Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1907 — Heidelberg, 1907

Seite: 480
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bischen, mindestens 6 Zentimcter hohen Zisfern rot bezeichnet sein. Die
Nummer teilt das Bezirksamt zu.

Endlich ist in jeder Droschke an geeigneter, dem Fahrgast deutlich sicht-
barer Stelle ein auf Pappdeckel ausgezogener, mit der Droschkennummer
und dem Stempel des Bezirksamts versehener, stets sauber und lesbar zu
erhaltender Abdruck dieser Droschkenordnung nebst Tarif anzubringen.

Bon den Droschkenkutschern.

§ 8. Der Droschkenkutscher hat während des Dienstes >die vorgeschriebene
Dienstkleidung (§ 3 der Vorschrift) zu tragen, eine richtig gehende Taschen-
uhr und den ihm ausgestellten Fahrschein mit sich zu führen und diese Ge-
genstände den Polizeibediensteten auf Verlangen jederzeit vorzuzeigen.

Die Droschkenkutscher müssen stets nüchtern sein, jedermann hoflich und
anständig begegnen und sich genau an den Tarif halten. Auf Verlangen
müssen sie beim Ein- und Aussteigen ihre Uhr vorweisen. Es liegt ihnen
die Pflicht ob, nach jeder Fahrt den Wagen zu durchsuchen und etwa darin
zurückgebkiebene Gegenstände alsbald bei der Polizeibehörde abzuliefern.

^ 9. Den Droschkenkutschern ist untersagt:

1. die Lenkung 'der Pferde während des Dienstes einem Fahrgast oder
überhaupt einem Anderen zu überlassen;

2. gegen den Willen des Fahvgastes, welcher die Droschke zuerst angenom-
men hat, noch andere Personen mit auf den Wagen zu nehmen;

3. zu rauchen, während Fahrgäste in der Droschke sitzen;

4. Personen zu dem Zwecke anzusprechen, um dieselben zur Fahrt oder
zur Wahl eines Wagens zu bestimmen, oder in den Stratzen hin und her zü
fahren, um Bestellungen zu suchen;

5. Trinkgelder zu fordern, ^bsichtlich an unrichtige Orte zu fahren oder
unberechtigter Weife jemand die Fahrt zu verweigern;

6. aus den Halteplätzen in> den- Drofchken zu sitzen;

7. das Fuhrwerk ohne Aufsicht stehen zu lassen, namentlich dasselbe be--
hufs Besuchs von Wirtschaften zu verlassen.

Bon den Fahrgkisten.

§ 10. Die Fahrgäste dürfen Gegenstände, welche geeignet sind, das Jn-
nere des Wagens zu beschädigen oder zu verunreinigen, nicht in die Droschke
mitnehmen.

Handgepäck im Gewicht bis zu 10 Kilogramm darf der Fahrgast unent-
geltlich mit in die Droschke nehmen. Grötzere Gepäckstücke sind gegen Entrich-
tung einer Gebühr von 20 Pfg. per Stück auf dem Kutscherbock unterzu-
bringen.

Das Mitnehmen von Hunden in die Droschke ist den Fahrgästen nur
mit Zustimmung des Kutschers gestattet.

Fahrgäste, welche vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandeln oder sich
sonist ungehörig benehmen, können nach wiederholter fruchtloser Verwarnung
seitens des Kutschers zum Aussteigen genötigt werden und müssen, falls die
Fahrt schon begonnen war, gleichwohl die ganze Taxe für die vereinbarta
Fahrt bezahlen.

K 11. Mehr als vier Personen, wobei zlvei Kinder unter zehn Jahren
einer erwachsenen Person gleichgerechnet werden, ist der Kutscher nicht ver-
pflichtet, in den Wagen aufzunehmen. Hat cr dies demroch getan, so ist er
doch nicht berechtigt, mehr als das taxmätzige Fahrgeld für vier Personen
zu fordern.
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