Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_052
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1904/0509
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
52

Z 17. Verbrennen von Gegenständen, Theerkochen.

Das Verbrennen von Gegenständen, das Kochen von Asphalt, Theer und anderen
brennbaren Substanzen, das Auspichen von Fässern und die Vornahme ähnlicher
feuergefährlicher Handlungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist nur mit Er-
laubnis des Bezirksamts und unter Beobachtung der von demselben getroffenen be-
sonderen Anordnungen zulässtg.

Z 18. Werfen, Schleudern, Abbrennen von Feuerwerk u. s. w.

Es ist untersagt, auf öffentlichen Straßen und Plätzen mit Steinen oder Schnee-
ballen zu werfen, mit Schleudern zu schleudern, mit Schlagballen zu werfen, Drachen
steigen zu lassen, Feuerwerkskörper abzubrennen; desgleichen ist untersagt, daselbst
stch an Wagen anzuhängen, zu schleifen oder mit Rutschschlitten zu fahren.

tz 19. Umherlaufenlassen von Haustieren, Transport von
Spiegeln, Handhabung von Dampfmaschinen.

Es ist untersagt, Geflügel oder andere landwirtschaftliche Nutztiere auf den
Straßen umherlaufen zu lassen. Spiegel müssen beim Transport durch die Straßen
auf der Glasseite mit Tüchern verhüllt sein. Fässer dürfen nicht durch die Straßen
gerollt werden.

Der Dampf von Maschinen auf den Straßen darf dann nicht abgelassen werden,
wenn in der Nähe befindliche Zug- und Reittiere dadurch scheu gemacht werden können.

tz 20. Straßensperre bei Grabarbeiten und besonderen Anlässen.

Wird von Seiten eines Privaten oder einer Behörde die Absperrung einer
Straßenstrecke oder eines Straßenteils behufs Vornahme von Grabarbeiten beab-
stchtigt, so ist neben der Erlaubnis des Stadtrates in jedem einzelnen Falle Geneh-
migung des Bezirksamts einzuholen.

Dieses hat zu prüfen, ob die Absperrung aus dem angegebenen Grunde statthaft
und ob eine Veröffentlichung derselben erforderlich ist. Die Absperrung ist am Tage
durch Anbringung von Warnungszeichen, nachts durch Aufhängen roter Laternen
kenntlich zu machen.

Jn schweren Krankheitsfällen kann auf Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses von
dem Bezirksamte angeordnet werden, daß die Straße, in welcher der Kranke wohnt,
oder ein Teil derselben gesperrt wird und jede geräuschvolle Thätigkeit auf der Straße
vor und in der Nähe des von dem Kranken bewohnten Hauses zu unterbleiben hat;
auch kann gestattet werden, daß die Straße mit einem den Schall dämpfenden Mate-
rial gedeckt wird.

'Die Absperrung erfolgt auf Anordnung des Bezirksamts durch das städtische
Tiefbauamt auf Kosten des Veranlassers.

Jede unbefugte Aenderung an den zur Sperrung einer Straße, eines Platzes oder
von Teilen derselben aufgestellten Zeichen oder die Nichtbeachtung solcher und ähn-
ltcher die Ordnung des Straßenverkehrs bezweckenden öffentlichen Anschlägen und
Warnungen ist strafbar.

II. Vorschriften iiber den Fußgänger-Berkehr.

K 21. Allgemeines Ausweichen der Fußgänger auf den Gehwegen.

DieBenützung der Gehwege bleibt dem Fußgängerverkehr vorbehalten. Das Aus-
weichen der Fußgänger soll dä, wo ein lebhafter Verkehr stattfindet, nach rechts ge-
schehen.

Es ist verboten, den Verkehr auf den Gehwcgen durch ungerechtfertigtes Stehen-
bleiben oder längeres Zusammenstehen mehrerer Personeu zu hindern.

§ 22. Verbot des Reitens und Fahrens auf den Gehwegen, sowie
des Tragens umfangreicher Gegenstände.

Es ist untersagt, auf den Gehwegen zu reiten, mit Wagen, Handwagen, Karren,
Schlitten oder mit Fahrrädern zu fahren, Zugtiere oder Schlachtvieh Zu führen oder
zu treiben, Hunde an langer Leine zu führen und Gegenstünde zu befördern, welche,
wie Kisten, Leitern, Tragkörbe, Farbkübel, Fleischmuldeu und dergleichen, die Vor-
übcrgehenden zu belästigen, zu beschädigen oder zu veruureinigen geeignet sind.

Wegen des Fahrens mit Kinder- und Krankenwageu sieh'e Parngraph 52.
loading ...