Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1907 — Heidelberg, 1907

Seite: 488
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1907/0536
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
488

8 3.

Unterliegt die Zulassung zum Gewerbebetrieb hiernach keinem Anstand,
so wird dem Nachsuchenden von der Polizeibehörde ein auf den Namen lau-
tender Ausweis eingehändigt, der einer alljährlichen Erneuerung bedarf.

8 4.

Wer das in Z. 1. genannte Gewerbe in Person betreiben will, erhält
vom Bezirksamt eine Nummer angewiesen und hat einen damit versehenen
Metallschild auf der linken Seite der Brust offen zu tragen. Dieselbe Nummer
nebst der Bezeichnung Dienstmann ist nach näherer Vorschrift des Bezirksamts
an der Kopfbedeckung anzubringen.

8 5.

Das Tragen der vom Bezirksamte genehmigten besonderen Abzeichen
eines Dienstmannsinstituts ist allen Dienstmännern, welche ihm nicht ange-
hören, untersagt.

8 6.

Von jedem Dienstmann wird, wenn in seinem Gewerbeausweis nichts
anderes bemerkt ist und dieser von ihm nicht sofort bei der Bestellung unauf-
gefordert vorgewiesen wird, angenommen, daß er allen im bestehenden Tarif
bezeichneten Arten von Arbeiten und Diensten um die dort aufgeführten Ge-
bühren sich unterziehe. Er hat jeder hierauf bezüglichen Aufforderung als-
bald Folge zu leisten, wenn er nicht bereits anderweit bestellt ist, was er auf
Verlangen durch Vorzeigen eines darauf bezüglichen mit Datum und Stunde
versehenen Eintrags in seinem Notizbuch nachzuweisen hat.

8 7-

Jeder Dienstmann muß der Person, welche seine Dienste in Anspruch
nimmt, auf Verlangen eine auf seine Namenn und seine Nummer lautende
Karte aushändigen.

8 8.

Den Dienstmännern ist im allgemeinen die Wahl ihres Standorts frei-
gestellt, vorbehaltlich der Befugnis der Polizeibehörde, ihnen die zur Ver-
hütung von Kollisionen und Störungen erforderlichen Weisungen zu erteilen,
welchen sie unweigerlich zu folgen haben.

8 9.

Die Bestimmung der Zahl, des Orts und der Zeitdauer für die auf
öffentlichen Plätzen und Straßen zum Gebrauch bei Dienstleistungen auf-
zustellenden Wageil und Gerätschaften bleibt der Polizeibehörde vorbehalten.

8 10.

Jeder Dienstmann hat seinen Gewerbeausweis, sowie ein Exemplar
dieser Dienstmannsordnung und des Gebührentarifs stets bei sich zu führen
und auf Verlangen den Bestellern sowie dem Polizeipersonal vorzuzeigen.

8 11-

Die Bezahlung der Dienstleistungen erfo^gt aufGrund des bestehenden
Tarifs. Es ist fedem Dienstinann strengstens untersagt, höhere Anforderun«
gen an das Pnblikmn zu stellen.

8 12.

Trunkenheit, sowie grobes nnanständiges Benehmen gcgen das Publi--
kum haben sofortige Außerdienstsetzung bis zu 4 Wochen zur Folge.
loading ...