Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1908 — Heidelberg, 1908

Seite: 507
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Gewerbetreibenden dieser Stratzenftrecken kann behufs vorübergehender Aus-
stellung von Fuhrwerken ein entsprechender Raum in den Seitenftratzen von
der Polizeibehorde angewiesen werden.

2. Das Holzmachen in den öffentlichen Stratzen ist untersagt. Abge-
ladene Brennmaterialien sind sofort in die Häuser zu verbringen.

Die Erlaubnis zur vorübergehenden Benützung der öffentlichen Stratzen
wird hiermit im Allgemeinen erteilt:

3. Bei Vornahme von Bauten und baulichen Ausbesserungen zur Lage--
rung von Baumaterialien u. s. w. nach Matzgabe der bezüglichen Bestimmun-
gen der städtischen Bauordnung.

4. Den Wirten zur Aufstellung der beii ihnen einkehrenden Fuhrwerke.
Auf der Hauptstratze ist jedoch eine Aufstellung solcher Fuhrwerke verboten;
den auf der Hauptstratze wohnenden Wirten ist die Aufstellung der bei ihnen
einkehrenden Fuhrwerke an folgenden Plätzen geftattet: auf den Stratzen auf
der Oft-, West- und Südseite des Karlsplatzes, wofür zur Metzzeit der öst-
liche Teil der Karlstratze nebst der Plankengasse benützt werden kann.

§ 5. Beleuchtung von Stratzenhemmntssen während der

N a ch t z e i L.

Alle Hemmnisse des Stratzenverkehrs sind vom Eintritt der Dunkelheit
an während der ganzen Nachtzeit je nach Umständen durch eine oder mehrere
nach allen Seiten hellleuchtende Laternen, vollständige Stratzensperrungen
durch rote Laternen bemerklich zu machen.

§ 6. DasBeladenund Entladen vonFuhrwerkenaufden

S t ra tze n.

Werden Wagen zum Zwecke des Beladens und Entladens auf der Stratze
ausgestellt, so müssen sie dicht am Gehweg und parallel mit demselben halten.

Das Abwerfen schwerer Gegenstände auf das Pflaster oder die Gehweg-
deckung ist untersagt; insbesondere müssen Fässer, Kisten und dergleichen
beim Äuf- und Abladen so gehandhabt werden, datz die damit beschäftigten
Personen sie jederzeit anzuhalten vermögen.

Wo die Befck)affen>heit und die Zugänge der Grnndstücke es gestatt>en, hat
das Beladen und Entladen von Fuhrwerken überhaupt nicht auf der Stratze,
sondern innerhalb der Grundstücke zu zeschehen.

^ 7. Errichtung von H a n de l s st e l le n.

Wer auf öffentlichen Stratzeu autzcrhalb der Marktplätze autzerhalb der
Marktzeit einen Verkaufsstand errichten oder sonst Gegenstände öffentlich
feilhalten will, bedarf einer befonderen Erlaubnis des Bezirksamts mit Zu-
stimmung des Stadtrats.

i; 8. Aushängen oder Aufstellen von Verkaufsgegen-
ständen, Z i e r p f l a n ze n, Tischen u. s. w.

Das freie Aushängen oder Aufstellen von Auslagen, Verkaufsgegenstän-
den an der äutzeren Wand der Häuser, das Aufstellen von Zierpflanzen, von
Stühlen, Bänken, Tisckien zu gewerblichen Zwecken ist nur mit Erlaubnis
des Bezirksamts statthaft.

§ 9. Bewegliche Vordächer, Schilder, Auslege-

V orrichtu n g e n.

1. Bewegliche Vordäck)er aus Leinwand müssen in der Höl)e mindestens
2,25 Meter von dem Gehlvege abstehen und dürfen Höchstens eine Breite ha-
l>en, welche um 40 Zentimeter geringer ist, als die Breite des darunter be-
findlick)en Gehwegs.

Den Verkehr störende seitliche Vorhänge dürfen an Sonnendäckx'rn nicht
angebracht werden.

2. Schilder und andere Gegenstände, welche in den Stratzenraum vor-
springen, diirfen nur in einer Hölx von mnidestens 2,40 Meter über dem
Gehweg angebracht loerden und höchstens einen Vorsprung von 1,20 Meter
gegen die Stratzen halx-n, teinesfalls aber die Gebweggrenze ülxufchreiten.
Abgesehen hiervon sind dieselben in Bezug auf die zunächst befindlickxn öffent-
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