Adressbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1905 — Heidelberg, 1905

Seite: Anhang_098
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An zwei verschiedenen Orten feilzuhalten, ist nur Verkäufern solcher Waren ge-
stattet, für welche verschiedene Verkaufsplätze bestimmt sind.

Personen, welche einen bestimmten Platz stäudig benützen wollen, können das
Necht dazu durch Bezahlung einer im Tarif verzeichneten besonderen Gebühr erlangen.
Dieselben erhatten eine sogenannte Platzsicherungskarte, welche jedoch nur für die
Dauer einer Woche vom Tage der Ausstellung an Giltigkeit besttzt. Die Verpflichtung
zur Zahluna des geordneten Marktgeldes wird durch die Entrichtung dieser Sicherungs-
gebühr in keiner Weise berührt.

Hiestgen Einwohnern, welche den Markt ständig besuchen, kann bezüglich bestimm-
ter Plätze zum Aufstellen ihrer Stande ein länger dauerndes Abonnement bewilligt
werden. Der Preis solchen Abonnements, welchen die Marktkommission festsetzt, wird
in Monatsbeträgen gegen eine von der Stadtkasse ausgestellte Karte zum Einzug
gebracht.

Während der Marktzeit dürfen die Plätze zu keinem anderen Zwecke benützt oder
versperrt werden, und es ist untersagt, über den abgegrenzten Marktplatz während der
Dauer des Marktes zu reiten, mit Wagen zu fahren, Vieh zu treiben, Hunde zu führen
oder laufen zu lassen.

tz 5. Es dürfen uur gesunde, unverdorbene und unverfälschte Waren zu Markt
gebracht werden.

Verdorbene, verfälschte oder sonst der Gesundheit schädliche Waren werden —
vorbehaltlich des Einschreitens mit Strafe — weggenommcn.

§ 6. Die Gefäße, in wclchen entrahmte Milch verkauft oder feilgehalten wird,
müssen an offensichtlichen Stellen eine deutliche, nicht verwischbare Jnschrift tragen,
welche die Bezeichnung „Entrahmte Milch" enthält. Die Jnschrift ist auf den
Seitenwänden und wenn thunlich auch auf dem Deckel des Gefäßes anzubringen und
hat durch Aufmalen mit schwarzer Farbe auf hellem Untergrund zu erfolgen. Die
Buchstaben der Jnschrift sollen mindestens 3em lang sein.

Vollmilch darf nicht in Gefäßen verkauft oder feilgehalten werden, die die Be-
zeichnung „Entrahmte Milch" tragen.

§ 7. Auf dem Wochenmarkt darf nur den Vorschriften der deutschen Maß- und
Gewichtsordnung entsprcchendes Maß und Gewicht in Anwendung kommen.

Die Polizeimannschaft ist außer der ihr nach 2 des Reichsgesetzes vom 14ten
Mai 1879 zustehenden Befugnis zur Entnahme von Proben weiter befugt, Markt-
waren, welche nach angegebenem Maß oder Gewicht feilgeboten werden, nachzuwieyen
bezw. nachzumessen, und Gegenstände, welche das bezeichnete Maß oder Gewicht mcht
haben, vom Feilhalten auszuschließen, vorbehaltlich etwa verwirkter Strafen, sofern
nicht in anderer Weise, z. B. durch Zerkleinern, einem weiteren Feilhalten nach dem an-
geblichen Maß oder Gewicht vorgebeugt werden kann.

H 8. Getreide, Hülsenfrüchte, Dürrobst, Kartoffeln und Bohnen dürfen nur nach
Gewicht verkauft werden.

Auf Verlangen des Käufers muß auch jede andere Marktware auf dessen Kosten
gewogen werden.

Zum Verwiegen der Waren kann die auf dem Wochenmarkte aufgestellte städtische
Wage benützt werden. Die im Tarif vorgesehene Waggebühr hat der Käufer zu zahlen.

^ 9. Jeder Verkäufer von Backwaren hat während der Verkaufszeit ein für das
PubUkum leicht erkennbares Plakat an seinem Wagen oder Verkaufstisch anzubringen
mit Angabe des Gewichts der Brote sowie des Preises.

Dieses Plakat ist jeweils am 1. und 15. jeden Monats mit dem polizeilichen
Stempel versehen zu lassen. Junerhalb dieser Zeit darf das Gewicht nicht geändert
und der Preis nicht erhöht werden.

Die Verkäufer von Backwaren haben stets Wage und Gewicht mit sich zu führen
und dem Publikum auf Verlaugcn das Brot vorzuwiegen.

8 10. Von allen zu Markt gebrachten Gegenständen wird die dafür bestimmte
Platzgebühr (das Marktgeld) von deu Verkäusern gegen Ausfolgung der Marktzeichen
(Gebührenquittungen) erhobcn.

Die Marktzeichen sind von dcn auswärtigen Marktbesuchern bei den Verbrauchs-
steuererhebungsstellen, von den übrigen Verkänfcrn bei den auf den Wochenmärkten
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