Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_079
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1904/0536
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
79

8 2. Jst das Fuhrwerk auf die Brücke eingefahren, so hat der Kutscher bezw.
Fuhrmann vom Fuhrwerk abzusteigeu, seine Zügtiere so lange zu halten, bis die
Fähre jenseits angelandet ist.

Z 3. Jst am Fuhrwerk eine Sperrvorrichtung angebracht, so ist diese bei dem
vordersten und hintersten Fuhrwerk, so lange dieselben auf der Fähre stehen, an-
zuwenden, andernfalls sind die hintercn Näder des letzten und die vorderen Räder
des vordersten Fuhrwerks mit eillem nicht rollcnden Stücke Holz oder Steiir zu
unterschlagen.

Z 4. Bei Nachtzeit müssen auf jeder Fähre au beiden Enden an eigens an den
Seiten derselben errichteten Stäbeu Laternen angebracht werden.

Z 5. Die Fährleute sind für die Beobachtung dieser Vorschrift verantwortlich,
bei Uebertretung derselben werden die Fährleute an Geld bis zu 50 Mark oder mit
Haft bis zu acht Tagen bestraft.

L. Fälzrordnung für die Rrderfalzrt nder den Nerkar zwischen
Schlierdach und Ziegelhansen.

Ortspolizeiliche Norschrift vom 6. März 1885 mit Abänderung vom l2. Juni 1900.

ß 1. Die obengenannte Fähre ist zum Verkehr von Personen, Fuhrwerken aller
Art, sowie zur Neberfahrt von Viehheerden bestimmt.

tz 2. Es dürfen auf den Fähren nur soviele Fuhrwerke hinter einander aufge-
stellt werden, daß das Zugvieh des vorderen und die Räder des hinteren Fuhrwerks
nicht auf die sogenannte Landungsbrücke zu stehen kommen.

Die Fahrzeuge dürfen nicht über ihre Tragfähigkeit belastet werden und müssen
mit einer deutlich erkennbaren und dauerhaften Bezeichnung des sogen. Freibords in
einer Breite von 15 em, von dem oberen Bordrand nach dem Wasserspiegel gemessen,
auf beiden Außenseiten versehen sein.

Betrunkene Personen darf der Fährmann nicht übersetzen.

Z 3. Jst das Fuhrwerk auf die Brücke eingefahren, so hat der Kutscher bezw.
Fuhrmann abzusteigen und seine Zugtiere so lange zu halten, bis die Fähre jenseits
angelangt ist.

Z 4. Das vorderste und hintersteFuhrwerk sind, so lange dieselben auf derFähre
stehen, zu sperren oder gehorig zu unterschlagen.

Z 5. Heerden und Fuhrwerke dürfen rncht gleichzeitig übergesetzt werden.

Einzelne Stücke Vieh müssen während des Uebersetzens angebunden sein.

8 6. Die Unternehmer der Fähre haben für die gute Jnstandhaltung derselben
L>orge zu tragen.

Die Fähre samt Zubehör flnd bezüglich ihrer Ladungsfähigkeit, Tauglichkeit
und Vollständigkeit 2mal jährlich — im März nnd Oktober — auf Kosten der Unter-
nehmer durch die Großh. Rheinbauinspektion zu untersuchen.

Z 7. Die Fährleute werden vom Stadtrat bestellt und vom Bezirksamt ver-
pflichtet. Es dürfen hiezu nur zuverlüssige, des Fahrens kundige, kräftige, erwachsene,
männliche Personen verwendet werden.

8 8. Die Uebersahrtszeit wird wie solgt festgesetzt:

Vom 15. März bis 15. Oktober von morgens 1 bis abends 11 Uhr.

In der übrigen Zeit: von morgens 5 bis abends 8 Uhr.

Z 9. Bei Hochwasser, Eisgängeil und ungünstigem Wetter soll die Ueberfahrt,
sofern dieselbe mit Gefahr verbunden ist, ganz eingestellt werden. Befugt zur Ein-
stellung und verantwortlich für dieselbe ist das Großh. Bezirksamt als Polizei-
behörde.

8 10. Wird die Fähre bei Nacht betrieben oder muß dieselbe wegen besonderer
Umstände wahrend der Nacht am Leinpfadufer beigelegt werden, so daß dadurch der
Leinzug gehindert wird, oder die Fähre in den Bergweg hineinragt, so ist die Fähre
mit einer ununterbrochen hellleuchtenden Laterne von weißem Glas 5m hoch über dem
Wasser zu vcrsehen.

8 11. Der soll ent Rettungsnachen mit vollstandiger Falireiniichtnng so-
wie ein Rettungsring (Korkring) mit Leinen beigehängt werden.

8 12. Ehe die Fähre in Bewegung gesetzt wird, Nluß ein weithin hörbares Zeichen
loading ...