Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

Seite: A131
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1906/0623
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
131

An Sonn- und Feiertngen dürfen die Verknufsbuden nicht vor 11 Uhr
und die Schaubuden nicht vor 3 Uhr mittags geöffnet werden.

Vor Beginn oder nach Schluß der Messe auf den Metzplätzen zu verkaufen
ist verboten.

§ 2. Auf den Messen dürfen, autzer den zum Wochenmarktverkehr zuge»
lassenen Waren, Verbrauchsgegenstände und Fabrikate aller Art feilgeboten
werden. Ausgeschlossen vom Metzverkehr sind die in § 56 der Gewerbe-Ord-
nung aufgeführten Waren.

§ 3. Als Metzplätze sind bestimmt:

1. der Karlsplatz,

2. der Kornmarkt,

3. der Jubiläumsplatz*) und

4. der Marktplatz, foweit solcher nicht für den Wochenmarkt erfor-
derlich ist.

8 4. Geschäftsleute, welche die hiesige Messe besuchen, haben sich wegen
Zuteilung der erforderlichen Plätze, 'Buden oder Stände an die Metzkom-
mission oder deren Beauftragte zu wenden.

Die Besitzer von Schaubuden und anderen wandergewerbescheinpflich-
tigen Gewerbebetrieben haben vor deren Aufstellung die bezirksamtliche Er-
laübnis hierzu einzuholen und die von der Polizeibehörde bezüglich der
öffentlichen Schau- ünd Vorstellungen getroffenen AnKbnungen bei Vermei-
dung der Entziehung der Produktionserlaubnis genau zu befolgen.

Perfonen, welche mit einer abschreckenden Krankheit oder mit Krüppel-
haftigkeit behaftet sind, werden zum Feilbieten von Waren, fowie zurn Mit-
wirken bei musikalischen Aufführungen und Schaustellungen nicht zugelaffen;
ebenso sind alle herumziehenden Musikbanden, Drehorgelspieler, Dudelsack-
pfeifer u. dergl. von der Messe ausgeschlossen.

8 5. Die Anweisung der Verkaufsplätze hat unter moglichster Rücksicht-
nahme auf die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs zu geschehen. Die Geh-
wege müssen freigehalten werden, Haus- und Ladeneingänge dürfen nicht
versperrt, Hydranten nicht unzugänglich gemacht werden.

Die Waren dürfen nur so ausgelegt und ausgehändigt werden, datz da-
durch die Aussicht auf die nächstgelegenen Buden nicht genommen und der
Verkehr nicht gehemmt wird. Es ist verboten, Buden und Stände autzerhalb
der angewiesenen Plätze und der bezeichneten Grenzlinie aufzustellen.

8 6. Die Buden werden den Mietern durch das städtische Hochbauamt
übergeben und erhält jeder Mieter einen Schlüssel zu der von ihm gemiete-
ten Bude, für welche er verantwortlich ist, beim Verlassen der Bude ist die-
selbe gut zu verschlietzen und der Schlüssel an das Hochbauamt oder deffen
Beauftragten zurückzugeben. Eigenmächtige Veränderungen an den Buden
sind nicht erlaubt. Es können solche nur mit Genehmigung der Metzkommis-
sion durch das Hochbauamt vorgenommen werden. Die Kosten für die Ab-
änderung und für die Wiederherstellung hat der Mietec zu tragen.

8 7. Jeder Verkaufsstand, Bude oder Platz mutz mit einem deutlich
lesbaren Aushängschild versehen sein, welches den vollen bürgerlichen Vor-
und Zunamen oder die Firma, sowie den Wohnungsort des Jnhabers
angibt.

8 8. Der Gebrauch von Kohlenpfannen und von offenem Licht, sowie
das Kochcn mit Spiritus in den Buden ist untersagt. Buden mit Feuerungs-
einrichtung dürfen nicht unmittelbar an andere anschlietzen; dieselben müs-
sen einen feuersicheren Herd haben und dessen nächste Umgebung mutz mil
Blech beschlagen sein.

8 9. Es ist verboten in den Verkaufsbuden zu übernachten. Sämtliche
Duden sind späteftens um 9b-2 Uhr abends zu schlietzen.

8 10. Fuhrwerke jeder Art, insbesondere auch Handwagen und Kinder-
ivagen, sowie Reiter. Führer von Pferde- und Viehtransporten, sind während
der Dauer dec Messe von den Metzplätzen ausgeschloffen.

*) Jetzt Schaubudm-Meßplatz an der Bergheimer Straße.
loading ...