Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

Seite: A68
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§ 13.

Der Preis für das durch Gasmesser verbrauchte Gas wird von der Ge-
meindebehröde festgesetzt. Derselbe beträgt zur Zeit:

a) für Leuchtgas 20 Pfg. für 1 Kubikmeter,

b) für Gas, welches mittels besonderer Leitung und unter Kontrolle
eines besonderen Gasmessers (Heizgasmesser) für andere als Be-
leuchtungszwecke verwendet wird, 12 Pfg. für 1 Kubikmeter,

c) für Gas, welches zum Betriebe solcher Gaskraftmaschinen, die zur Er-
zeugung elektrischen Lichtes dienen, verwsndet wird, 16 Pfg. für
1 Kubikmeter.

8 14.

Der Anschlutz einer Leuchtgasflamme an die in der Küche befindliche
Kochgasleitung ist gestattet.

§ 15.

Alle Apparate, Maschinen usw., welche Gas zum Betriebe bedürsen, und
dasselbe dem Gasbetriebsrohe intermittierend entnehmen, müfsen mit Vor-
richtungen versehen sein, welche die stotzartige Rückwirkung Les Gasstromes
nicht über den zugehörigen Gasmesser hinaus gelangen lassen. Es gilt -ies
namentlich in Bezug auf den Betrieb von Gaskraftmaschinen, bei denen
zwischen Gasmesser und Motor solche Ausgleichungs-Apparate (Druckregler
und Gummibeutel) angebracht werden müssen.

Stellt sich beim Betriebe von dergleichen Apparaten und Maschinen
heraus, datz die vorerwähnten Ausgleichungsapparate fehlen oder nicht ge-
nügen, fo ist deren Besitzer verpflichtet, für gründliche Abhilfe zu sorgen,
widrigenfalls das Gaswerk nicht verbunden ist, ihm fernerhin BetriebsgaZ
zu liefern.

8 16-

Aus den Leitungen, welche durch Heizgasmesser gespeist werden, darf
nur Gas zum Heizen, Kochen oder zum Betriebe von Gaskraft-Maschinen
entnommen werden.

Die Benützung des durch jenen Gasmesser gegangenen Gases zu andern,
als den angegebenen — namentlich zu Zwecken der Beleuchtung — zieht autzer
der gesetzlichen Strafe wegen Gasdefraudation und Schadenersatzklage die
sofortige Absperrung der betreffenden Leitung nach sich.

8 17-

Der Gaskonsument macht sich ferner ausdrücklich verbindlich, jede Ver-
änderung an einer Gasleitung sofort nach deren Vollendung bei der Direktion
der städt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke schriftlich anzumelden. Ge-
schieht dies nicht, so verwirkt der betr. Konsument eine nach Lage des ein-
zelnen Falles zu bestimmende Konventionalstrafe bis zum Betrage von
15 Mark.

8 18-

Am Ende eines jeden Monats werden von den Beamten des Gaswerks
die Stände der Gasmesser aufgenommen und auf Grund dieser der Gas-
verbrauch seit der letzten Rechnung ermittelt; die den Abonnenten hierüber
zugestellte Quittung ist beim Vorzeigen derselben sofort zu bezahlen.

Rechnungen über Gasinstallationsarbeiten oder sonstige Lieferungen von
Einrichtungsgegenständen usw. werden gleichfalls monatlich gestellt und
werden Veträge unter 10 Mark sofort gegen baar erhoben, während grötzere
Forderungen längstens innerhalb vier Wochen, vom Tage der Zustellung der
Rechnung an gerechnet, zu berichtigen sind.
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