Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Schlierbach, Neuenheim und Handschuhsheim für das Jahr 1903 — Heidelberg, 1903

Seite: a_043
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zil bcantmoen. Der betr. Kontrolbeamte wkrd diese Prnfnng in thnnlichstcr Kürze
vornehmen nild den Privatinstallateur von dem Termine in Kenntnis setzen. Die
Leitilng nms; den vorliegendcn Bestimnnmgen entsprechen und sich, falls sie an die
Woifsbrnnneillcituttg allgcschlossen werden soll, fiir einen Drnck von zchrr Atmo-
sphären, bei der NombachleitnnH aber, je nach Lage, fnr einen solchen bis zu fünfnnd-
zwanzig Atmosphären völlig dlcht erweisen.

(Vergl. 8 22 der gemeinschaftlichen Bestimmungen.)

0. Gemeinschaftliche Bestimmungen
für dic ail die städtischcn Gas- nnd Wasserleitungen angeschlössenen Privatleitungcn.

8 21. Die Herstellilng nnd Unterhaltung der Gas- und Wasser-Zlileitungen vom
Hauptrohr bis znnl Gas- bezw. Wassermesser geschieht ausschließlich durch Jnstalla-
teure der städtischen Werke.

Den Prlvat-Jnstallatenren ist es llirtersagt, irgend welche Arbeiten an den Zu-.
leitungen oder den Gas- und Wassermessern vorzunehmen, sie mit der Leitnng zu ver-
binden, abzlts6)ranben, nufzufüllen, zn entleeren, die Straßenschachte zu öffnen und
die am Straßenrohr befindlichen Hauptabsperrhahnen der Wasserzuleitungen zu stel-
len, zn ösfncn oder zu schließen. Letztcres ist ausnahmsweise nur dann gestattet, wenn
Gefahr im Verzuge ist, doch muß in diesem Falle der Direktion der städtischen Gas-
uttd Wasserwerke unmittelbar darnach schriftliche Mitteilung von dem Vorgange ge-
macht werden.

tz 22. Nur die erstmalige Prüfung der Gas- nnd Wasserleitungen, welche in ihrer
ganzen Allsdehnnng sichtbar sein müsscn, erfolgt kostenfrei, für die zweite und jede
wciter notwendig wcrdendc Probe ist der Bctrag von 1 Mk. 50 Pf. an die Kasse der
städtischen Gas- und Wasserwerke zn eutrichten. Der die Probe abnehmende Beamte
hat uicht die Verpflichtnug — falls ein Zurückgehen des Manometers einen Fehlcr
markicrt — diesen Fehler aufznsuchcn, viclmehr genügt die einsache Thatsache, daß
dcr Manometer nicht unverändert seinen Stand inneliält, eine zweite und folgeude
Lcitungsprobe zu verlangcn. Alle zur Abuahme der Probe erforderlichen Apparate,
Werkzeuge u. s. w., wie Kompressionspumpe, Manometer, Verbindungsschlänche u.s.w.
hat der Privatinstallateur zu besorgen und alles zur Probe Nötige derart vorzu-
bereiten, daß dieselbe znr vorher vereinbarten Stunde ohne weiteres erfolgen kann,
widrigcusalls die Probe als mißglückt angesehen uud eine weitcre mit 1 Mk. 50 Pf.
zn vergüteude Prüfung angeordnet werden muß.

tz 23. Dic Privatiustallateurc sind vcrpflichtet, die Gas- und WasserleitNngen
im Uebrigen in Uebereinstimmnng mit den zur Zeit der Anfertigung der Leitung gil-
tigeu Vertragsbestimmnngen über die Abgabe von Gas und Wasser an Privat-Abon-
ucutcn auSzufnhrcn und sind ferner vcrpflichtct, von allen größeren Aendcrnugen uud
Grwciteruugeu bestchender Gas- und Wasscrleitungen der Tirektion der städtischen
Gas- und Wasserwerke sofort nach ihrer Fertigstcllung schriftlich Anzeige zu erstatten.
DicS bezieht sich uamentlich auch auf Badeeiurichtungen, Closets, Pissoirspülungen
uiid alle soustigen Apparatc uttd Einnchtungen, welche von der Wasserleitnng versorgt
werdcn, wie Ventilatoren, Zimmerfontainen, Aquarien, WassermotoreN und der-
gleichcn mehr.

tz 24. Gas- uild Wasserleitnngen, die überdeckt werden sollen, müssen städtischer-
seits geprüft sein, bevor die Ueberdeckung erfolgt, widrigenfalls die Entfernuug der
letzteren verlangt werden kann, was besonders dann gcschehen soll, wenn die betref-
fende Leitllug sich nicht vollkommen dicht erweist.

tz 25. Die Direktion der städtischen Gas- und Wasserwerke hat jederzeit das Recht,
die Arbeit der Privatinstaltateure zu kontrollieren und bei etwa vorgefundeneü Feh-
lern in der Ansführung sosort Abhilfe zu verlangen.

tz 26. Gas- und Wasserleitungen, welche den vorstehenden Bestimmungcn nicht
cntsprcchell oder sonstige grobe Mängel aufweisen, durfen nicht in Gebrauch genom-
men werden. Bereits in Gebranch geuommene Leitungcn kann dic Direktion der städ-
tischen Gas- und Wasserwerkc, falls nach ergangener Aufforderung die Absteltung der
bctreffcudcn Mängel nicht sofort erfolgt, ohne weiteres abschließen lassen.

Privatgas- und Wafferleitungen, welche zür Zeit des Jnkrafttretens vorstehen-
der Bestimmungen stch bereits iin Gebrauch befinden. müssen, besonders wenn sich
gcfahrdrohende Mängel an denselben ergeben, nach Vorschnft geändert oder dürfen
nicht weiter beuützt werden.

tz 27. Uebertretungen dieser Bestimmungeil werdensgemäß tz 116 und § 108 Z. 5
P.-^-t.-G.-B. an Geld eventuell bis zn 160 Niark oder mit Haft bestraft.
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