Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

Seite: A203
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8. Jn Was servers orgun >gs <rnstHlten wivd die Beschästigung
von Arbeitern an allen Sonn- urrd Festtagen mit ArLeitern gestattet, welche
für den Betrieb unerlätzlich sind.

Wenn die Sonntagsarbeiten in derartigen Anstalten mit blotzem Tages-
betrieb länger als drei Stunden dauern, so sind die ArLeiter entweder an
jedem Lritten Sonntag für Volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonn-
tage mindestens in der Zeit von 6 Uhr morgens dis 6 Uhr abends oder in
jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages und zwar späte-
stens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit freizulassen.

Autzerdem' ist den Arbeitern, wenn dieselben durch die Sonntagsarbeiten
am Besuch des Gottesdienstes behindert tverden, an jedem dritten Sonntag
die zum Besuche des Gottesdienstes erforderliche Zeit srei zu geben.

Bei ununterbrochenem Betriebe hat die den Arbeitern zu gewährende
Ruhe mindestens zu dauern, entweder für jeden zweiten Sonntag 24 Stun-
den oder für jeden dritten Sonntag 36 Stunden, oder, sofern an den übrigen
Sonntagen die Arbeitsschichten nicht länger als 12 Stunden dauern, für je-
den vierten Sonntag 36 Stunden. Ablösungsmannschasten dürfen je 12
Stunden vor und nach ihrer regelmätzigen Beschästigung zur Arbeit nicht
verwendet werden. Die den Ablösungsmannschaften zu gewährende Ruhe mutz
das Mindestrnatz der den abgelösten Arbeitern ge'währten Ruhe erreichen.

9. Jn Ggsgnstalten ist die Beschäftigung von Avbeitern an allen
Sonn- und Festtagen mit Arbeiten gestattet, welche sür den Betrieb uner-
lätzlich sind.

Die -en Arbeitern zu gewährende Ruhe hat mindestens zu dauern, ent-
weder für jeden zweiten Sonntag 24 Stunden oder für jeden oritten Sonntag
36 Stunden oder, sofern an den übrigen Sonntagen die Arbeitsschichten nicht
länger als 12 Stunden dauern, für jeden vierten Sormtag 36 Stunden.

Mlösungsmannschasten düvfen je 12 Stunden vor und nach ihrer regel-
mätzigen Beschästigung zur Arbeit nicht verwendet werden. Die den Ab-
lösungsmannschasten zu gewährende Ruhe muß das Mindestmatz der den ab-
gelösten Avbeitern gewährten Ruhe erreichen.

10. Für die Bekleidungs- und Reinigungsgewer-be wird:
die Beschäftigung von Arbeitern behuss Mlieferung der Erzeugnisse im
handwerksmätzigen Betriebe an allen Sonn- und Festtagen bis ^4 Stunde
vor Beginn des vormittägigen Hauptgottesdienstes gestattet.

11. Jn Bierbrauereien, Eissabriken und Molkereien
wird die Versorgung der Kundschast mit Bier, Roheis und Molkereiprodukten
an Sonn- und Festtagen während der für den Handel freigegebenen Stunden
gestattet.

12. Jn M i n e ra l wa s s e r f a b r i ke n wird wahrend der wärmeren
Iahreszeit die Veschäftigung von ArbeiLern während der Stunden von 6—9
Uhr vormittags mit solchen Arbeiten zugelassen, welche zur Versorgung der
Kundschast erforderlich sind.

v. Ausnahmen sür Betriebe mit unregelmäßiger Wasserkraft.

Aus Grund des 8 105 e Abs. 1 Gewerbcordnung hat der Bezirksrat die
Beschäftigung von Arbeitern mit Arbeiten, welche sür den Betrieb unerlätzlich
sind, soweit nicht gemätz § 105 e Abs. 2 G.-O. für einzelne Betriebe im Hin-
blick auf die bei den vorliegenden besonderen Verhältnissen weitergehende
r'iusnahmen zugelassen iverden, gestattet:

u) Jn G e t r e i de m ü h le n an höchstens 26 Sonntagen im Jahre;
d) in den sonstigenansschlietzlichoder vorwiegend mit
unregelmätziger Wasserkraft arbeitenden Be-
trieben an höchstens 12 Sonntagen im Jahre.

Wenn die Sonntagsarbeiten länger als drei Stunden dauern, so sind
d'.e Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag volle 36 Stunden oder an
><dein zweiten Sonntag mindestens in dew Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr
ab<'uds oder in jeder Woclx' während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages,
und zwar spätestens von 1 Uhr nachmittags ab, von jeder Arbeit freizulassen.
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