Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1907 — Heidelberg, 1907

Seite: 450
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§ 7. Das Abfuhrpersonal ist verpflichtet, in jedem Hause die Gefäße,
welche obigen Bestimmungen entsprechen, aus der unmittelbar an der Straße
gelegenen, ofsenen Haus-, Hof- oder Gartenflur (eventuell aus dem un-
mittelbar hinter dem Vorderhaus gelegenen Hofraum) zu holen, sie zu ent-
leeren und sodann wieder an diese Stellen zurückzutragen.

Z 8. Ausgeschlossen von der unentgeltlichen Zlbsuhr sind die gewerb-
lichen Abfülle der Klein- und Großinduftrie und zwar sowohl Feuerungs-
rückstünde, als Materialabfälle sowie Bauschutt.

§ 9. Das Einwerfen von Stratzenkehricht oder Haushaltungsabfällen
in die Abortgruben und Abtritttonnen ift strenge verboten.

§ 10. Wegen der Mfuhr des Schnees wird jeweils seitens der städtischen
Abfuhranstalt von Fall zu Fall das Nötige vorgekehrt werden. Das Auf-
hauen und Sammeln des Schnees und Eises bleibt Sache der Hauseigen-
tümer.

§ 11. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrift werden gemäß § 87 rr
des P.-St.-G.-W., 8 9 Ziff. 4 V.-O. vom 27. Juni 1874, die Sicherung der
öffentlichen Neinlichkeit und Gesundheit betr. und 306 Ziff. 10 des N.-St.-
G.-B. mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft Lis zu 14 Tagen 'bestraft.

§ 12. Diese Vorschrift tritt mit dem 1. Januar 1889 in 'Krast. Durch
diefelbe werden die dem Unternehmer der Pferdebahn vertragsmätzig bezw.
durch die ortspolizeiliche Vorschrift vom 27. April 1885 auserlegten Ver-
pflichtungen in Bezug auf die Neinigung des Bahnkörpers und der Halte-
plätze, sowie hinsichtlich der Abfuhr von Kehricht, Schlamm, Schnee und Eis
in keiner Weise berührt.

Dte Reinhaltung dor Schlammfammleri.

OrtSpolizeiliche Vorschrift vom 2. September 1876 auf Grund des 8 87a P.-St.-
G.-B., § 9 Ziff. 1 und 2 der V.-O. vom 27. Juni 1874, 8 366 Ziff. 10 R.-St.-G.-B.

8 1. Das Ablagern von Stratzenkehricht, Unrat, Staub, Schutt und Ab-
fallen jeder Art in die städtischen Kanaleinläufe und Schlammsammler ist
untersagt.

8 2. Uebertretungen werden an Geld bis zu 60 Mark oder mit Haft bis
zu 14 Tagen bestraft.

Velästigung durch Rauch, Rust nnd üble Nusdünflungen.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 14. November 1890 auf Grund des 8 366"

R.-St.-G.-B.

8 1. Die Besitzer gewerblicher Anlagen, die bei ihrem Geschäftsbetriebe
nach sachverständiger Feststellung durch starken Rauch, Dampf oder üble
Gerüche die Luft in einer die Gesundheit gefährdenden oder in erheblichem
Grade belästigenden Weise verunreinigen, sind gehalten, auf Anfordern der
Polizeibehörde diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Beseitigung
dieser Verunreinigungen als dienlich erscheinen, und sind strafbar, wenn sie
den hierauf bezüglichen Anordnungen der Potizeibehörde nicht oder nichk
vl.llständig innerhalb der bestimmten Frist nachkommen.

8 2. Zuwiderhandlungen werden gemäs; 8 366" R.-St.-G.-B. an Geld
bis zu 60 Mk., eventuell mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Das Vaden im Neckar.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 1. Mai 1890, Fassung vom 10. Oktober 1892 auf
Grund der tztz 92,108 Ziffer 5 P.-Str.-G.-B.

AuSzug (s. Mitsch, Orts- und Bezirkspolizeiliche Vorschriften S. 41, Verlag

von I. Hörning).

Baden im osfenen Neckar.

8^1- Das Baden im offeneu Neckar lÜugs der Stadt Heidelberg und des
Orts ^chlierbach mit oder ohue Begleituug eiues Fahrzeuges ist nur inner-
halb der durch Pfähle abgegreuzteu Badeplätx uud uuter den durch die
Warnuugstafein ststgestellteu Beschrünkuugen gestattet.
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