Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_074
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Bei Beförderuttg vou Gepück ist die festgesetzte Personeuzahl oder Wasserfüllung
dem Gewicht des Gepäcks entsprechend zu vermindern.

8 7. Das Betreten des Bahnkörpers ist nur den Bahnbediensteten und dem Auf-
sichtspersonal gestattet.

Das Einsteigen in einen bereits in Gang gesetzten Zug, der Versuch, sowie die
Hilfeleistung dazü ist verboten, desgleichen das Äussteigen, so lange der Zug sich noch
in Bewegung befindet.

Ebenso ist es untersagt, auf der Plattform des Wagens sich über dieselbe hinaus-
zubeugen oder einzelne Äörperteile hinauszustrecken.

K 8. Vorbehaltlich der weitergehendeu Strafvorschriften der W 305, 315 und 316
des R.-St.-G.-B. ist es untersagt, die Drahtseilbahn und die zugehorigen Anlagen und
Betriebsnnttel zu beschüdigen. De-gleichen ist jede Handlung strafbar, welche — wie
die Anbringung von Fahrhindernissen, unbefilgter Gebrauch der Bremsvorrichtung,
Nachahmung der Signale u. dgl. —- den Bahnbetrieb geführden oder stören könnte.

tz 9. Alles Lärmen und Singer: in den Wagen ist untersagt und das Tabak-
rauchen rmr auf den Außenplützen und in den als Nauchcoupe bezeichneten Wagen-
abteilungen gestattet.

8 10. Personen, welche wegen einer sichtlichen Krankheit oder aus anderen
Gründen den Mitsahrenden augenscheinlich lästig werden, sind von der Fahrt auszu-
schließen. Etwa schon bezahltes Fahrgeld ist denselben zurückzugeben. Personen,
welche betrnnken sind oder sich unanständig benehmen, sind vor der Fahrt auszu-
setzen und haben keinen Anspruch auf Nückgabe des Fahrgeldes.

8 11. Hunde dürfen bei den regelmüßigen Fahrtell nur im Gepückraum und nur
in Begleitung von erwachsenen Personen mitgenommen werden. Gepäck- und Güter-
beförderung ist in dem Gepückrauur zulüssig, jedoch dürfen innerhalb des für den
Wagenführer bestimmten Raumes keinerlei Gegenstände gelagert werden. Kleineres
Handgepäck kann in die Wagenabteilungen mitgenommen werden, sofern hierdurch die
Mirfahrenden nicht belästigt werden.

8 12. Ein Abdruck der M 7—11 und 13 dieser Drahtseilbahnordnung ist in den
Einsteigehallen und im Jnnern eines jeden Wagens an geeigneter Stelle anzuheften.

8 13. Uebertretungen dieser Vorschriften werden gemäß 8 366 Ziff.10 des Neichs-
strafgesetzbuches uüt Geld bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

VÄhnpolireiliche Vorlchristen stir den VeLrieb von Lolral-

urrd Nebenbnlrnen.

Verordnung vom 28. März 1894.

8 1. Das Hinüberschaffen von Pflügen, Eggen und nnderen Geräten, sowie von
Banmstämmen und anderen schweren Gegenständen über die Bahn darf, sofern solche
nicht getragen werden, nur auf Wagen oder untergelegterr Schleifen erfolgen.

8 2. Bei Bahnen, bezw. Bahnstrecken, deren Gleis in die Straßenfahrbahn ein-
gebetret oder auf einenr unmittelbar neben der Straßcnfahrbahn hinziehenden Ban-
kett angebracht ist, müssen bei Annäherung des Zuges Fußgänger, Fuhrwerke, Reiter
und Viehtransporte sich rechtzeitig von den Gleisen entfernen und dem Zuq voll-
ständig ausweichen. Zrrg- und N'eittiere sirrd sest inr Zügel oder Leitseil zu halten.
Ferner dürfen, soweit nicht für einzelne Straßen oder Straßenstrecken Ausnahmerr
von der Ortspolizeibehörde allgenrein gestaitet sirrd, zwei oder mehrere Fuhrwerke
beim Zusaruruentreffen rnit eirrern Bahnzuge uicht neberreinander fahren. Srch be-
gegnende Fuhrwerke haberr so larrge zu halten, bis der Zug vorüber ist.

8 3. Das Lagerrr von Gegenständen auf dem Fahrgeleise oder näher als ein urrd
eirren halben Meter von der nächsten Schreue, sowie das Stehenlassen von Fuhrwerken
oder Vieh ohne Aufsicht auf oder in der Nähe des Gleises ist verboten. Die Personen,
welchen die Aussicht über die Fubrwerke und Tiere obliegt, sind dafür verantwortlich,
daß die Bahn beinr .Herannahen eines Zuges rechtzeitig freigegeben und von den
Tieren nicht betreten wird.

8 4. Aussichtslos stehendes Fuhrwerk, Vieh oder andere Gegenstände, welche das
Gleis versperren, ist das Bahnpersonal dararrs zu eutseruen befugt.
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