Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1904 — Heidelberg, 1904

Seite: Anhang_091
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1904/0548
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
91

§ 8. Wird bei vorgeschriebenerErrtlade- oderLadefrist der eingetragene Zeitpunkr
nicht eingehalten, so wird für jede angefangene Stunde Verzögerung eine Gebühr von
1 Mark für ein Schiff durch den Verwalter erhoben.

8 9. Für dieBenntzung der Neckarvorländer zum Be- oderEntladen von Schiffen,
Flößen u. dergl., sowie zum Lagern gilt der angeschlossene Tarif.

8 10. Der städtische Verwalter erhebt gegen Quittung die Gebühren für das Ent-
oder Beladen der Schiffe, sowie das Lagern. Die Gegenstände dürfen nicht abgefahren
werden, so lange die Gebühren nicht bezahlt sind.

8 11. Dem mit der Kontrole betrauten städtischen Beamten sind auf dessen Ver-
langen die Gebührenquittungen vorzuzeigen und die von ihm gewünschten Auskünfte
zu erteilen.

8 12. Die auf den Abfuhrwegen sowie auf denUferböschungen verloren gegangenen,
von dem Eigentümer nicht aufgelesenen Materialien werden als herrenloses Gut ge-
sammelt, auf den städtischen Lagerplatz verbracht und zu Gunsten der Stadtgemeinde
verwertet.

Die Lagerung.

8 13. Die Stadtgemeinde übernimmt für die auf den Neckarvorländern gelagerten
Güter keine Verantwortlichkeit. Eine Bewachung dieser Gegenstände seitens der
Stadtgemeinde findet nicht statt.

Die Gestattung der Lagerung ist jederzeit widerruflich, und wenn es im öffent-
lichen Jnteresse notwendig wird, müssen die Vorländer auch sonst jederzeit auf An-
ordnung der zuständigen Behörde geräumt werden.

Werden die gelagerten Güter nicht binnen einer Woche nach erfolgtem Widerrufe
weggeschafft, so ist die Stadtgemeinde berechtigt, diese Güter auf Kosten der Eigen-
tümer zu entfernen und in einem Lagerhause niederlegen zu lassen.

Eignen sich die Güter nicht zur Lagerung in einem Lagerhause, so werden solche
öffeutlich versteigert und es erhält der Besitzer den Erlös nach Abzug des Lagergeldes
und der sonst erwachsenen Kosten.

8 14. Das Entladen sowie das Lagern feuergefährlicher Stoffe — „bezeichnet
in 8 38 der Polizeiordnung für die Schiffahrt und Flößerei auf dem Neckar vom
16. April 1894" — ist auf den beiderseitigen Neckarvorländern untersagt.

8 15. Das Vorland von der Bauamtsgasse bis zur Ziegelgasse ist als Ein- und
Ausladestätte für Brennholz, Hopfenstangen, Holzschnittwaren, Kaufmannsgüter,
Rinden, Heu, Stroh und Rohprodukte bestimmt. Ausnahmsweise können hier auch
Hopfenstangen gelagert werden. Sobald die Bedarfszeit von Hopfenstangen vorüber
ist — spätestens mit Ablauf des Monats Mai — müssen sämtliche Stangen von ihren
Plätzen geräumt oder auf einen vom städtischen Verwalter zu bestimmenden Platz
verbracht werden.

816. Das Vorland von der Ziegelgasse bis zur neuen Brücke dient zum Ausladen
und zum Lagern von Mauersteinen, Backsteinen, Bauholz. Floßholz, Stangen, Holz-
schnittwaren und Rohprodukten.

8 17. Das Vorland auf der Neuenheimer Seite vom Aufgang zur Philosophen-
höhe (Landstraße Nr. 42) bis zu Kilometer 25,920 unterhalb der neuen Brücke dient
zum Ausladen und zum Lagern von Mauersteinen, Backsteinen, Kies, Sand, diversen
Hölzern und Stangen, Holzschnittwaren u. dergl.

8 18. Die Wasserschachteln an den beiderseitigen Ufern können als Lagerplütze
uicht verwendet werden.

8 19. Der städtischen Verwaltungsbehörde ist es jedoch unbenommen, auch Ab-
weichungen hiervon auzuordnen oder zuzulassen, wenn und soweit es die eigentliche
Zweckbestimmung der Vorländer gestattet.

8 20. Die Bruchsteiue sind in regelmäßigen Figuren von 1,20 m Höhe, 4 m
Breite. 5 m Tiefe aufzusetzen.

Sand uud Kies müsseu iu Haufen von regelmäßiger Gruudftäche und von min-
desteus 1/2 m Höbe gelagert werdeu.

Das Brennholz darf uur auf 8( 2 m Höhe gesetzt werden.
loading ...