Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Schlierbach, Neuenheim und Handschuhsheim für das Jahr 1903 — Heidelberg, 1903

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K 27. Zedes Grab für Erwachsene muß 2,10 m lang, 0,75 m breit und 1,80 in
tief, sür Kinder unter 10 Jahren 1,50m lang, 0,60m breit und 1,00m tief sein.

Zwischen allen Gräbern muß ein Zwischenraum von mindestens 0,30 m bleiben..

Z 28. Unmittelbar nach der Beerdigung müssen die Gräoer von dem Toten-
gräber ausaefüllt werden.

Die Hinterbliebcnen dürfen ein Grab erst dann, wenn die Neihe, in welcher das
Grab liegt, und die folgcnde belegt ist^ einfassen, bevfianzen und mit einem Grab-
stein versehen; die Zeit der Vornahme dieser Arbeiten rst dem Friedhofaufseher'vorher ^
schriftlich anzuzeige«.

§ 29. Es bleibt deN Hinterbliebenen anheimgestellt, die Bepflanzung der Gräber
selbst zu besorgen oder dmch einen Gärtner besorgen zu lassen.

Für die Handlungen der Beauftragten, soweit sie nickt zu strafrecktlicher Ver-
folgung Veranlassung geben, bleiben die Hinterbliebenen mrtverantwortlich.

Die Gräber auf den allgemeinen Leichenfeldern dürfen nür mit niedrigenBlumen
und Gestränchen, welche die Höhe von 1 m nicht überschreilen und die Grundsläche
deS Grabes nicht überhänpen, bepflanzt werden; dasselbe gilr sür die Fannlien-
gräber in den vorderen Neihen; in den hinteren Neihen, und wo nur eine Neihe
vorhanden ist, dürfen wit Genehmigung der Friedhof-Kommisstou auch höhere
PfianAen eingesetzt werden.

Die Anpflanzung von Bäumen oder Gesträuchen, welche genießbare Früchte
tragen, ist untersagt und es ist ferner uniersagt, ohne schriftlich eingeholte Erlaubnis
der Friedhof-Kommission Bäume oder Sträucher avßerhalb der Grabstätten zu
pflanzen, zu versetzen und zu entfernen.

Äänke odcr Srühle dürfen dauernd nur auf dem zu Familiengräbern gehörigen.
Gelände aufgestellt werden.

8 30. Es ist gestattet, die Gräber auf den allgemeinen Leirhenfeldern mit hölzer-
nen Kreuzen, dcren Breite jedoch diejenige des Grabes nicht überschreiten darf, zu
versehen; dieselben müssen durch den Friedhofaufseher gegen die hierfür vorgesehene
Gebühr gesetzt werden.

Einsassungen dürfen nur aus Steinen und nur innerhalb der Grundfläche des
Grabes gesetzt werden.

Ebendaselbst dürfen mit Genehmigung der Friedhof-Kommission — siehe §33
— Denkmale von Stein oder Metall gegen Entrichtung einer bejonderen Taxe auf-
gestellt werden; die Breite derselben darf jedoch die Grundfläche des GrabeS ebenfalls
nicht überschreiten. JcdeS Denkmal muß eine Unterlage von starken Schwellen aus
Eichenholz und einer Steinplatte erhalten; gemauerte Fundamente stnd untersagt.

Die Zeit der Vornahme dieser Arbeiten ist dem Friedhofaufseher vorher anzu-
zeigen. Sechs Wochen vor Jnangriffnahme der Umgrabung eines LeichenfelveS
werden die Cigentümer der dort befindlichen Grabsteme wiederholt öffentlich aufge-
fordert, dieseiben zu entfernen; Gradsteine, welche innerhalb dieser Frist nicht ent-
fernt sind, fallen oer Stadt anheim.

ß 31. An den von der Friedhof-Kommisston bestimmten Platzen werden sowohl
einzetne als auch Familiengrabstätten, bisher sogen. Kaufgräber. gegen die festge-
setzte Taxe nnd unter den in dec Anlage enthaltenen Bedingungen abgegeben.

Die Fläche einer solchen Grabftätte ist 2,40 m lang und 1,20 m breit.

Der Friedhofaufseyer hat über die Grabstätten jede AuSkunft zu erteilen, unter
Lhunlichster Nücksichtnahme auf die Wünsche der Beteiligten die Plätze anzuweisen,
die Austräge entgegenzunehmen und dieselben behufs weiterer Behandlung der Fried-
Hof-Kommission zu üvermitteln.

8 32. Die Familiengräber dürfen ausnahmsweise auch als Gruftm hergerichtet
werden Bezüglich derselben wird bestimmt:

1. Sie oürfen nur mtt Genehmigung der Friedhof-Kommisston nach Anhörung
dcs Stadtbauamtes errichtet werden.

Die ersorderlichen Pläne sind zur Genehmigung vor Jnangriffnahme der Arbeit
der Friedhof-Kommisston vorzulegen.

Die Umfassungswände der Gruftcn find aus hartgebrannten Backsteinen iMder
Stärke von mindestens U/s Normalftsinen----38 em nnd mit Cement gemanert her-
zustellen.

Das abschließende Gewölbe ist ebenfalls aus hartgebrannten Backsteinen in der
Stärke eincs gestrecktcn Steines----25om mit Cement auszuführen.


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