Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1908 — Heidelberg, 1908

Seite: 506
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§ 8. Die Anordrmng und Leitung der Löschmatzregeln steht dem GroHH,
Amtsvorstande Lezw. seinem Stellvertreter zu, welchem hierbei der Oberbür-
germeister, der Stndtbaumeister, sowie der Kommandant der freiwilligen
Feuerwehr Leratend zur Seite stehen.

Die Befehle zur Ausführung der speziellen Anordnungen erteilt der
Kommandant der freiwilligen Feuerwehr oder dessen Stellvertreter.

§ 9. Dem Großh. Amtsvorstcrnd bezw. dessen Stellvertreter steht die
Befugnis zu, im Notfalle nicht zur freiwilligen Feuerwehr gehörige, arbeits-
fähige Einwohner zur Hilfeleistung beizuziehen; letztere sind bei Strafver-
meiden verpflichtet, den Anordnungen der im vorigen Paragraphen bezeichne-
ten Personen Folge zu leisten.

Jn gleicher Weise sind die Besitzer von Privatfeuerspritzen gehalten»
solche auf Verlangen zur Verfügung zu stellen.

Bei strenger Kälte sind die Bewohner der benachbarten Häuser verpflich-
tet, warmes Wasser bereit zu ftellen und abzugeben, und bei Glatteis zu
streuen.

§ 11. Müßige Zuschauer sind von der Brandstätte fortzuweisen. Eltern,
Vormünder und Erzieher sind Verpflichtet, ihre jngendlichen Angehörigen
während des Brandes zu .Hause zu behalten.

12. Außer den Bewohnern L>es Hauses und den in § 8 bezeichneten
Personen haben nur Feuerwehrmänner Zutritt in das brennende Haus bezw.
in die Nachbarhäuser, von welchen aus gelöscht werden oder das Retten von
Fahrnissen stattfinden kann. Wer während des Brandes Gegenstände an
einen anderen Ort verbringen will und sich nicht auf der Stelle genügend
auszuweisen vermag, ist festzuhalten und vor die Polizeibehörde zu führen.

Die Absperrung des Brandplatzes, sowie die Ueberwachung der gerette-
ten Gegenstände übernimmt das Feuerpiquet des Militärs und die Schutz-
mannschaft.

Slrahrnpolirei-Ordnung für dis Sladl Heidelvrrg.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 1. Juni 1902.

Auszug (s. Mitsch, Orts- und Bezirkspolizeiliche Vorschriften S. 94, Verlag

I. Hörning).

H 1. V o r be me r k u n g.

Als öffentlicl>e Straßen im Sinue dieser Vorschrift gelten neben öffent-
lichen Plätzen uud Brücken auch Privatstraßen, welche dem öffentlichen Ver-
kehr geüffnet sind.

I. Benützung der öffentlichen Straßen.

H 2. I m A l l g e m e i n e n.

Jede Beuützung der öffentlichen Straßen muß so erfolgen, wie sie bei
Aufwendung gewöhnlicher Sorgfalt den allgemeinen Verkehr am wenigsten
behindert, das iniudeste Geräusch verursacht und die geringste Gefährdung
von Personen oder Sack)eu nnt sich bringt.

Im eiuzelueu sirch nelien den uachfolgeuden Vorschriften die jeweiligen
Anordnungeu der Polizeiorgaue zu befolgen.

H 3. A ufstelluug u n d Lagerung von Gegenstände n.

Aenderuugeu au S t r a ß e n k ö r p e r n.

Die Benützung der öffeutlickx'u Straßen zur Aufstelluug und Lagerung
von den freieu Verlehr lxhiuderudeu Gegeustäuden oder zu gewerblichen
Zwecken, sowie jede Veräuderurrg der Straßeuoberfläche, iusbesondere durch
Grabaröeiteu seitens Prilmter ist mit deu iu deu folgendeu Bestimmungen
gesiatteteu Ausuahmeu olme vorherige Erlaubuis des Bezirksamtes verboten.

H 4. V o r ü berg e h e u d e B e n ü tzung öffentlicher Str a ß e n.

1. Iu deu vou lxu Geleifen der Straßenbahn lxrührteu Stratzenstrecken
ist das Ausiielieu vou Fuhrwerkeu uur iusoweit gestattet, als dadurch der
Verkehr uicht gehindert tvird. Deu auf deu Fuhrtoerkstx'rkehr augetviesenen
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