Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

Seite: A173
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1906/0665
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
173

4. Die un-cchHhänMg von GeLäudegrunidmauern aufzuführenden Um-
fnssuntzswände der Aüorttzruben sind in Bruchstein mindestens 45 Zentimeter
oder in Backstein mindestens 38 Zentimeter (l^ Stein) stark mit Zement
oder hydremlrfchem Mörtel zu mauern. Autzerdem sind die Gruüenwnndun-
gen im Jnnern miit einer mindestens 12 Zentimeter (^ Stein) starken in
Zementmörtel gemnuerten Backsteinwnnd zu verkleiden.

Zwischen beiden Wanduntzen mutz ein Raum von mindestens 3 Zenti-
meter freigelassen werden, welcher mit Zement auszugietzen ist.

5. Der Grubenboden ist mindeftens 15 Zentimeter dick zu betonieren und
hierauf ein Backstein- oder Hausteinplattenboden in Zement zu legen.

Unmittelbar unter der Entleerungsöffnung der Grube ist eine Saugver-
tiefuntz im Grubenboden anzulegen, in deren Richtuntz letzterem von allen
Seiten Gefälle zu geben ist.

6. Die Gruben sind zu überwölben. Jm Gewölbe ist eine Einsteig- und
Entleeruntzsöffnung freizulassen, welche mit einer in Falz liegenden Gutz-
eisen- oder Steinplatte ohne Oeffnung möglichst luftdicht abzudecken ist.

Wo es nach Lage der örtlichen Verhältnisse unbedenklich erscheint, kann
ausnahmsweife mit besonderer Erlaubnis der Baupolizeibehörde statt der
Uebervölbung eine Abdeckung der Grube mit dicht gefügten und in eine ge-
fälzte Rahme eingepatzten starken Dielen von Eichen- oder Forlenholz zuge-
lassen werden.

7. Sämtliche Jnnenseiten der Abortgruben einfchlietzlich Backsteinboden
und Gewölbe sind mit einem mindestens 2 Zentimeter dicken wasserdichten
Zementverputz zu versehen, bei neuherzustellenden Gruben jedoch erst, wenn
die baupolizeiliche Revision der unter Ziffer 3 und 4 vorgeschriebenen Her-
stellungen ohne Beanstandung stattgefunden hat.

8. Bestehende Abortgruben, welche obigen Bestimmungen nicht ent-
sprechen, sind auf Anordnung der Baupolizeibehörde hiernach herzuftellen.

H. Dung- und Pfuhlgruben.

§ 86. Duntz- und Pfuhlgruben sind autzerhalb der Gebäude und abseitS
der Stratze anzulegen. Diefel'ben müssen von letzterer, sowie von Brunnen--
schachten, Brunnenstuben und Wasserleitungen mindeftens 5 Meter und von
der Nachbargrenze mindestens 3,50 Meter entfernt sein.

Auf die Herstellung der Pfuhlgruben sinden die Bestimmungen über
die Ausführung der Abcrrtgruben (Ziffer 3—7 des § 76) entsprechende An-
wendung.

III. Abfall- und Kehrichlgruben.

§ 87. Die Anlage und Benützung von Gruben für Haushaltungsabfälle
und dergleichen ist verboten.

Ebenso ist in denjenigen Stadtteilen, in welchen die städtische Kehricht-
abfuhr eingeführt ist, die Anlage und Benutzung von Gruben für Kehricht
unzulässig.

Dir Vornahme der Desinfektion nach ansteckenden Kranktzeiten.

Amtliche Anordnung vom 22. Februar 1904 auf Grund der W 87, 85 Ziff. 2

bad. P -St.-G.-B.

1. Bei allen in hiesiger Stadt vorkommenden Fällen von:

a) Diphtherie, Scharlach und Kroup (vergl. Verordnung des Grotzh.
Ministeriums des Jnuern vom 8. Dezember 1894, G.-- u. V.-O.-Bl.
S. 434, und 6. Mai 1897, G.- u. V.-O>Bl. S. 79),

b) Typhus (vergl. Verordnnng des Grotzh. Ministeriums des Jnnern
vom 18. Novembcr 1893, G.- u. V.-O.-Bl. S. 151),

e) Tuberkulose und zwar sowohl bei Todesfällen als auch bei Er-
krankungen nnt Wohnungswechfel (vergl. Vcrordnung des Grotzh.
Ministeriurns des Jnnern vom 30. Januar 1902, G.- u. V.-O.-Bl.

vorzunehmen.

Desinfektion
loading ...