Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1905 — Heidelberg, 1905

Seite: Anhang_042
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Brunnen dürfen nur auf der Rückseite der in der bezeichneten Umgebung des
Friedhofes zur Errichtung gelangenden Gebäude und mindestens 10m hinter der
bestimmten Bauflucht derselben erschlossen werden.

Ausnahmen von obiger Vorschrift kann in besonders dringenden Fällen die
Baupolizeibehörde mit Zustimmung des Stadtrates und nach Anhorung des
Großh. Bezirksarztes bewilligen.

I'. Die Nbgren;ung von unbebauten Grundstücken in der StadL

Heidelderg.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 17. August 1899.

Unüberbaute Grundstücke an öffentlichen Wegm, welche eine freie Aussicht
bieten, dürfen nur in solcher Weise eingefriedigt werden, daß durch die Art der
Einfriedigung das landschaftliche Vild der Gegend nicht geschädigt und insbesondere
die freie Aussicht nicht beeinträchtigt wird.

(L. Delästigung durch Rauch, Ruff nnd üble Nusdünstungen.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 14. November 1890.

8 1. Die Besitzer gewerblicher Anlagen, die bei ihrem Geschäftsbetriebe nach sach-
verständiger Feststellung durch starken Rauch, Dampf oder üble Gerüche die Lust in
einer die Gesundheit gefährdenden oder in erheblichem Grade belüstigenden Weise ver-
unreinigen, sind gehalten, auf Anfordern der Polizeibehörde diejenigen Vorkehrungen
zu treffen, die zur Beseitigung dieser Verunreinigung als dienlich erscheinen, und
sind strafbar, wenn sie den Hierauf bezüglichen Anordnungen der Polizeibehörde
nicht oder nicht vollständig innerhalb der bestimmten Frist nachkommen.

8 2. Zuwiderhandlungen werden gemäß 8 366 ^ R.-St.-G.-B. an Geld bis zu
60 Mark, eventuell mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

H. Ortsvolizeiliche Vorschrift vom 28. April 1900.

Jn den Stadtteilen, in welchen die Errichtung gewerblicher Anlagen der in 8 16
der R.-Gew.-O. bezeichneten Art durch besonderesÖrtsstatut ausgeschlossen ist, dürfen
außerdem die in den 88 24 und 27 der deutschen Gewerbe-Ordnung bezeichneten An-
lagen, sowie sonstige Anlagen, welche die Nachbarschaft durch Rauch, Ruß, Geruch
oder Lärm belästigen, nicht errichtet werden.

Ausnahmen von dieser Vorschrift können nur in dringenden Fällen mit Zu-
stimmung des Stadtrates und unter der Voraussetzung erfolgen, daß der Antragsteller
den ihm bezüglich der baulichen Herstellung und des Betriebs auferlegten besonderen
Bedingungen nachkommt.

Einrrchtung von Gas- und Wasterleitungen.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 17. Ianuar 1889.
Gasleitungen.

8 1. Zu den Gasleitungen dürfen künftighin nur noch eiserne Röhren benützt
werden. Die Verwendung von Bleirohr ist nur zulässig, wenn es sich um Repa-
raturen oder um kleine Erweiterungen und Veründerungen bereits bestehender
Bleirohrleitungen handelt.

8 2. DieRöhren und Verbindungsstücke sind vor dem Verlegen in dem Zustande,
wie sie zur Verwendung kommen sollen, auf ihrc Luftdichtigkeit zu prüfen und dürfen
nur dann benützt werden, wenn sie sich vollkommen dicht erwiesen haben. Es ist un-
statthaft, etwa gefundene Fehler an eisernen Röhren und Verbindungsstücken durch
Verstreicken mit Kitt oder Verhämmern, oder durch Schnell-Lot zu reparieren.

Verstreichen mit Kitt oder Verhämmern undichter Stellen ist auch bei Blei-
rohrleitungen untersagt, dagegen bei diesen das Verlöten zulässig.

8 3. Die Verbindungen und Verschlüsse der Röhren müssen auf dauerhafte und
solide Weise luftdicht hergestellt werden, bei Eisenröhren durch Muffen, Metall-
stopfen und Flanschen oder Kappen, bei Bleiröhren, wo diese nach 8 1 überhaupt
zulässig sind, durch Verlöten.

Wo Bleirohrleitungen durch Mauerwerk oder Gebälke gehen, muß ein schmied-
eisernes Futterrohr über dieselben geschoben werden, welches etwa l em weiter als
der äußere Durchmesser des Bleirohrs ist und auf jeder Seite der Mauer ooer des
Gebälkes miudestens 1 em vorsteht.

8 4. Wo Eisenrohr an bestehende Bleirohrleitung angeschlosscn werden soll,
darf die Verbindung von Eisen und Blei nicht durch unmittelbares Anlöten er-
folgen, vielmehr muß dieselbe mittelst messingener Verbindungsschrauben, welche
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