Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Schlierbach, Neuenheim und Handschuhsheim für das Jahr 1903 — Heidelberg, 1903

Seite: a_033
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Von Kaminbrcinden im Stadtteile Schlierbnch sind nur der Kaminfeger und
der Hauptmann der Schlierbacher Feuerwehr telephonisch zu verstandigen und ist
austerdem der Polizeistelle Schlierbach telephonisch Kenntnis zu geben, falls die
Meldung nickit von dieser erstattet wurde.

8) Prüfung der Leitung.

Täglich um 12^2 mittags ist die Alarmleitung auf ihre Fähigkeit zu prüfen.
Dies geschieht dadurch, dast unter Benützung des bei der Kurbel befinolichen Drückers
mtt dem Läutewerk drei kurze Schläge gegeben werden. Tönt in solchen Fällen
dic oberhalb des Apparates befindliche Glocke uicht mit, so ist sofort dem Nats-
diener Anzeige zu crstatten.

Soll eiue Prüfung der Leitung zu anderer Zeit vorgenommen werdcn, so müssen
jewcils drei kurze Schläge cchgegeben werden, damit sofort ersichtlich wird, daß es
sich nicht um einen Alarm handelt.

Wöchentlich einmal und zwar Samstags um 12 Uhr Mittags ist das Glocken-
signal auf deni Turme der Heiliggeistkirche mit einigen Schlägen zu prüfen.

L. Polizeiftation Bismarckplatz.

1) Auf der Polizeistation Vismarckplatz Lefinden sich zwei getrennte Alarmlei-
tungen, von denen die eine — Leitung II — zur Alarmierung der Chargierten und
Signalisten der Westkompagnie (II. Feuerwehrkompagnie), die andere — Leitung III

— 'zur Alarmierung der Chargierten und Signalisten der Neuenheimer Feuerwehr
(III. Feuerwehrkompagnie) dient. Beide Alarmlcitungen werden in der Weise in
Thätigkeit gesetzt, daß die Kurbeln der an der südlichen Wand augebrachten Kasten

— unter gleichzeitiger Niederdrückung des daneben befindlicken Knopfes — etwa
40 mal rasch gedreht werden. Die Kontrole darüber, daß die Leitungen richtig funk-
tionieren, geben zwei oberhalb der Kasten an der Wand angebrachte Glocken, welche
jewcils mitklingen müssen, wenn die Leitungen in Ordnung sind.

(Durch das Anscklagen der Glocken der Leitung II werden sämtliche Chargierte
und Signalisten der II: Fcuerwehrkompagnie und der städt. Brunnenmeister gleich-
zeitig geweckt, sowie die Kasernenwache benachrichtigt; durch das Anschlagen der
Glocken der Leituug III werden in gleicher Weise eiu Chargierter und mehrere Sig-
ualistcn der Neuenheimer Feuerwehr (III. Feuerwehrkompagnie) geweckt.)

2) Sobald an dem Klappenschranke eine Klappe niederfällt, hat der dienstthuende
Schutzmann nach Maßgabe der für die Telephonleitungen bestehenden Vorschriften
die einlaufende Meldung abzunehmen, und weun er über deren Jnhalt keinenZweifel
inehr hat, mit dem Worte „Verstanden" zu bestätigen.

3) Bctrifft die Meldung einen Brand innerhalb der städtischcn Gemarkung oder
wird durch die Meldung von eiuer zuständigen Behörde die Alarmierung der frei-
tvilligen Feuerwehr verlangt, so sind alsbald nach Bestätigung der empfangenen
Meldung nacheinander die Alarmleitungen II und III in Thätigkeit zu setzen; bet
Meldungen übcr Brände im Stadtteil Neuenheim ist zuerst die Leitung III und
sodann die Leitung II in Thätigkeit zu setzen.

Gleichzeitig ist — falls es sich um einen Brand innerhalb der städtischen Ge-
markung haudelt — durch Einschalten eines Hebels, welcher sich an einem an der
nämlichen Waud angebrachten Kästchen befindet, das Glockensignal auf dem Turm
der St. Annakirche etwa fünf Minuten lang in Bewegung zu setzen. Endlich ist
der Oktroierheber herbeizurufen.

4) Hierauf wird die Melduny weitergegeben an:

Polizeistation Rathaus,

Städtisches Gaswerk.

Der dieirstthuende Schutzmann hat sodann den Klappenschrank aufmerksam zu
beobachten, um weitere Melduugen, die alsbald von den Chargierten der Feuer-
wchr rc. einlaufen werden, abzunehmen uud zu erledigen. Hierbei ist derselbe von
dcm Oktroierheber zu unterstützen.

Jnsbesondere ist darauf zu achten, daß das Turmglockensignal nach Ablauf
von etwa fünf Minuten abgestellt wird.

5) Besonderes Augenmerk ist zu richtcn auf die mit „Telegraphenamt" bczeich-

ncte Klappe, weil hier sämtliche Meldungcn einlaufen vou denjenigeu Häusern,
welche eine besondere Meldestelle nicht besitzen und durch Vermittlung des Haupt-
meldeamts sprechen. , .
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