Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1905 — Heidelberg, 1905

Seite: Anhang_037
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8. Feueralarm-EinrichLung.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 8. Februar 1897.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß auf dem Turme der Heilig-
geistkirche und auf dem der St. Annakirche Sturmläute-Einrichtungen angebracht
wurden, welche mittelst elektrischer Leitunqen von der Polizeistation Rathaus bezw.
der Polizeistation Bismarckplatz aus beim Ausbruch eines Brandes in Thätigkeit ge-
setzt werden sollen.

Behufs Prüfung der steten Vetriebsbereitschaft jener Einrichtungen wird jeden
Samstag gegen 12 Uhr Mittags eine Prüfung derselben durch Abgabe einiger Doppel-
schtäge erfolgen.

O. Gebrauch von TirhL in SLallungen.

Bezirkspolizeiliche Vorschrift vom 9. März 1889.

Z 1. Scheuern, Ställe, Böden und andere Räume, welche zur Aufbewahrung
seuerfangender Sachen dienen, dürfen mit Licht nur unter Gebrauch wohlverwahrter
Laternen betreten werden. Die Benützung von Cylinderlampen jeder Art ist in
solchen Räumen verboten.

Z 2. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift werden gemäß Z 368 Ziffer 8

v. Kaminreinigung.

1. Kaminfeger-Ordmmg vom 29. November 1887.

Die Bestimmungen, welche im Allgemeinen und insbesondere für die beteiligten
Hausbesitzer und Bewohner von Bedeutung sind, lauten:

§ 8. Der Bezirkskaminfeger ist berechtigt und verpflichtet, in seinem Kehrbezirke
in allen Gebüuden die vorgeschriebenen Reinigungen vorzunehmen.

8 9. Bei dem Neinigen hat der Kaminfeger zugleich auf schadhafte Stellen oder
vorschriftswidrige Beschaffenheit der Kamine oder Feuereinrichtungen, sowie auf
sonstige feuergefahrliche Verhältnisse genau zu achten. Etwaige Mängel sind von ihm
sogleich dem Besitzer der Feuerungsanlage zur Kenntnis zu bringen und der Orts-
polizeibehörde anzuzeigen, welche' die notige Einleitung zur Beseitigung zn treffen
hat. Erscheinen beim nächsten Reinigen die gerügten Mängel nicht beseitigt, so hat
der Kaminfeger das Bezirksamt hiervon in Kenntnis zu setzen.

Ueber Mängel, welche eine unmittelbare Feuersgefahr bedingen, ist jeweils so-
fort auch dem Bezirksamt Anzeige zu machen.

8 10. Außer seinem Bezirk darf der Kaminfeger die in seinen Berufskreis fal-
lenden Verrichtungen nur dann vornehmen, wenn er vorübergehend als Stellvertreter
bestellt ist (8 7) oder von dem betreffenden Bezirksamt besonders berufen wird.

H 11. Der Kaminfeger hat die ihm obliegenden Geschäfte entweder selbst vorzu-
nehmen oder durch einen zuverlässigen Gehilfen vornehmen zu lassen.

Jm Falle der Verwendung von Gehilfen bleibt der Kaminfeger für vorschrifts-
mäßige und geordnete Vesorgung der Verrichtungen durch dieselben jeder Zert ver-
antwortlich; er hat daher die Arbeit der Gehilfen sorgfältig zu überwachen, sowie
dafür zu sorgen, daß dieselben den Hausbesitzern und deren Stellvertretern gegenüber
jederzeit ein angemessenes Venehmen einhalten.

Die Gehilfen müssen gut beleumundet sein und die sür ihr Geschäft erforderliche
Gewandtheit besitzen.

Gehilfen, welche sich als vorbezeichneten Anforderungen nicht genügend erweisen,
yat der Kaminfeger sofort aus seinem Dienste zu entlassen.

Das Reinigen durch Lehrlinge dars nur unter persönlicher Anwesenheit und Auf-
ficht des Meisters oder eims tiichtigen Gehilfen geschehen.

Mindestens einmal im Jahr ist jedes Kamin gelegentlich des Reinigens desselben
durch den Kaminfeger selbst oder wenigstens unter seiner unmittelbaren persönlichen
Leitung mit Zuhilfenabme eines Lichts einer gründlichen Untersuchung zu unrcrziehen.

Z 12. Die für sein Geschäft erforderlichen Werkzeuge hat der Kaminfeger stets
iu gutem Zustande zu erhalten uud auf Verlangen jederzeit d- r.PoliMbeborde oder
deren Organen vorzuzeigen.

tz 13. Das Reinigungsgeschäft (K 8) hat sich auf die Kamine, Nauchfänge und
Hurten, ferner auf diejenigen Rohre, welche als Fortsetzung von Ofenröhren in wei-
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