Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1905 — Heidelberg, 1905

Seite: Anhang_052
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Z 5. Beleuchtung von Straßenhemmnissen während der Nachtzeit.

Alle Hemmnisse des Straßenverkehrs sind vom Eintritt der Dunkelheit an wäh-
rend der ganzen Nachtzeit je nach Umständen durch eine oder mehrere nach allen Sei-
ten hellleuchtende Laternen, vollständige Straßensperrungen durch rote Laternen be-
merklich zu machen.

Z 6. Das Beladen und Entladen von Fuhrwerken auf den

Straßen.

Werden Wagen zum Zwecke des Beladens und Entladens auf der Straße auf-
gestellt, so müssen sie dicht am Gehweg und parallel mit demselben halten.

Das Abwerfen schwerer Gegenstände auf das Pflaster oder die Gehwegdeckung ist
untersagt; insbesondere müssen Fässer, Kisten und dergleichen beim Auf- und Abladen
so gehandhabt werden, daß die damit beschäftigten Personen sie jederzeit anzuhalten
vermdgen.

Wo die Beschaffenheit und die Zugänge der Grundstücke es gestatten, hat das Be-
laden und Entladen von Fuhrwerken überhaupt nicht auf der Straße, sondern inner-
halb der Grundstücke zu geschehen.

tz 7. Errichtung von Handelsstellen.

Wer auf öffentlichen Straßen außerhalb der Marktvlätze außerhalb der Markt-
Heit einen Verkaufsstand errichten oder sonst Gegenstände öffentlich feilhalten will,
Ledarf einer besonderen Erlaubnis des Bezirksamts mit Zustimmung des Stadtrats.

tz 8. Aushängen oder Aufstellen von Verkaufsgegenständen,
Zierpflanzen, Tischen u. s. w.

Das freie Aushängen oder Aufstellen von Auslagen, Verkaufsgegenständen an
der äußeren Wand der Häuser, das Aufstellen von Zierpflanzen, von Stühlen, Bänken,
Tischen zu gewerblichen Zwecken ist nur mit Erlaubnis des Bezirksamtes statthaft.

tz 9. Bewegliche Vordächer, Schilder, Auslege-Vorrichtungen.

1. Bewegliche Vordächer aus Leinwand müssen in der Höhe mindestens 2,25 m
von dem Gehwege abstehen und dürfen höchstens eine Breite haben, welche um 40 cm
gerinaer ist, als die Breite des darunter befindlichen Gehwegs.

Den Verkehr störende seitliche Vorhänge dürfen an Sonnendächern nicht ange-
bracht werden.

2. Schilder und audere Gegenstände, welche in den Straßenraum vorspringen,
dürfen nur in einer Höhe von mindestens 2,40 m über dem Gehweg angebracht wer-
den und höchstens einen Vorsprung von 1,20 m gegen die Straßen haben, keinenfalls
aber die Gehwe^grenze überschreiten. Abgesehen hiervon sind dieselben in Bezug auf
die zunächst befindlichen öffentlichen Gaslaternen so hoch anzubringen, daß die Be-
leuchtung des Verkehrsraumes nicht beeinträchtigt wird.

Vor Anbriugung eines Sänldes oder anderen derartigen Gegenstandes ist jeweils
unter Einreichung emer Planskizze beim Bezirksamt um Genehmigung hierzu nach-
zusuchen, über das Gesuch wird nach Anhörung des Ortsbaukontrolleurs und der
Direktion der städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke vom Bezirksamt ent-
schieden.

3. Automaten,Auslegekasten und dergleichen dürfen nicht über die nach der städ-
tischen Bauordnung zulässige äußerste Ausladung an Gebäudeteilen vorspringen. Aus-
lagevorrichtungen an Häusern, welche keine oder eine geringere als die nach der städ-
tischen Bauordnung zulässige Sockelausladung haben, dürsen nicht mehr als lOcm
über die Baufluchtlinie hervorragen.

Bewegliche Auslagevorrichtungen sind während der Nachtzeit zu entfernen oder
einzuziehen. ^

4. Waren, welche in Fenstern und Thürgestellen zur Schau ausgestellt oder aus-
gehängt werden, dürfen nicht über die Bauflilcht des Hauses hervorraqen. Fleisch und
ändere Waren, deren Berührunq beschmutzt, dürfen nicht an Thürgefiellen und über-
haupt nicht in einer Weise ausgehängt werden, daß Vorübergehende dadurch beschmutzt
werden können

5. Ausnahmen von den unter Ziffer 1 bis 3 gegebenen Vorschristen können mit
Zustimmung des Stadtrates vom Bezirksamte zugelässen werden, wenn dadurch keine
Gefährdung oder Beeinträchtigung des Gehwegverkehrs herbeigeführt wird.
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