Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

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.-K^ll. Aneingn >derhängen von WAgen. Beim Fahren dür-
fen me rnehr als zwer Wagen arveinanderge'hantzt sein.

Das ZusamMenhangen vo-n Atvei Wagen ist nur gestattet, wenn der hin-
Lere Wagen nicht stärker beladen, nicht grötzer und nicht stärker ist als der
vordere Wagen, und wenn autzerdem durch eine feste VerLindung beider
Wagen (insbefondere durch Unterschiebung der hinteren Deichsel unter Len
vorderen Wagen) für eine sichere Steuerung des hinteren Wagens gesovgt ist.

Duvch die zuständige Behörde kann für öffentliche Weae oder Strecken
-sriseWen, bei denen das Fahren mit zusammengeihängteu Wagen wegen der
Grötze des Gefälls, der Schärse der Krümmungen oder der Schmalheit der
Fahvbahn die Verkehrssicherheit gesährdet, das Zusammenhängen von Wa-
gen ganz untersagt oder auf das Anhängen unbeladener Wagen, von Bei-
Wägelchen oder in sonstiger Weise beschränkt werden.

8 12. Langholztransport. Fuhrwerke, welche zum Transport
von Langholz auf öffentlichen Wegen Lenützt werden, sind derart einzurich-
ten und zu leiten, datz Gefährdungen der Verkehrssicherheit vermieden wer-
den.

Für öffentliche Wege oder Strecken derselben, welche wegen der Grötzr
des Gefälls, der Schärfe und Zahl der Krümmungen oder der Schmalheit
der Fahrbahn ibesondere Schwierigkeiten für den Langholztransport bieten,
kann durch die zuständige Be-Hörde vorgeschrieben werden, datz beim Langhol-z-
tvansport der Vorderwagen mit einem drehbaren Schemel, der Hinterwagen
mit einer Vorrichtung zum Leiten (Schwicke) versehen sein und dem Wagen
das zur Leitnng nnd Wedienung erforderliche Personal (zwei erwachsene
Personen) beigegeben sein mutz.

§ 13. Beleuchtung üer während der Dunkelheit fah- ^
renden Fuhrwerke. Fuhrwerke, welche nach eingetretener Dunkelheit 2t.m.»r
auf öffentlichen Wegen fahren, müssen mit einer helleuchtenden Laterne ber- und
versehen sein, wobei die Führung rot- oder grüngeblendeter Laternen unter-^
sagt ist.

§14. Wegegnungvon Fuhrwerken im Allgemeinen.
Kommen zwei Fuhrwerke auf öffentlichen Wegen einander entgegen, so söllen
sie sich nach rechts ausreichen.

Findet jedoch die Begegnung auf steilen Wegen längs eines AbhangeS
statt, so soll mit dem bergauf sahrenden Fuhrwerk gegen den Abhang ausge-
wichen wevden.

§ 15. Begegnung von Fuhrwerken auf engen Wegen.

Jst wegen der Enge oder sonstiger Beschaffenheit des Weges das Ausweichen
nicht möglich, so hat derjenige, welcher das ihm entgegenkonMenide Fuhrwerk
zuerst bemerken kann, an einer zum Vorbeilassen paffenden Stelle so lange
zu halten, bis das andere Fuhrwerk vorbeigesahren ist.

Auf solchen Wegen jollen die Fu'hrleute durch Zuruf, Knallen mit der
Peitsche, die Postillone mit dem Horn, Zeichen geben.

§ 16. Verhalten von Fuhrwerken bei Unmöglichkeit
des Vorbeifahrens. Tresfen zwei Fuhrwerke an einer Stelle zusam-
rnen, wo auch kein Vorbeilaffen möglich ist, so mutz dasjenige zurückfahren,
für welches dies nach den Umstänben, insbesondere nach der Entfernung der
nächstcn Ausweichestelle, nach Beschaffenheit, Gefäll und Richtung des WegeS
und nach der Ladnng mit den wenigsten Schwierigkeiten verbunden ist.

§ 17. Begegnungvon Reitern und Herden mit Fuhr-
werke n. Reiter nnd Herden haben jedem ihnen begegnenden Führwerke
«usznweichen. Bei engcn Wegen soll das Fuhrwerk denselben, um ihnen.
das sichere Vorbeikommen zn ermöglichen, soviel als tunlich Raum laffen,
auch nütigenfalls, namentlich bei Begcgnnng mit Herden, Schritt fahren
oder anhalten. Treffen Reiter oder Herden mit Fuhrwerken auf Wegen zu^-
samri^^ wo kein Ausweichen oder Vorbeilaffen möglich ist, so müffen die
rrsteren ninkehren.
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