Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Schlierbach, Neuenheim und Handschuhsheim für das Jahr 1903 — Heidelberg, 1903

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». Wenn sie eine der Gewerbsteuer unterliegende Unternehmung begonnen
haben, aber noch nicht-ur Gewerbsteuer angelegt sind;

d. wenn stch ihr Betriebskapital nach dem Stand der maßgebenden Verhält-
niffe am 1. April des Jahres über den bereitS besteuerten Betrag um mindestens
S Prozent uno mindestens um 700 Mark erhöht hat.

M. In Bezug auf die Einkommensteuer: Der Einkommensteuer unter-
liegt — vorbehaltlich der im Gesetze vorgesehenen AuSnahmen und Beschränkungen
— das gekamte in Geld, Geldeswert oder in Selbstbenützung bestehende Nnkommen,
welcheS einer Persou aus im Großherzogtum gelegenen Grundstücken und Gebäüden,
aus auf solchen Liegenschaften ruhenven Grundrechten und Grundaefällen, auS im
Großherzogtum betriebener Land- und Forstwirtschaft und den daselbft betriebenen
Gewerben, auS öffentltchem oder privatem DienstverhältniS, auS wtssenschaftlichem
oder künstlerischemBeruf oder irgend anderer gewinnbringenoenBeschäftigung, sowie
aus Kapttalvermögen, Renten und anderen derartigen Bezügen im Laufe eines Jah-
res zustießt, und zwar ohne Rückstcht darauf, ob es von auderen Steuern bereits ge-
troffen wird yder nicht.

Dem Einkommen eiues Steuerpflichtigen wird das Einkommen seiner Ehefrau,
sowie daS aus dem Gesamtgut einer von ihm einaeganaenen ehelichen Gütergemem-
schaft stießettde Einkommen, ferner dasjenige auS deMVermögen seinerKinder, soweit
ihm an deren Vermögen die Nutznießung zusteht, zügerechnet. Die Hinzurechnung
des aus eigener Erwerbsthätigkeit fließenden Einkommens der Ehefrau findet jedoch
nur statt, wenu dieses den Bettag von 500 Mk. jährlich erreicht.

Steuerpflichtig stnd:

L. Natürliche Personeu und zwar:

I. mit ihrem gesamten steuerbaren Einkommen:

1. Landes- nnd sonstige Neichsangehörige, welche im Sinne d^s Reichsgesetzes
voul 13. Mai «870, die Beseitigung der Dovpelbesteuerung betreffend/ ihren Wohnsitz
(Aufenthalt) im Großherzogtum haben uno daselbst nach 8 2 jeneS GesetzeS befteuert
werden dürsen;

2. Neichsausländer. welche, ohne einen Wohnsitz und eine entsprechende Be-
steuerung in ihrem Heimatsstaate nachweisen zu können, einen Wohnsttz (Äufenthalt)
im Großherzogtum habeu, vorauSaesetzt, daß dieS seit mindestens einem Jahre der
Fatt ist, oder aLer daß ste im Großherzogtum eine auf Gewinn gerichtete Thätigkeit
ausüben;

!l. nur mit ihremEinkonlmen aus imGroßherzogttlm gelegenem Grundbesttze (ein-
schließlich vorr Gebäuden) und den daselbst betriebenen Gewerbem sowie mit iyren
GehaltS-, Pensions- und Wartegeldbezügen auS einer badischen Staatskasse.

1. Landes- und sonstige Neichsangehörige, welche im Sinne des Neichsgesetzes
vom 13. Mai 1870, die Bejeitigung der Doppelbesteuerung betreffend, ihren Wohnsttz
(AufeMalt) nicht im Großherzogtum haben;

2. Reichsausländer, welche nicht unter I Ziffer 2 fallen.

B. Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gewcrkschaften,
Gesellschaften mit beschränkter Haftung, sowte Konsumvereine — mrt Ausnabme der-
jenigen, welche vorwiegend den gemeinschaftlichen EinkanfvonWirtschaftSbedürfniffen
des landwirtschaftlichen BetriebS für die Vereinsmitglieder bezwecken — mit dem-
jenigen Teile ihres steuerbaren Einkommens, welcher ihrem GeschäftSbettieL.und
ihrem Grundbesttze (einschließlich von Gebäuden) im Großherzogtüm entspricht.

Personen, deren Etnkommen (nach Abzug der zum Erwerb und zur Erhaltuna
desselbeü zu bestreitelrden Auslagrn, der auf dem Einkomwen ruhenden Lasten und
der von ihnen etwa zu entrichtenden Schuldzinsen) den Bettag von 500 Mk. jährlich
nicht erreicht, unterliegen der Einkommensteuer nicht. Auch stnd Gehalte, Penfionen
und Wartegelder, welche aus einer nichtLadischen Staatskasje bezogen werden, ferner
die Dienstbezüge (einschließlich der Militärpersonen) der Militärpersonen aus der
Klasse derUnterofftziere nnd Gemcinen, die Tüenstbezüge der aktivenGendarmen vom
Oberwachtmeister abwärts, sowie alle Sterbquartalbezüge steuerfrei.

Die Grundlage für die Veranlagung zur Einkommenfieuer Lildet daS steuerbare
Jahreseinkommen des Pflichtigen und zwar Lei einem neu zu veranlaaenden nach
dem Stande seiner Einkommensverhältnisse an dem Tage, mit dem die Steuerpflicht
beginnt, im übrigen nach dem Stand der Einkommensverhältnisse am 1. Apnl des
Jahres, in welchem er zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist.
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