Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1906 — Heidelberg, 1906

Seite: A241
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vovaus, an die Orts-Krankenkasse zu den dnrch Statut festgesetzten Zah-
lunysterminen einzuzahlen. D«s Eintrittsgeld ist mit dem ersten fälligen
Beitrag einzuzahlerl. Die Beiträge sin -d so lange forLzuZah -
len, bis die vorschriftsmätzigeAbmeldung (§ 49) erfolgt
i st, und für den betreffenden Zeitteil zurückzuerstatten, wenn die rechtzeitig
abgemeldete Person innerhalb der Zahlungsperiode aus der bisherigen Be-
schäftigung ausscheidet.

Wenn der Versicherte gleichzeitig in me'hreren die Versicherungspflicht
begründenden Arbeitsverhältnissen steht, so haften die sämtlichen Arbeitgeber
als Gesamtschuldner für die vollen Beiträge und Eintrittsgelder.

§ 53. Die Versicherten sind verpflichtet, die Eintrittsgelder und Bei-
träge, letztere nach Abzug des auf den Arbeitgelber entfallenden DrittelS
(§ 51), dei den Lohnzahlungen sich einbehalten zu lassen. Die Arbeitgeber
dürfen nur auf diesem Wege den auf die Versicherten entfallenden Betrag
wieder einziehen. Die Abzüge für Beiträge sind auf die Lohnzahlungsperio-
den, auf welche sie entfallen, gleichmätzig zu verteilen. Diese Terlbetrage
dürfen, ohne datz dadurch Mehrbelastungen der Versicherten herbeigeführt
werden, auf volle zehn Pfennig abgerundet werden. 'Sind Abzüge sür eine
Lohnzahlungsperiode unterblieben, so dürfen sie nur noch dei der Lohnzahlung
für die nächstfolgende Lohnzahlungsperiode nachgeholt wevden.

§ 54 3. Jm> Falle der Erwerbsunfähigkeit werden für die Dauer Ler
Kranlkenunterstützung Beiträge nicht entrichtet. Die Mitgliedschaft dauert
während des Bezuges von Kranrenunterstützung fort.

§ 55. Der Anspruch auf Eintrittsgelder und Beiträge verjährt in einem
Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem er entstanden ist.

8 56. Die Unterstützungsansprüche auf Grund dieses Gesetzes verjähren
in zwei Jahren vom Tage ihrer Entstehung an.

Nach 8 80 des >Gesetzes ist den Arbeitgebern untersagt, die Anwendung
der Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes zum Nachteil der Ver-
sicherten durch Verträge (Reglements oder besondere Uebereinkunft) auszu-
schlietzen und zu beschränken.

Arbeitgeber, welche den von ihnen beschäftigten, dem Krankenversiche-
rungszwang unterliegenden Personen bei der Lohnzahlung vorsätzlich höhere
als die nach 8 53 zulässigen Beträge in Anrechnung bringen oder dem Ver-
bote des 8 80 zuwiderhandeln, werden, sosern nicht nach andern Gesetzen eine
hartere Strafe eintritt, mit Geldstrafebiszu300 MarkLestraft.

4. A u f s i cht s be h Ü rde n.

a) Die Aufsicht über die Ortskrankenkasse steht dem Stadtrate
bezw. der Arbeiterversicherungskom-mission zu,

b) die über dieGemeindekrankenversicherung dem Grotzh.
Bezirksamt. Deren Berwaltung 'besorgt die Gemeinde (Stadtrat, Gemeindc-
krankenversicherungskasse).

5. Verwaltungder Ortskrankenkasse.

D i e n«st r au m: BieneU'stratze 8 zU cbcner Eüde link-s.

G e s ch äf t sst u nd e n: vormittags 9—1 und uachmittags 3—5 Uhr.

Vorsta ndder Kasse: I. Vovsitzcnder: Martin BurckhaM, II. Bvr-
sitzentder: Karl 'Schnei'der.

Autzerdem die Herren: R. Tieffenibacher, Heinr. Dörr, Ludwig Ziegler,
Georg Daub, August Grotz, Adam Schmitt, Gcorg Walter, Kävl Räusch,
Adam Schubach, Georg Schmndbergcr.

Als Kassenärzte sind tätig für dic Städt Heidclberg mit
Schlierbach, Neuenheiin und Haudschuhsheim: Die Vorstände und Assistenten
der akädcMischen Krankenanstälten, iusbesondere der Grotz'h. Politlinik (ein
Direktor, ein Otx'rarzt und scchs Assistenten).

S p r e ch st u u d e u> i m a k a d e m. Krankenh a u s: vormittags
9—10k4 Uhr, an Sonn- und Feiertägen von 9—10 Uhr. Autzerdem:
Ziegelgafse Nr. 26 nachm'itrag-s Hlr3—144 Uhr, S-onn- und Feiertags

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