Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_032
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§ 17. Uebertretungen dieser Feuerlösch-Ordnung werden auf Grund des 8 114
Z. 4 P.-St.-G.-B. an Geld bis zu 60 Mark oder an Hast bis zu 14 Tagen bestraft.

Z 18. Der Stadtrat ist berechtigt, sobald das Bedürfnis hervortritt, die nicht
in der freiwilligen Feuerwehr stehenden männlichen staats- und reichsbürgerlichen
Einwohner im Alter von 20 bis 45 Jahren — die aktiven Milüärpersonen aus-
genommen — als Hilfsmannschaft zu organisieren und unter das Kommando der
freiwilligen Feuerwehr zu stellen.

Inliruktion siir die Kediemmg der leiirrineiüe- unti AlllrmnlWU.

Polizeistation Rathaus.

1) Sobald an dem Klappenschrank im Nebenzimmer der Wachtstube eine Klappe
niederfällt, hat der dienstthuende Schutzmann nach Maßgabe der für die Telephonlei-
tungen bestehenden Vorschriften die einlaufende Meldung abzunehmen und, wenn er
über den Jnhalt keinen Zweifel mehr hat, mit dem Worte „Verstanden" zu bestätigen.

2) Betrifft die Meldung einen Brand innerhalb der städtischen Gemarkung oder
wird durch die Meldung von einer zuständigen Behorde die Alarmierung der freiwil-
ligen Feuerwehr verlangt, so ist alsbald nach Bestätigung der empfangenen Meldung
die Alarmleitung in Thätigkeit zu setzen. Dies geschieht, indem die Kurbel des an der
östlichen Wand angebrachten Kastens — unter gleichzeitiger Niederdrückung des da-
neben befindlichen Knopfes — etwa 40 mal rasch gedreht wird. Die Kontrole dar-
über, daß die Leitung richtig funktioniert, gibt eine oberhalb des Kastens an derWand
angebrachte Glocke, welche mitklingen muß, wenn die Leitung in Ordnung ist. (Durch
das Anschlagen der Glocken werden sämtliche Chargierte und Signalisten der I.Feuer-
wehrkompagnie gleichzeitig geweckt, sowie die Kasernenwache benachrichtigt.)

Gleichzeitig ist — falls es sich irm einen Brand innerhalb der städtischen Ge-
markung handelt — durch Einschalten eines Hebels, welcher sich in einem an der
nämlichen Wand angebrachten Kästchen befindet, das Glockensignal auf dem Turme
der Heiliggeistkirche etwa fünf Minuten lang in Bewegung zu setzen.

Endlich ist mittelst der über dem Kasten der Alarmleitung befindlichen elektri-
fchen Schelle der Ratsdiener herveizurufen.

3) Hierauf wird die Meldung weitergegeben au:

Polizeistation Bismorckplatz,

Städtisches Gaswerk.

Meldungen über Brandfätle im Stadtteil Schlierbach sind nicht Weiterzugeben.

Der dicmstthuende Schutzmann hat sodann den Klappenschrank aufmerksam zu
beobachten, um weitere Meldungen, die alsbald von den Chargierten der Feuerwehr
einlaufen werden, abzunehmeu und zu erledigen. Hierbei ist derselbe von dem Nats-
diener zu unterstützen.

Insbesondere ist darauf zu achten, daß das Turmglockensignal nach Ablauf
von etwa fünf MLnuten abgestellt wird.

4) Besouderes Augenmerk ist zu richten auf die mit „Telegraphenamt" bezeich-
nete Klappe, weil hier sämtliche Meldungen einlaufen von denjenigen Häusern,
welche eine besondere Meldestelle nicht besitzen und durch Vermittlung des Haupt-
meldeamts sprechen.

5) Meldungen über Bräude im westlichen Stadtteil, welche von
derPolizeistation Bismarckplatz einlaufen und wegen deren dort bereits alarmiert ist:
Kommt eiue solche Meldung von der Polizeistation Bismarckplatz ein, so ist ebenfalls
die Kurbel zu drehen und auch das Turmglockensignal in Bewegung zu setzen.

6) Meldungen über Brände im Stadtteil Schlierbach: Kommt
eine solche Meldung ein, so ist zunächst die Polizeistelle T-chlierbach telephonisch in
Kenntuis zu setzen, falls die Meldung nicht von dieser ausgeht; sodann ist die Kurbel
zu drehen und ebenfalls das Turmglockenflgnal iu Bewegung zu setzen.

7) Kaminbrand.

Wird nur der Ausbruch eines Kamiubraudes gemeldet, so hat die Alarmierung
mittelst der Kurbel uud des Glockeusignals zu uuterbleiben. Jn diesem Falle sind
nur folgeude Personen telephonisch zu verständigen:

1. der I. Kommandant,

2. der II. Kommandant der sreiwilligen Feuerwehr,

3. der Kaminfegermeister,

4. der städtische Brunnenmeister.
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