Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

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8 3.

Kohlensäurepressiorren.

Kohlensäurepressionen müssen mit einem sogenannten Reduzierventil
versehen sein, welches unmittelbar an dem Kohlensäurezylinder sitzt und das
ausströmende Gas aus einem geeigneten bestimmten und gleichbleibenden
Druck zu reduzieren gestattet.

Bei Einrichtungen derartiger Bierpressionen ist behufs richtiger und
gefahrloser (explosionssicherer) Aufstellung und Handhabung der amtlich be-
stellte Sachverständige zuzuziehen, welcher auch das zu gestattende Maximum
des Druckes festzustellen und zu kontrollieren hat.

Bezüglich der Beschaffenheit und Reinhaltung der Röhrenleitungen gel-
ten auch bei Kohlensäurepressionen die unter § 5 angeführten Bestimmungen.

8 4.

Pressionen mit Luft als Druckmittel.

Die Einrichtung must folgenden Bestimmungen entsprechen:

1. L u f t z u f ü h r u n g:

Die als Druckmittel benutzte Luft ist entweder einem vor Staub und
schädlichen Ausdünstungen geschützten Ort im Freien zu entnehmen oder
aber, wenn der Luftkessel im Keller aufgestellt ist, und die Luft dort benutzt
werden mutz, vor dem Eintritt in den Apparat mittelst einer einfachen Fil-
triervorrichtung zu reinigen. Zum Filtrieren ist am äutzeren Ende in der
Luftzuleitungsröhre eine nach unten gebogene trichterartige Erweiterung an-
zubringen, welche mit einem Sieb versehen und mit Watte lose gefüllt ist.
Die Watte ist mindestens alle 14 Tage zu erneuern.

2. Luftkessel:

Derselbe mutz möglichst frei und zugänglich aufgestellt werden. Zum
Zwecke der Reinigung mutz entweder eine dicht schließende Putztüre oder ein
abschraubbarer Deckel, bei grötzeren Kesseln ein Mannloch vorhanden sein. An
der tiefsten Stelle des Luftkessels ist ein Ablatzhahnen anzubringen. Wo
die Luftverdichtung durch eine Kompressionspumpe geschieht, ist zur Ver-
hütung von Verunreinigungen durch die Oelungen der Pumpe zwischen
letzterer und dem Kessel ein Oelsauger einzuschalten.

Neue Luftkessel müssen:

a) mit einem Fabrikschild versehen sein, aus dcm die Herkuuft, da§
Jahr der Anfertigung und die Höhe des zulässigen Betriebsdruckes
zu entnehmen ist;

b) mit zwei Manometern ausgerüstet sein, von denen das eine sich am
Schanktisch befindet. Auf den Manometern ist durch eine Marke
der höchst zulässige Betriebsdruck anzugeben;

c) vor ihrer Jnbetricbnahme einer Wasserdruckprobe durch den amtlich
bestellten Sachverständigen auf den doppelten Betriebsdruck unter-
worfen werden.

3. Bierleitung:

Dieselbe hat den kürzesten Weg vom Bierfaß zum Zapfhahn einzuhalten
uud mutz überall der Besichtigung und Neinigung zugänglich sein.

Dic dauernd oder vorübergehend vom Bier durch-
flossenen Röhren müssen aus reinem Zinn hergestellt sein, welches
entsprechend i; 1 Absatz 3 des Reichsgesetzes vom 25. Juni 1887 betr. den
Verkehr mit Blei und zinkhaltigen Gegcnständcn höchstens ein Prozent Blei
enthalten darf. Die lichte Weite dieser Röhren darf nicht unter 1 Zentimeter
betragen. Zur Verbindung getrennter Rührenteile dürscn nur starke und
— Vergl. ^ 2 obengen. Reichsges. - bleifreie K a u t s ch u k s ch l ä u ch e
verwendet werden. An den mit Bier in Berührung kommenden Teilen der
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