Beerdigungszeit einer Leiche noch nicht sertig-
gestellt, so darf die Leiche vorerst in dem Leichenhaus, jedoch nur in dem vorge-
schriebenen eisernen Sarg aufbewahrt werden.

Diese Aufbewahrung darf aber die Frist von vier Wochen nicht übersteigen.

Eine Wiedereröffnung des eisernen Sarges nach Aufnahme der Leiche darf nicht
stattfinden.

8 33. Die Errichtung von Grabdenkmalen samt Jnschriften, sowie Grabein-
fassungen, welch letztere aus Stein oder Metall hergestellt sein müssen, bedarf der
Genehmigung der Friedhof-Kommission. Zu dem Zweck ist dcrselben vor dem Setzen
eines Grabsteius Zeichnung, Maß nebst Buchstaben, Nummer des Grabes und Jn-
schrift des Steines einzureichen.

Die Grabdenkmale auf Familiengräbern müssen fundamentiert sein; sie sind aus
die Grabstätte Zu setzen, uud muß das Fundament derselben mindestens 1,50 m unter
und 0,30 m über der Bodeusiäche in Cement hergestellt werden.

Jst das Grabdenkmal von solcher Größe, daß dasselbe anf Pfeiler gesetzt werden
muß, so sind diese mit eiserneu Schienen von gcnügender Stärke und mit Platten zu
überdeckcn: in Einzelgräbern sind stets solche Hohlpfeiler zu errichten, während in
Doppelgräbern ein Vollpfeiler zwischen die Gräber zu stellen ist.

Grabeinfassuuben von kleiuen unbehauenen Steinen bedürfen einer Funda-
mentierung uicht; für solche aus behauenen Steinen oder Metall sind die Fundamente
0,60 m tief aus Backsteinen mit Cementmörtel oder aus Cementbeton herzustellen; die
Steine der Einfassung dürfen, sosern nicht für diese außer der Grabfläche ein weiterer
Geländestreifen erworben wurde, die Dicke von 15 am nicht überschreiten und müssen
gut verklammert sein.

Sämtliche Fundamentarbeiten werden durch den Friedhofaufseher angeordnet.

Grabsteine sind in der Regel auf Rollwagen an ihren Bestimmungsort zu ver-
bringen; bei SLeinen, welche über 500 schwer sind, ist auch die Benützung eines
bespannten Wageus gestattet.

Jn jedem Fall ist der llnternehmer für jede Beschädiguug in dem Friedhof
haftbar.

tz 84. Die Familieugräber sowie deren Dcnkmale, Einfassungen und Aupsiau-
zungen müsseir oon den Angehörigen in gutem Stand gehaltell werdcn.

8 35. Blumen oder Kranze dürfen auf allen Gräbern niedergelegt werden, find
jedoch von dem Friedhof zu entfernen, sobald sie in Zersetzuug übergehen und dadurch
einen unangenehmen Anblick gewähreu.

Vou den allgemeiueu Leichenfeldern entfernt diese Nefte der Friedhofaufseher,
während die Jnhaber von Familiengräbern gehalten sind, sie entfernen zu lassen;
geschieht letzteres nicht rechtzeitig, so erfolgt die Abräumung durch den Friedhofaufsehcr
auf Kosten der Jnhaber.
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