Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

Seite: A104
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Das Llneinaniderbinden des Geflügels, sowie Las Tragen -esselben an
-en Füßen ist verboten.

8 62. H u n d e.

Bezüglich des Aufenthalts und der Verwendung von Hunden auf den
öffentlichen Straßen und Plätzen gelten die Vorschriften in den §§ 58, 74 Z.
2, 78, 89 und 103 P.-St.-G.-B., § 3 der Verordnung vom 22. Oktober 1864,
die Verhütung von Tierquälereien betr., der Verordnungen vom 11. Mai
1876, Maßregeln gegen die Hundswut Letr., der ortspolizeilichen Borschrift
vom 1. Juli 1874, fowie der §§ 22 und 51 dieser Vorschrift.

Es ift verboten, Hunde in den Anlagen hiesiger Stadt umherlaufen zu
laffen.

V. Borschriften znr Erhaltung der Reinlichkeit auf den öffentlichen Stratzen.

§ 63. Verunreinigung der Straßen.

Jede Verunreinigung der Straßen und Plätze, sowie jede Beschädigung
und Verunreinigung der an denfelben gelegenen Baulichkeiten, Denkmäler
und anderer öffentlicher Vorrichtungen ist verboten.

Als Verunreinigung wird insbesondere auch die Verrichtung der Not-
Lurft auf öffentlichen Stratzen und Plätzen angesehen.

Das Füttern der Pferde und sonstigen Zugtiere ist nur unter Anwen-
dung von Futtersäcken und Futterkästen gestattet.

§ 64. Transport von Fleisch.

Die Einfuhr von Fleisch in die Stadt darf nur auf reinlich gehaltenen
Karren oder Wagen geschehen. Das Fleisch muß mit reinen, frischen Tü-
chern ganz bedeckt werden. Auch die Fleischmulden, in welchen Fleischwaren
über die Straße getragen werden, rnüssen stets mit frischen reinen Tüchern

8 65. Aussieden von Rohtalg.

Das Aussieden des Rohtalgs innerhalb der Stadt ist, soweit überhaupt
hierzu polizeiliche Genehmigung erteilt ist, nur in der Zeit vor morgenS
8 Uhr und nach abends 10 Uhr gestattet.

§66. TransportvonSchuttu. s. w.

Beim Transport, sowie beim Auf- und Abladen von Staub gebenden
Materialien ist so zu verfahren, daß die Staubentwickelung eine möglichst ge-
ringe ist.

Zur Abfuhr von Dünger und anderen Abfallstoffen, Kohlen, Asche, Sand,
Kalk, Bauschutt, Bausteinen uftv. sind nur dichte Wagen und Behälter zu ver-
wenden; die Ladung darf in ihrer ganzen Ausdehnung nicht über den oberen
Rand der Wagen hervorragen, damit nicht die Straße durch herabfallende
Teile derselben verunreinigt wird.

Die Abfuhr von Pfuhl und flüfsigem Dunggrubeninhalt dars nur in
Fäffern oder in gedeckten und wasserdichten Kastenwagen erfolgen.

Zur Abfuhr von Abtrittinhalt dürfen nur wasserdichte Fässer verwendet
werden, welche durch Trichteröffnungen, die in der Mitte ihrer Tiefe mit wohl
eingefügten Trichterdeckeln 'verschließbar sind, zu füllen und durch gut in die
Jaßböden und die Gurgeln eingepaßte, durch Schließen befestigte Türchen
zu entleeren sind.

Weder Abtritt- noch Dunggrubeninhalt darf auf die Straße geleert wer-
den; auch ist untersagt, die zur Abfuhr dienenden Wagen, seien dieselben ge-
füllt oder geleert, auf öffentlichen Straßen oder Plätzen Ler Stadt und -eren
nächsten Umgebung längcre Zeit stehen zu lassen, als dies zum Zwecke der
Grubenentleerung unbedingt erforderlich ist.

Die zur Dungabfuhr dienenden Fässer und Wagen sind in deutlicher und
haltbarer Weise mit dem Namen des Eigentümers zu versehen.

' 8 67. Abfuhr des G r ube n i nha l t s*).

i Verkehr mit Kloaken- und Grubeninhalt innerhalb der Stadt,

oie .neinrgung von KIo<rken und Abtritten und die sogleich vorzunehmende

*) Gilt nur sür den Teil der srüheren Gemeinde Handschuhshsim südlich deS KapellemvegS
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