Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1907 — Heidelberg, 1907

Seite: 477
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§ 3. Auf dem Buvg-Weg durf nicht gefahren werden, dagegen ist daS
Reiten auf Eseln oder Pferden bis dahin, wo der Weg nach der Karlsschanze
und nach dem Friesenbevg sich teilt, geftattet.

Die leergehenden Tiere sind in langsamem Schritt zu führen.

Die von den Tieren herrührenden Verunreinigungen des Weges müssen
sogleich beseitigt werden.

Z 4. Hunde sind im ganzen Schlotzpark an kurzer Leine zu führen.

§ 5. Bezüglich der Polizeistunde in der Schlotzrestauration, sowie be-
züglich des Mitnehmens von Hunden in diese Wirtschaft gelten die allge-
meinen polizeilichen Vorschriften.

§ 6. Wer den Bestimmungen der 88 1,3 und 4 zuwiderhandelt, hat nach
Maßgabe des 8 366 Ziff. 10 des R.-St.-G.-iB. Geldstrafe bis zu 60 Mark
oder Haft bis zu 14 Tagen zu gewärtigen.

Zuwiderhandlungen gegen den 8 2 Ziff. 1 zieben gemätz 8 144 und
145 Ziff. 3 des P.-St.-G.-B. Geldftrafen bis zu 50 Mark oder Haft bis zu
8 Tagen, bezw. Geldstrafen bis zu 20 Mark nach sich.

Zuwiderhandlungen gegen 8 2 Ziff. 2 werden nach 8 129 des P.-St.-
G.-B. mit Geldftrafen bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen und
Zuwiderhandlungen gegen 8 2 Ziff. 3 nach 8 100 des P.-St.-G.-B. mit Geld-
strasen bis zu 10 Mark geahndet.

Der V^rkrhr nnl FahrräÄrrn

auf öffentlichen Wegen und Plätzen.

Verordnung Großh. Ministeriums des Jnnern vom 29. Oktober 1895 (Ges.- und
V.-Bl. S. 377-380) auf Grund deS § 366 Ziff. 2, 3 und 10 des R.-St.-G.-B.,
des § 108 Ziff. 5 P.-St.-G.-B. und des 8 26 des Verwaltungsgebührengesetzes.

8 1. Das Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit Fahrrädern jeder
Art ist nur gestattet, wenn 'das Fahrrad mit einer Nummernplatte nach nähe-
rer Vorschrift des 8 2 versehen ist. Von dieser Vorschrift sind ausgenommen:

1. Militärpersonen in Uniform, welche Fahrräder lediglich zu dienst-
lichen Zwecken benützen. sowie Beamte, sofern fie beim Gebrauch des
Fahrrades eine Amtskleidung oder ejn Ämtszeichen tragen,

2. nicht im Grotzherzogtum wohnhafte Radfahrer, welche sich vorüber-
gehend, ü. h. nicht länger als eine Woche, im Lande aufhalten.

8 2. Jeder zur Führung einer Nummer verpflichtete Radfahrer hat
beim Bezirksamt seines Wohnorts oder, wenn er keinen Wohnsitz in Baden
hat, beim Bezirksamt feines Aufenthaltsorts die Erteilung einer Nummer
zu beantragen.

Für Kinder unter 14 Jahren ist der Antrag auf Erteilung einer Num-
mer durch den Vater oder Vormund zu stellen.

Die Erteilung der Nummer erfolgt durch Ausstellung einer auf den Na-
men des Radfahrers lautenden Urkunde (Radfahrerkarte), in welcher die
Nummer mit der Bezeichnung des Amtsbezirks eingetragen und diefe Ver-
ordnung abgedruckt ift.

Die Radfahrerkarte berechtigt zur dauernden Benützung eines mit der
darin angegebenen Nummer versehenen Fahrrads im Gebiete des Grotzher-
zogtums.

Für die Erteilung der Radfahrerkarte wird eine Taxe von 5 Mark*)
ohne Sportel erhoben.

Die Befchaffung der Nummernplatte ist dem Radfahrer überlassen.

Auf beiden Seiten dieser Nummernplatte mutz mit weitzer Farbe auf
schwarzem Grunde die in der Radfahrerkarte eingetragene Nummer in miu-
destens 5 Zentimeter hohen Ziffern und unter der Nummer die Bezeich-
nung des Amtsbezirks in mindestens 2 Zentüneter hohen Buchstaben ange-

*) Diese Taxe wurde durch Berordnung nom 18. März 1896 (Ges.- u. Verordg.-BI. L. 64) auf
1 Mark ennäßigl.
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