Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1908 — Heidelberg, 1908

Seite: 495
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§ 12. Jn jeder Anstalt sind geeignete Rettungsgegenstände, mindestens
Stange und Wurfleinen, in gutem Zustande bereit zu halten.

An zugänglicher Stelle der Autzenseite der Anstalt ist ein mit Fahrge-
schirr ausgestatteter guter Nachen in der Art zu besestigen, datz derselbe im
Bedürfnisfalle leicht von jedermann gelöst und benützt werden kann.

Während der Badezeit must eine des Schwimmens kundige, mit den
Rettungsgerätschaften vertraute, zuverlässige Person sich fortgesetzt der Auf-
sicht widmen.

Die Anwesenheit eines Schwimmlehrers genügt nicht, so lange derselbe
Unterricht erteilt.

ß 15. Das Mitbringen von Hunden in die Anstalten ist verbotcn. Dies
ist dürch Anschlag an der Autzenseite der Anstalt den Besuchern bekannt zu
geben.

ß 18. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden gemäs; 8 92
P.-St.-G.-B. mit Geld bis zu 150 Mark bestraft.

Das M-tische Freibad.

(Blmn'schcs Freibad.)

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 8. Juni 1896 auf Grnnd des 8 92 P.-St.-G.-B.

8 t. Die städtisckie Badeanstalt ist bis zum 15. September von morgensFass.

5 Uhr an bis zur Abenddänrmeruug am Dicnstag, Donnerstag uud Samstag Vt-i
während des gair'en Dages und am Sonntag bis mittags 1 tlhr für Personen
münnlichen Geschlechts, sowie am Montag und Mittwoch von 9 Uhr morgens
an un'd ain Sonntag von nachmittags 2 Uhr an bis zur Abenddümmerung,
autzerdem aber am Freitag wührend des ganzen Tages mit Ausnahme der
Stunden von 12(4 bis 4 Uhr nachmittags für weibliche Besucher zur unenr-
geltlichen Benützung geüssnet.

ß 2. Kindern unter 9 Jahren ist der Eintritt in die Anstalt nur in Be-
gleitung Erwachsener gestattet.

Schulpflichtige Kinder dürfen die Anstalt nicht während der Schulzelt
und nicht nach 6 Uhr des Abends besuchen.

ß 2. Die Badenden müssen mit geeigneter Kleidung versehen sein.

Ohne solche Bekleidung zu baden, ist verboten. 2lnsterhalb der Anstalt darf
niemaud enttleidet herumgehen oder sich ins Wasser oegeben.

ß 4. Niemand foll badeig ohne gehörig abgeiublt zu sein und ohne auf
die sonstigen allgemein bekannteu GesundheitSregeln gehörig Rücksicht ge-
riommen zu haben.

ß 5. Das Benützen des grostcn Bassins ist nur denjenigen Personen
gestattet, die des Schlvimmens kundig sind.

ß 0. Einzelbüder werden nur an Erwachsene nach vorhcriger Aumeldung
be i m Bade me iste r- abgegeben.

8 7. Es ist'verboten, dnrch Lärmcn, übermätziges Schreicn, ^-pritzen,
Stostcn und gegenseitiges Unterrauchen Unfug zu vcrüben.

Das Einscifcn ist nur am untcrcn Ende dcs Bassins gcstattet.

8 8. Bci starkcm Andrang dürfcn die cinzelnen Badendcu nicht länger
aks eine halbe Stnnde in dcr Anstalt verweilen.

8 9. Die Aufsicht übcr dic Anstalt und dercn Benützung führt der
städtische Badcmeistcr oder desscn Stetlvertretcr. Deren Anordnnng ist un-
bedingt Folge zu leisten.

Dicsclben können Personen, wclche sich unanständig bcnehmcig sosort
anslveisen. Diefe Ausweifnng kann in Wiedcrholnngsfällen anf mcbrere
Tage nnd fclbst Wochen ansgedehnt werdcn.

8 l<l. Das sabatrauchcn in der Anstalt, solvic das Mitbringen vou
Hundcn ist strcngsiens untersagt.

8 kl. Beschinerdrn gcgen den Bademeister können beun Bürgermeister-
anne angebrackit iverden.

8 12. Uebertretnngen dicser Badeordnnng inerDn gemäs', 8 22 des
P.-St.-G. B. an Geld lns zu 150 Mark bestrasi
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