Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

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K 24. Die Fahrgäste haben den auf Grund dieser Verkehrsordnung
an sie ergehenden Weisungen des Dienstpersonals der Straßenbahn Folge
zu leisten. Die Nichtbeachtuilg solcher Anordnungen unterliegt der Be-
strafung und begründet den Ausschlust von der 9Nit- bezw. Weitersahrt ohne
Anspruch auf Ersatz für etwa bereits bezahltes Fahrgold. Wird ein Fahr-
gast auf Grund der vorstehenden Bestimmungen von der Mit- oder Weiter-
fahrt ausgeschlosscn, so hat er den Wagen sofort, bezw. beim nächsten
Halten zu verlassen.

k. Betriebsordnung.

1. Allgemeine Beftimmungen.

§ 26. Fedcr Aiotorwagen muß eine träftig und sicher wirkende Ge-
brauchsbremse und cinc clektrische Notbrcinse besitzen. Jcdcr Wagen muß
im Jnnern ausreichend beleuchtet sein und auch zur Nachtzeit Fahrtrichtung
und Linie deutlich erkenncn lassen. Jeder Wagen trägt innerr und außen
eine fortlaufende Nummer; außerdem ist die Anzahl der Sitz- und Stehplätze
in jedem Wagen anzuschreiben und ein Auszug aus dem Tarif und der Ver-
ke hrsordnun. g anzuschlage n.

H 26. Der Betrieb rcgelt sich nach den Fahrplänen. Sonderfahrten,
deren cs zur Bcfricdigung des Verkehrs Ledarf, können ohne vorherige An-
meldung oder Genehmigung crfolgen. Die Fahrpreise wcrden durch den
Tarif festgesetzt.

^ 27. Die doppelgleisige Strecke zwischen Bismarckplatz und Karlsplatz
darf in der Regel nur eingleisig betrieben wcrden und zwar der Art, daß
sämtliche Wagcn bis nnttag 1 l!hr aus dem einen und von da an bis zum
Betriebsschluß auf dem andern Gleise sich bewcgen. Das Ausweichen hat je-
weils nach rechts unter Benützung dcr aus der Strecke eingelegten Glcis-
wechsel zu geschehen.

In der angcgebenen Benützungsart der Gleise ist alle 5» Jahrc abzu
wechseln. An Sonn- und Festtagen darf aur dcr Strecke Bahnhof-Karls-
platz von vormittags 6 Uhr ab ein zwciglcingcr Betrieb stattfinden.

§ 28. Jeder in Tiensr gestcllte Motorwagen wird durch eincn Schaff-
ner und einen Wagenführer bedient.

§ 26. Die im äußeren Betrieb bedicnsteten Personen haben deru
Publikum gcgcnübcr bestinnnt, aber höflich aufzutretcn.

Schaffner und Wagensührer haben während des Dicnstes die Dicnst-
kleidung, bezw. Dienstabzeichen zu tragen. Das Rauchen während des
Dicnstes ist ihnen untersagt. Gs ist dcm Fahrpersonal strcngstens verboten,
sich aus dem Dienste zu entfernen, bevor es ordnungsgcmäß abgelöst ist. Kein
Wagen dars namentlich am Endpunkt dcr Linicn ohne Aufsicht stehen ge-
lasseu werden; es muß stets eine von den beideu Bedienungspersoncn sich aus
oder doch unuiittelbar beim Wagen befinden. Hicrfür ist der Schafsner
vcrantwortlich.

2. Bestimmungen fnr den Schaffner.

bUh Dcr Wagcnsührer isl während dcr Fahrt dem Schaffner unter-
stellt. Beu Zugsbildung ist der Schafsner des Vorder- l Motor-) Wagens
Zugtührer. Der Schassncr hat dasür zu sorgen, daß sein Wagen:

o) die sahrplaumäßigen Absahrts- und Ankunftszeitcn einhält,
d) während der Duntclheit ordnunasgcmäß belcuchtet ist,
c) reinlich in Dicnst gestcllt und erhaltcn wird.

tN. Der Schasfer darf zum Aus- und Einsteiacn nur an den vor-
geschriebenen Haltcstellen halten lapeu. Vor der Ankunst an ciner Halte-
stelle hat cr den Namen derselben jciveils auszurufcn.

§ 62. Er bat dafiir zu sorgen, daß die bczüglichcn Bestimmunaen der
Verkehrsordnung genau cingehalten werden und zioar iiiobesondere:
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