Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

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Diese Vorschnften oder Anordnungen sind öffentlich bekannt zu machen und, so-
fern sie dauernde Giltigkeit haben, an den betreffenden Straßen u. s. w. anzuschlagen.

tz 13. Die Bezirksämter sind ermächtigt, aus besonderen Anlässen von den Vor-
schriften dieser Verordnung abweichende Anordnungen zu treffen.

8 14. Vorstehende Verordnung tritt am 1. Mai d. I. in Kraft und findet auch
auf solche Motorfahrzeuge, zu deren Verwendung auf öffentlichen Wegen und Plätzen
des Landes früher eine (Senehmigung auf Grund des 20 der Straßenpolizeiordnung
vom 12. Mni 1882 erteilt worden ist, mit der Maßgabe Anwendung, daß den Be-
sitzern, welche diese Genehmigung für ihre Person erwirkt haben, die Erstattung der
in Z 4 vorgeschriebenen Anzeige von der Jnbetriebsetzung eines Motorfahrzeugs er-
lvssen wird und im Uebrigen die Bedingungen, an welche dieseGenehmigung geknüpft
wurde, durch die Vorschriften dieser Verordnung ersetzt werden.

2. Ortspolizeiliche Vorschrift vom 9. Juli 1903.

^ 1. Es ist verboten, den Philosophenweg und die Hirschgasse oberhalb des
Gasthauses „zur Hirschgasse" mit Motorwagen zu befahren.

§ 2. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des 8 366 w R.-St.-G.-B. mit
Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

6l. Verkelzrs- und Vetriedsordnung fur die SLratzendahn.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 7. März 1903 auf Grund des H 108 Ziff. 5 und
107 P.-St.-G -B. sowie ^ 366 Ziff. 10 N.-St.-G.-B.

Verkeyrsordmlng.

1. Allgemeine Bestimmungen.

§ 1. Fcdc Vcschädigung odcr Vcrändcrung dcr Bahn, dcren Anlagen
und Bctricbsmittel ncbst Zubchördcn, dic Nachahmung der Signale, das
Verstcllcn und Vcrsperrcn dcr Auswcichvorrichtungcn, übcrhaupt fcdc den
Bahnbetricb störendc odcr gcfährdeude Handlung ist untcrsagt.

H 2. Es ist vcrboten, dic Straßcnbahnmastc und namcntlich dcren
Sockcl zu crstcigcn, die elcttrischen Lcituugen anzufassen, dic Quer- und
Arbcitsdrähtc mit irgcudiuclchcu Gcgcuständcn gu bchängcn odcr zu berüh-
rcn, sowic Fahncn oder sonstige Gcgcnständc an Gcbäudcn odcr Masten dcr-
art anzubringcu, dasz sic die Drähte der clcktrischcn Bahn berührcn, oder in
das freic Profi! dcr Wagcn hineinragcn.

3. Das Trcibcn und Führcur von Vich, insbcsondcrc von Pferden,
Eseln, Rindvich, Schafen, Schlvcincn und Zicgcn, durch die von der Stra-
stcnbahn durchzogcncu Straßcn ist nur gestattct, sowcit als ciu andercr
Wcg nicht möglich ist. Vcrbotcn ist jcdoch das 7rcibeu und Führen von
Vich auf den in Betricb bcfiudlichcn Glcisflächen.

Durch den Vichtrausport dürfcn dic Wagen dcr Strastenbahn in ihrer
Fahrt uicht gchiudcrt wcrdcn.

§ 4. Fustgängcr, R'citcr, .Nadfahrcr, Fuhrlvcrkc aller Art und dcren
Führer habcn in allcn Fällcn dcn Strastcubahnwagcn so rechtzcitig und so
wcit auszuwcichcn, dast ivcder dic Strastenbahnwagcn in der Fahrt, noch die
Fahrgästc und das Fahrversoual beim Giu uud Aussteigen behindert oder
gcfährdct lverdcn. Wo die llmständc cs gestattcn, 'hat das Auslvcichcn
uach r e ch t s zu gcschehen. Es ist uutersagt. cincm im Gaug bcfiudlichcu
Strastenbahnlvageu vorzusahrcn, oder vor dcm herannahcndcu Strastcu-
bahnwageu die Glcisc zu krcuzeu.

Au Strastcukrcu^uugcn odcr -Avzlvciguugcn habcn llicitcr, R'adsahrer,
Fn'hrwerkc uud sousrige Fahrzcugc oic Gangart zu vcrkürzcil uud gcgevcueu
falls so rechtzcitig zu baltcn, dast die Wagcn dcr Strastcnbabn iu
liicht gchiudcrt werdeu.

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