Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

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zu benntragen. Der betr. Kontrolbeninte wird diese Prnfung in thunlichster Kürze
vornehmen und den Privntinstnllnteur von dem Ternnne in Kenntnis setzen. Die
Leitung musz den vorliegenden Bestimmungen entsprechen nnd sich, falls sie an die
Wolfsbrunnenleitnng nngeschlosscn wcrden soll, für einen Druck von zehn Atino-
sphnren, bei der Nombnchleitnng nber, je nnch Lnge, für einen solchen bis zu fünfund-
zwanzig Atmosphnren vollig dicht erweisen.

(Vergl. Z 22 der gemeinschnftlichen Bestimmungen.)

6. Gemeins ch nftliche Bestim m u n gen
für die nli die stndtischen Gns- nnd Wnsserleitungen nngeschlossenen Privntleitungen.

^ 21. Die Herstellnng und Unterhnltnng der Gas- und Wnsser-Zuleitungen vom
Hnuptrohr vis zum Gns- bezw. Wnssermesser geschieht nusschließlich durch Jnstnlln-
teure der städtischen Werke.

Den Privnt-Instnllnteuren ist es untersngt, irgend welche Arbeiten an den Zu-
leitungen oder den Gns- und Wnssermessern vorzunehmen, sie mit der Leitung zu ver-
binden, nbzuschrnuben, nufzufülleu, zu entleeren, die Strnßenschachte zu offnen und
die nm Strnßenrohr befindlichen Hnuptnbsperrhnlinen der Wnsserzuleitungen zu stel-
len, zu öffnen oder zu schließeu. Letzteres ist nusnnhmsweise nur dnnn gestnttet, wenn
Gefnhr im Verzuge ist, doch muß in diesem Fnlle der Direktion der stndtischen Gas-
und Wnsserwerke unmittelbnr dnrnnch schriftliche Mitteilung von dem Vorgnnge ge-
mncht werden.

K 22. Nur die erstmnlige Priisuug der Gns- und Wnsserleitungeu, welche in ihrer
gnnzen Ausdehuuug sichtbnr sein müsseu, erfolgt kostenfrei, für die zweite und jede
weiter notweudig werdende Probc ist der Betrng von 1 Mk. 50 Pf. nn die Knsse der
städtischen Gns- und Wnsserwerke zu eutrichten. Der die Probe nbuehmende Benmte
hnt nicht die Verpflichtung — fnlls ein Zurückgehen des Mnnometers einen Fehler
mnrkiert — diesen Fehler nufzusuchen, vielmehr geniigt die einfnche Thatsnche, dnß
der Mnnometer nicht unverändert seinen Stnnd innehält, eine zweite und folgende
Leitungsprobe zu verlnngen. Alle zur Abnnhme der Probe erforderlichen Appnrnte,
Werkzeuge u.s. w., lvie Kompressionspumpe, Mnnometer, Verbindungsschläuche u.s.w.
hnt der Privntinstnllnteur zu besorgen und nlles zur Probe Nötige dernrt vorzu-
bereiten, dnß dieselbe zur vorher vereinbnrten ^>tunde ohne weiteres erfolgen knnn,
widrigenfnlls die Probe nls mißglückt nngesehen und eine weitere mit 1 Mk. 50 Pf.
zu vergütende Prüfung nngeordnet werden muß.

^ 23. Die Privntinstnllnteure sind verpflichtet, die Gns- und Wnsserleitungen
im Uebrigen in Uebereinstimmung mit deu zur Zeit der Ansertigung der Leitung gil-
tigen Vertrngsbestimmungen über die Abgnbe von Gns und Wnsser an Privnt-Abon-
nenten nuszuführen und sind ferner verpflichtet, von nllen größeren Aenderungen und
Erweiterungen bestehender Gns- und Wnsserleitungen der Direktion der stndtischen
Gns- und Wnsserwerke sofort unch ihrer Fertigstellung schriftlich Anzeige zu erstntten.
Dies bezieht sich nnmentlich nnch nuf Bndeeinrichtungen, Closets, Pissoirspülungen
und nlle sonstigen Appnrnte und Einrichtungen, welche von der Wnsserleitung versorgt
werden, wie Ventilntoren, Zimmerfontnineu, Aqunrien, Wnssermotoren und der-
gleichen mehr.

^ 24. Gns- und Wasserleitungen, die iiberdeckt werden sollen, müssen städtischer-
seits geprüft seiu, bevor die Ueberdeckung erfolgt, widrigenfnlls die Entfernung der
letzteren verlnngt werden knnn, wns besonders dann geschehen soll, wenn die betref-
sende Leitung stch nicht vollkommen dicht erweist.

iz 25. Die Direktion der städrischen Gns- und Wasserwerke hnt jederzeit dns Recht,
die Arbeit der Privntinstnllnteure zu kontrollieren und bei etwn vorgefundenen Feh-
lern iu der Ausführung sosort Abhilfe zu verlnngeu.

^ 26. Gns- und Wasserleitungen, rvelche den vorsteheuden Bestimmungen nichr
eutsprechen oder sonstige grobe Mnnge! nuflveiseu, durfen nicht in Gebrnuch geuom-
men werden. Bereits iu Gebrnuch geuommene Leitungen knnn die Direktion der stnd-
tischen Gns- uud Wnsserlverke, fnlls unch ergnngeuer Äufforderuug die Abstelluug der
betreffenden Mnngel nicht sosort erfolgt, ohne weiteres nvschließen lnsseu.

Privntgns- und Wnsserleitungen, welche zur Zeit des Illkrnfttretens vorstehen-
der Bestimmungen sich bereits im Gebrnuch besinden, miissen, besouders ;nenu sich
gefnhrdrohende Ntnngel nu denselben ergeben, nnch Vorschrin genudert oder dürfen
nichl weiter benutzt werden.

^ 27. llebertretungen dieser Bestimmungen werden gemnß s; 116 ulid ^ 108 Z. 5
P.-St.-G.-B. nn Geld eventnell bis zu 150 Mnrk oder mit Hnst bestrnst.
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