Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_072
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§ 39. Zwischen zwei hintereinander fahrenden Wagen muß ein Ab-
stand von mindeftens 50 Meter cingchalten werden.

K 40. Dcr Wagenführer hat zu haltcn:

а) an den hicrzu vorgcschriebenen Haltestellen, falls das Haltezeichen
ertönt, oder falls an der Haltestelle befindliche Personen die Abficht des Mit»
fahrens kundgeben;

d) wenn Gefahr für den Bahn- odcr Straßcnverkehr droht;

c) bei geschlossencn Schranken der Staatsbahn;

б) vor Ueberkreuzung der Lokalbahncn, fobald das Signal eines sich
nähernden Lokalbahnzuges erfolgt;

e) vor den zur Brandstelle eilcndcn Abteilungen und Fahrzeugen dcr
Feuerwehr, beim Begegnen mit Truppen (§ fowic vor öffentlichen Auf-
zügen, soweit solche zugelasfen sind.

Falls in dcr Nähc befindliche Pferde oder andere Tiere sich beim Na-
hen des Straßenbahnwagens unruhig zeigen, hat der Wagenführer langsam
zu fahren und erforderlichenfalls solange zu haltcn, bis die Tiere vorüber-
gegangen find.

§ 41. Die Signale der Alarmglocke hat dcr Wagenführer zu gebcn:

a) bci jedem Anfahren;

d) beim Pafsicrcn von Straßenkreuzungcn und nicht übersicht-
lichen Biegungen;

c) fobald Hindcrnisse auf der Bahn bemerkt werdcn.

§ 42. Für die von dcr Deutschen Eisenbahngesellschaft mitbenützte
Gleisstrecke in der Nohrbacherstraße gelten folgende Vorschriften:

Die Züge der Deutschen Eifenbahngesellschast unterstchen, solange dic-
selben die Gemeinschastsstreck'c befahrcn, bezügl. des äußercn Dienstes dcr
Direktion der Heidclberger Straßen- und Bergbahn-Gesellschaft. Die Kon-
trolleure, Schaffner, Wagenführer und Bahnwärter der Deutschen Eisen-
bahngesellschaft haben den Anordnungen der Aufsichtsorgane (Beamte vom
Kontrolleur aufwärts) der Heidclberger Straßen- und Bergbahn-Gesell-
schaft, die ihrcrseits für die Folgcn ihrer Anordnungcn den Behördcn gc-
genüber haftbar sind, Folge zu leisten.

Bei g'leichzeitiger Abfahrt zrveier Wagcn v o n Heidclbcrg hat dcr Wa-
gen der Dcutschen Eiscnbahngesellschast das Vorfahrtsrccht, muß jedoch in
der Weiche an der Bunsenstrahe die Krcuzung des cntgegenkommenden Wa-
gens der Heidelberger Straßen- imd Bcrgbahn-Gesellschaft abwarten. Kann
der Wagen der Deutschen Eisenbahngesellschaft aus irgend cinem Grunoe
dem Wagen der Heidelberger Straßen-- und Bergbahn-Gesellschaft nicht vor-
oder unmittelbar nachfahren, so hat er das Hereinkommcn des nächsten Wa-
gens der Heidelberger Straßen- und Bcrgbahn-Gesellschaft abzuwarten.

Bei der Fahrt n ach dem Bahnhofe hat der Wagcn dcr Dcutschen Eiscn-
bahngesellschaft das Vorfahrtsrecht, sofern er sich bcini Eintreffen des Wa-
gens der Hcidelberger Straßcn- und Bergbahn-Gesellschaft an der Kron-
prinzenstraße bcreits in der Weiche bcfindet. Andernfalls hat der Wagen
der Heidelberger Straßcn- und Bergbahn-Gesellschaft das Vorfahrtsrccht
und der Wagen der Deutschen Eisenbahngesellschaft darf dem vorfahrenden
Wagcn nur dann uninittelbar nachfahren, weini der lctztcre nicht bcreits
über die Schlosserstraße hinausgekomtncn ist.

(A Straf- und Schlnßbestimmungeu.

H 43. Ucbertretungen dicser Vorschristen werden, sowcit nicht nach
sonstigen gesctzlichen Vorschristen cine böberc Strafe vcrwirkt ist, tiach § o00
Ziff. 10 N.-St.-G.-B., 108 Ziff. 5, 157 P.-St. G.-B. an Gcld bis zu

150 Mark oder zutreffcndenfalls mit Hast bcstraft.
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