Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1907 — Heidelberg, 1907

Seite: 548
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Das Abschreiben der Kapitalrentensteuer außerhalb des Ab- und Zuschrei--
bens erfolgt nur bei solchen Rentensteuerpslichtigen, die autzerhalb des Grotz-
herzogtums verziehen, in welchem Falle die Rentensteuerpflicht mit dem
Ersten des Monats, in dem der Wegzug stattgefunden hat, erlischt.

Wesentliche Bestimmungen.

I. Jn Bezug auf die Grund- und Häusersteuer: Wer we-
gen Wechsels in der Person des Pflichtigen ab- und zugeschrieben haben will
oder aus einer anderen Ursache die Berichtigung oder den Strich seines
Grund- oder Häusersteuerkapitals verlangt, hat selbst oder durch einen Be-
vollmächtigten zu erscheinen, und sofern es sich um das Zuschreiben an eine
dritte Person handelt, diese letztere zum gleichzeitigen Erscheinen zu veran-
lassen. Alle Veränderungen, welche im Grundbuche eingetragen sind, werden
übrigens von Amtswegen ab- und zugeschrieben.

Bei Eigentumsveränderungen hat der seitherige Eigentümer die Steuer
noch bis zum Schlusse des Jahres, in dem die Feststellung der Veränderung
(das Ab- und Zuschreiben) zu vollziehen war, sortzuentrichten, wobei ihm der
Rückgriff auf den Erwerber der Liegenschaft zusteht. Es findet daher in sol-
chen Fällen weder ein Nückersatz an den Verkäufer der Liegenschaft aus der
Steuerkasse statt, noch erhebt sie von dem Erwerber Nachtrag.

II. Jn Bezug aufdie Gewerbsteuer: Der Gewerbsteuer unter-
liegt das Betriebskapital der im Grotzherzogtum betriebenen gewerblichen
Unternehmungen, ausschlietzlich der Land- und Forstwirtschc ft, vorausgesetzt,
datz das steuerbare Betriebskapital mindestens den Betrag von 700 Mark er-
reicht.

Die gewerbsteuerpflichtigen Personen, männliche und weibliche, Jnländer
oder Ausländer, auch gewerbsteuerpflichtige Korporationen, Vereine, Gesell-
schaften haben schriftliche oder mündliche Steuererklärungen abzugeben:
a) wenn sie eine der Gewerbsteuer unterliegende Unternehmung begon-
nen haben, aber noch nicht zur Gewerbsteuer angelegt sind;
d) wenn sich ihr Betriebskapital nach dem Stand der matzgebenden Ber-
hältnisse am 1. April des Jahres über den bereits besteuerten Betrag
um mindestens 5 Prozent und mindestens um 700 Mark erhöht hat.

III. In Bezug auf die E i n k o m m e n st e u e r: Der Einkommen-
steuer unterliegt — vorbehaltlich der im Gesetze vorgesehenen Ausnahmen
und Beschränkungen — das gesamte in Geld, Geldeswert oder in Selbstbe-
nützung bestehende Einkommen, welches einer Person aus im Grotzherzogtum
gelegenen Grundstücken und Gebäuden, aus auf solchen Liegenschaften ruhen-
den Grundrechten und Grundgefällen, aus im Grotzherzogtum betriebener
Land- und Forstwirtschaft und den daselbst betriebenen Gewerben, aus öffent-
lichem oder privatem Dienstverhältnis, aus wissenschaftlichem oder künstleri-
schem Beruf oder irgend anderer gewinnbringenden Beschäftigung, sowie aus
Kapitalvermögen, Renten und anderen derartigen Bezügen im Laufe eineS
Jahres zuflietzt, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob es von anderen Steuern
bereits getroffen wird oder nicht.

Tem Einkommen eines Steuerpflichtigen wird das Einkommen seiner
Ehefrau, sowie das aus dem Gesamtgut einer von ihm eingegangenen ehe-
lichen Gütergemeinschaft flietzende Einkommen, ferner dasjenige aus dem
Vermögen seiner Kinder, soweit ihm an dcren Vermögen die Nutznietzung zu-
steht, zugercchnet. Die Hinzurechnung des aus eigener Erwerbstätigkeit flie-
tzenden Einkommens dcr Ehesrau findet jedoch nur statt, wenn dieses den Be-
trag von 500 Mark jährlich erreicht.

Steucrpflichtig sind:

-V. Natürliche Personcn und zwar:

I. mit ihrem gesamtcn steuerbaren Einkommcn:

1. Landes- und sonstige Neichsangehörige, welche im Sinne des Reichsge-
setzes vom 13. Mai 1870, die Bescitigung der Toppelbefteuerung betreffend,
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