Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_075
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L. Die EifenbahnüberfahrLen über öffentliche Wege.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 5. Oktober 1893.

8 1. Das Bnhngeleise darf mit Lokomotiven nur derart befahren werden, daß
ein eigentliches Nangieren auf der Bergheimer Straße nicht stattfindet.

8 2. Das Berbringen der (Mterwagen nach der Schroedl'schen Brauerei oder
das Äbholen von dort wird entweder durch eine vom Bahnhof der Nebenbahn beson-
ders entsendete Lokomotive oder aber in der Art erfolgen, daß die betreffenden Wagen
von einem Zuge der Lokalbahn abgehängt, bezw. an einen solchen angehängt werden.

§ 3. Die Giiterwagen mnssen zu diesem Zweck (8 2) auf dem Anschlußgeleise der
Schroedl'schen Brauerei durch Meirschenkräfte bewegt werden und sind deshalb jeweils
am Schlusse des Zuges anzubringen und abzuhängen.

Die abgehängten Wagen sind sofort von der Straße zu entfernen und die anzu-
hängenden dürfen nicht früher, als unbedingt nötig, auf die Strahe verbracht werden.

8 4. Jm Hofe der Brauerei ist eine Ausweichspur anzulegen.

8 5. Beinr Passieren des Straben-Uebergangs mit einem Extrazug hat ein Ar-
beiter mit einer roten Fahne bezw. Laterne der Lokomotive voranzugehen.

8 6. Extrazüge vonr Bahrrhof der Niebenbahn nach der Brauerei Schroedl sind
nur während derjenigen Tagesstunden zulässig, welche je nach dem Wechsel der Jahres-
zeit und des Fahrplans der Nebenbahn, sowie nach den Bedürfniffen des Berkehrs
vom Bezirksamte nach Anhörung des Stadtrats, der Straßenbauverwaltung und des
beteiligten Unternehmers festgesetzt werden.

8 7. Zuwiderhandlnngen gegen diese Vorschriften werden auf Grund des 8 366^
R.-Str.-G.-B. mit Geld bis zil 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Die Ordnung auf den Nnlagen, im StadL- und NegLunsgarLen,
sowie auf dem Vismarckplahe.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 19. Juni 1888 mit Zusatz vom 4. Juni 1897.

8 1. Die Bankreihe in den städtischen Anlagen der Leopoldstraße unmittelbar längs
des Promenadewegs, sämtliche Bänke in den Äartenanlagen um die St. Peterskirche,
in dem Stadt- und N'eptunsgarten, sowie in den Garte:ranlagen des Bismarckplatzes
sind nur sür Erwachsene und Kinder in Begleitung ihrer Angehörigen bestimmt.

8 2. Dienstboten in Begleitung vou Kindern dürfen nur die in den Anlagen
hinter dem obengenannten Proinenadeweg stehenden, sowie die auf dem Wredeplatz
aufgestellten Sitzbänke benützen.

8 3. Kinder unter 12 Jahren, welche sich nicht in Begleitung ihrer Angehörigen
besinden, sowie Dienstboten mit Kindern ist der Eintritt in dcn Stadt- und Neptuns-
gartcn untersagt.

8 4. Kinderwagen dürfen nur aus dem hinter der siidlichen Baumreihe der An-
lage hinziehenden Wege und niemals nebeneinander gefahren werden.

8 5. Hunde dürfen in den Stadt- und Neptunsgarten, sowie in den Garten-
anlagen des Bismarckplatzes und unr die Peterskirche weder mitgebracht werden noch
überhaupt dort frei herumlaufen.

8 6. Verboten ist ferner:

1) Das Fahren und Neitcn auf den Gehwegen.

2, Das Betreten der Nasenplätze und Pflanzengruppen, das Uebersteigen und
Durchbrechen der Einfriedigungen, das Laufenlasse:: von Hunden in die Einfriedi-
gungen, das Abpflücken, Losreißen, Abjchneiden oder Abschlagen, sowie das Ent-
tvenden von Blumen, Pflanzen und Zweigen.

3) Das Berunreinigen von Gebäuden, Gartetmnlagen, Wegeu und Bänkeu.

4) Das Befahren des Stadtgartens nlit Kinderwagen.

o) Das Hausierett mit Waren jeglicher Art, insbesondere das Feilbieteit von
Vlumen, Backwaren, Obst und deraleichen im Stadtgarten, sowie in allen jtädtischen
Anlagen und Gärten, welÄe durch ein besonderes Geländer abgegrenzt sind.

8 7. Uebertretungen werden gemäß 8 366'" R.-St.-G.-B. und 88 U--H 144, 14ö
P. - t.-lü.-B. best rasr.
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