Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Schlierbach, Neuenheim und Handschuhsheim für das Jahr 1903 — Heidelberg, 1903

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Liegt der Sterbeort außerhalb de- Großher-ogtum- Baden, so darf die Ge-
nehmigung deS BezirkSamtes -urFeuerbestattuna nur auf Grund einer Beschelniaung
der ntit der Aufklärung des TooeSfalles befaßt gewesenen auswärtigen Beyorde
erfolgen, daß der Feuerbestattung ein Hindernis nicht im Wege steht.

8 41. Wird die Genekmigung erteilt, so stellt das BezirkSamt den nachsuchenden
Angeyörigen einen schriftlichen GenehmigungSbescheid zu und setzt hiervon den Groß-
herzoglichen Bezirksarzt und die Friedhof-Kommission in KenntniS.

L42. Leichen von auswärtS verstorbenen Personen, welche hier zur Verbrennung
kommen sollen, dürfen erst dann hierher gevracht werden, wenn die nach ß 2 ff.
dieser Vorschrift erforderliche bezirksamtliche Genehmigung znr FeuerLestattung er-
teiltist.

Solche Leichen sind unmittelbar nach der Ankunft in die Feuerbestattungsanstalt,
oder, wenn deren Einäscherung auSnahmSweise nicht sofort erfolgen kann, zunächst
in die Leichenhalle zn verbringen, und hat deren Verbrennung, wenn möglich, noch
am gleichen, svätestens aber am solgenden Tage stattzufiuden.

tz 43. Dre EinsegnungSseierlichkeiten für hier Verstorbene finden in der Regel
in der Leichenhalle statt, worauf die Leiche im Zuge nach der FeuerbestattungSanstalt j
verbracht wird.

Auf Wunsch der Hinterbliebenen können die Feicrlichkeiten auch in der Feuer-
bestattungsanstalt, wohin in diesem Falle die Leiche vorher zu verbringen ist, ab-
gehalten werden.

§ 44. Hinstchtlich der Festerbestattung selbst wird Folgendes bestimmt:

a) Die Größe des SaraeS, welcher nicht mit metallenen Zierraten versehen sein
soll, oarf folgende Dimenfionen nicht überschreiten: Länge 2,25 m, Breite 0,75 m,
Höhe 0,68 m.

b) Nack Ankunft der Leiche in der Feuerbestattungsanstalt wird der Sarg auf
den dort defindlichen Sarkophag gestellt und mit diesem nach Beendigung der Einseg-
nungSfeieelichkeiten in den unteren Raum der Feuerbestattungsanstalt durch hydrau-
lische Vorrichtung versenkt, während sich gleichzeitig dieEinsenmngSöffnung geräusch-
los wieder schließt; im unteren Raum wird der Sara von dem Personal auf den
eisernen VerbrennungSwagen verbracht und sodann mittels Schienen in den Ver-
brennungSraum geschoben, worauf unmittelbar der eigentliche VerbrennungSakt
beginnt.

e) Der Verbrennungsakt muß so geleitet werden, daß während des ganzen Vor-
gangs weder gefärbter Rauch dem Kamin entsteigt, noch irgend welcher Geruch wahr-
nehmbar wird.

8 45. Wäbrend des FeuerbestattungSvorgangs dürfen stch außer den mit der AuS-
führung und Ueberwachung beaufttagten Personen nur die erwachsenen Angehö-
rigen des Verstorbenen im Vorraum des VerbrennungSofens aufhalten.

- Die Beobachtung des VerbrennungSaktes selbst ist in der Regel nur dem oben
genannten Dienstpersonal und fur diejenigen Fälle, in welchen die sragltche Beobach-
tung durch einen Sanitätsbeamten aus besonderem Anlaß dringend geboten ist, dem
Großh. Bezirksarzt gestattet.

AuSnahmsweise kann die Erlaubnis hierzu von der Friedhof-Kommission auch
den nächsteu Leidtragenden, sowie mit Zusttmmung der letzteren solchen Personen er-
teilt werden, welche an der Beobachttmg ein wissenschaftliches oder techntsches Jnter-
esse haben.

8 46. Die Asckenreste, welche den Hinterbliebenen nach ihrem Wunsch entweder
in gefchlofsenen Holzkistchen oder Gefäßen von gebranntem Thon oder in zugelöteten
Blechbüchsen übergeoen werden. können entweder auf dem Friedhof beerdigt oder
ebendaselbst oberiroisch aufbewahrt oder auch von den Hinterbliebenen in eigeneVer-
wahrung genommen werden.

Maßgebend ist in dieser Hinficht iy erster Linie der Wunsch oder die Anordnung
des Verstorbenen, in Ermangelung solcher der Wunsch derjenigen Personen, welche
für die Bestattuna sorgen.

Sämtliche Arten von Behältern im Sinne des AbsatzeS 1 dieseS Paragraphen
werden in vorschriftSmäßiger Beschaffenheit von der Friedhof-Kommisston stets vor-
rätig gehalten.

8 47. Jm Einrelnen gelten hinfichtlich der Verwahrung der Afchenreste folgende
Bestimrnungen:

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