Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: 403
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I. Iürr öcrs Hlerrörrrngerr öes Kepäcks

vom Aussteige-Perron oder von der Gepäckniederlage nach der Stadt und umgekehrt:

1. für einen Koffer ..... 30 ^

2. für mehrere Koffer, das Stück 20 ^

3. für sonstiges Gepäck „ „ 10 ^

Für ein einzelnes Stück darf eine Minimaltaxe von 20^ erhoben werden.
Für das Abladen und Abtragen des Gepäcks von dem Omnibus, Hotelfnhrwerken
und Droschken nach dem Gepäckbureau, sowie für das Abtragen des Gepäcks von den
Zügen zu den Omnibus, Hotelfuhrwerken und Droschken und Aufladen derselben,
ferner für das Verbringen des Handgepäcks von einem Zuge zum andern rc., darf für
jedes Stück eine Gebühr von 5 ^ erhoben werden.

Erpreßgut-Verkehr der Großh. Ladischen Gahn.

Packete und kleinere Güterstücke bis zu einem Gewicht von 100 kK können nach
den Stationen der Großh. Bad. Bahnen, den Bodenseeuferstationen Mainau, Meers-
burg, Ueberlingen und Uhldingen, sowie nach den Stationen der Lokalbahnen Bruch-
sal—Hilsbach—Menzingen, Bühler- und Albthalbahn, Wiesloch—Meckesheim, Wies-
loch—Waldangelloch, Kaiserstuhlbahn, Bregthal- und Zell—Todtnauer Bahn, Rhein
—Ettenheimmünster, Krozingen-Staufen-Sulzburg, Müllheim—Badenweiler, Hal-
tingen—Kandern, Achern—Ottenhöfen, Bühl—Lichtenau—Kehl, Kehl—Ottenheim
und Altenheim—Offenburg, der Württembergischen Staatsbahnen, der Bayerischen
Staatsbahnen, der Elsaß-Lothringischen Bahnen, der Pfälzischen Bahnen, der vor-
maligen Hessischen Ludwigsbahn rmd der Main-Neckarbahn als Expretzgrrt ver-
sendet werden. Sodann kann Expreßgut noch abgefertigt werden zwischen den im
Kanton Schaffhausen gelegenen Badischeil Stationen und Stationen der Schweizerischen
Nordostbahn über Schaffhausen, ferner zwischen verschiedenen Badischen Stationen
und der Station Rielasingen der Schweizerischen Nordostbahn über Singen und
endlich zwischen der Badischen Station Basel und Stationen der Central- und West-
schweiz über die Verbindungsbahn, aber nur Stücke, die über 5kA wiegen.

Für diese Versendungsart, bei welcher ein einfaches Annahme- und Ab-
fertigungsverfahren stattfindet und welche bei mäßigen Frachtsätzen die
rascheste Beförderung bietet, gelten folgende Hauptbestimmungen:

1. Die Ntrrfgabe -es Expretzguts hat bei den Gepäckabfertigungsstellen zu ge-
schehen. Die Sendungen müssen mit deutlicher Adresse versehen sein. Die Veigabe
eines Frachtbriefs ist nicht erforderlich. Für Sendungen mit Versicherung des
Jnteresses an der Lieferung wird dem Ausgeber ein Empfangschein erteilt. Die Ex-
preßgutfracht, welche 0,35 Pfg. für 10 KZ nnd 1km, mindestens jedoch 25 Pfg. für die
Sendnng beträgt, ist voranszubezahlen, was durch Barzahlung bei Aufgabe der
Sendung oder durch Aufkleben von Expreßgutfreimarken auf die Adresse der Sendung
geschehen kann. Solche Marken sind bei den Stationen erhältlich.

2. Die Beförderung findet stets mit dem uächsten der Personenbeförderung
dieuenden Zuge statt, unter Ausschluß der Orientexpreßzüge und der durch Schalter-
anschlag bekannt gegebenen Züge.

3. Die Empfangnahme seitens der Empfänger kann sofort nach Ankunft
des betreffenden Zuges erfolgeu. Meldet der Empfänger fich nicht selbst sofort
nach Ankunft des Zuges zur Empfangnahme des Gutes, und ist das letztere nicht laut
Adresse „Bahnhoflagernd" gestellt, bezw. ist nicht Selbstabholung durch den Em-
pfänger vorgeschrieben, so werden die Sendungen, sofern die Adressaten innerhalb
des Bestellbezirkes wohnen, je nachdem die Ankunft zur Tageszeit oder zur Nacht-
zeit erfolgt, alsbald nach Ankunft des Zuges oder am andern Morgen gegew
Erlegung der üblichen Bestättereigebühr bezw. einer Zustellungsgebühr zngeführt:
letztere beträgt für Sendungen im Gewicht bis zu 5KZ durchweg 10 Pfg. uud bei
schwereren Sendungen für jede auch nur angefangenen 50 k§ 15 Pfg., miudestens
aber 20 Pfg. Ueber die Auslieferung wird Bescheinigung erhoben. Die Grenzen des
Bestellbezirkes sind: Schlachthof, Kabrik Maquet/Alleestraße bis Fabrik Blank,
mittleres Friedhoftor, Klingenteichstraße 5, Karlstor, Hirschgasse, Bergstraße 70
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