Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Schlierbach, Neuenheim und Handschuhsheim für das Jahr 1903 — Heidelberg, 1903

Seite: a_064
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DieNurnmernplatte ist an derLenlstange oder an demBrcmdstängchen desFahr-
rads nach vorn gerichtet derart zu befestigen, daß die Nummern von Leiden Seiten
sichtbar ftnd.

Die Führung einer nicht von einem Bezirksamte erteilten Nummer sowie das
oigcnmächtihe Aendern der Nummer ist verboten. Der Jnhaber der Nadfahrerkarte
darf das mtt der ihm erteilten Nummer versehcne Fahrrad an andere Perfoneu nur
vorübergehend zur Benützung überlassen.

tz 3. JederFahrer muß nach eingetretenerDunkelheit und bei starkem Nebel beim
Fahren eine hellleuchtende Laterne am Fahrrad führen, deren Licht unbehindert nach
vorne fällt. Der Gebrauch von farbigen Laternen ist verboten.

8 4. Jedes Fahrrad muß mit einer gutwirkenden Hemmeinrichtung und^einer
helltönenden Glocke als Signalapparat versehen sein.

§ 5. Das Nadfahren ist untersagt auf allen nur für Fußgänger beftimmten,
sichtbar abgegrenzten Wegen. Durch orts- oder bezirkspolizeiliche Vorschrift oder
durch eine öffentlich bekannt zu machende Verfügung der Orts- oder Bezirkspolizei-
behörde kann außerdem das Befahren einzelner Straßen, Plätze und^Brücken ver-
boten werden. >

Jnnerhalb derOrtschasten darf nur mit der Geschwindigkeit eines mäßig traben-
den Pferdes gefahren werden, in engen oder verkehrsreichen Straßen, an Straßen-
kreuzungen, bcim Aus- und Einfahren in Häuser, beim Umwenden und Einbiegen
in andere Straßen, sowie vom Eintritt der Dunkelheit an und bei starkem Nebel ist
die Fahrgeschwindigkeit derart zu ermäßigen, daß sofortiges Anhalten möglich ist.

§ 6. Dre Nadfahrer haben während der Fahrt, soweit nicht örtliche Hindernisse
entgegenstehen, stets die rechte Seite dcr Fahrbahn einzuhalten.

Zwei Nadsahrer dürfen nur dann nebeneinander fayren, werm solches ohne Be-
lästigung des übrigen Verkehrs geschehen kann. Beim Ausweichen haben dreselben
hintereinander zu fahren.

tz 7. Die Nadfahrer haben vor den entgegenkommendenRadfahrern,Fußgängern,
Fuhrwerken, Pferoen oder sonstigen Reit-, Zug- oder Lasttieren nach rechts auf einen
entsprechenden Abstand auszuweichen, oder, falls dies die Oertlichkeit nicht gestattet,
so lange anzuhalten, bis jene vorüber sind.

tz 8. Will ein Radfahrer an einem Fußgänger, Reiter, Fuhrwerk oder einem
andernNadfahrer von hinten vorbeifahren, so muß er vorher und zwar in genügender
Entfernung ein lautes Warnungssignal abgeben. Das Vorbeifahren muß nach links
geschehen mit Einhaltung eines entsprechenden Abstandes.

tz 9. Der Nadfahrer muß bei dem Begegnen (tz 7) und beim Vorbeifahren (tz 8)
langsam fahren und, wo infolge der Begegnung oder der Ueberholung ein Tier
unruhig wird, sofort absteigen und darf mcht eher wieder aufsteigen, als bis er sich
in einer angemessenen Entfernung vom Tiere befindet.

Falls bei Begegnungen eines Radfahrers mit Fußgängern u. s. w. wegen der
Unachtsamkeit derselben ooer aus einem andern Grunde die Gefahr eines Zusammen-
stoßes zu befürchten steht, so hat der Nadfahrer ein Warnungssignal abzugeben und,
falls^dies ohne Erfolg bleibt, anzuhalten. Dieselbe Verpflichtung besteht beim Pasfie-
ren von Straßenkreuznngen und Biegungen.

A 10. Außer den vorstehenden Vorschriften haben die Nadfahrer beim Fahren
auf ^ffentlichen Wegen uno Plätzen noch die jeweils nach den Umständeu gebotene
Vorsicht zu beobachten. Alle Handlungen, welche geeignet ftnd, den Verkehr zu stören
od^r Menschen und fremdes Eigentum zu aefahrden, z. B. das mutwillige Hindern
Anderer am Vorbeifahren, das Wettfahren, oas Umkreisen von Fuhrwerken, Neitern,
Fußgängern rc. sind den Radfahrern untersagt.

Personen, welche zur sicheren Handhabung des Aahrrads noch nicht befähigt sind,
dürfen sich desselben auf belebten Straßen nicht bedwnen.

tz 11. Fahrräder sind im Sinne der Straßenpolizeiordnung als Fuhrwerke zn
betrachten. Es haben deshalb insbesondere Führer von Fuhrwerken, Neiter, Begleiter
von Viehtransporten u. s. w. enwegenkommenden oder sic überholenden Nadfahrern
airch ihrerseits nach der rechten Seite hin auSzuweichen.

8 12. Den Nadfahrern gegenüber haben Fußgänger, Neiter, Leiter von Fuhr-
werken oder Viehtransporten em solches Verhalten zu beobachten, welches den Rad-
fahrern das Einhalten der ihnen obliegenden Verpflichtungen ermöglicht, insbeson-
dere ist jede Handlung verboten, welche dahin abzielt, den Nadfahrer am Fahren
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