Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1908 — Heidelberg, 1908

Seite: 525
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Von den Halteplätzen.

§ 12. Die Halteplätze (§2) werden von der Polizeibehörde mit Zu-
stimmung des Stadtrots bestimmt; es mutz jedoch eine verhältnismätziige
Vevteilung der Fuhrwerke auf den verschiedenen Plätzen stattfinden. Dies,
sowie die Art und Weise der Aufstellung zu bewerkstelligen, ist Sache der
Polizeibehörde. Das Anhalten der Droschken an anderen als den bestrmm-
ten Warteplätzen ist untersagt. Das Verzeichnis der Halteplätze wird von
Zeit zu Zeit im Amtsblatt veröffentlicht*).

Bom Bahndroschkendienst.

§ 14. Die Zahl der Drvschken, welche bei Ankunft der Bahnzüge an
sämtlichen Bahnhöfen anwesend sein müssen, wird von der Polizeibchörde
nach vorhertgem Benehmen mit den Eisenbahnbehörden und dem Stadtrat
bestimmt; ebenso der jeweilige Aufstellungsplatz daselbst.

Die Droschkenführer haben innerhalb des Bahnhofgebietes allen auf ihre
Aufstellung und ihr Verweilen daselbst bezüglichen Anordnungen der Beam-
ten und Bediensteten der Betriebsverwaltung unweigerlich Folge zu leisten.

Die einzelnen Droschkenführer werden zu diesem Dienst nach einem
Turnus von dem am Bahnhof stationierten Schutzmann angewiesen, dessen
Anordnungen unbedingt nachgukornmen ist.

Sie haben mindestens 5 Minuten vor Ankunft der Züge auf dem Platz^e
zu sein. Die Aufstellung der Droschken daselbst geschieht der Reihe nach, wia
sie ankommen. Beim Bestellen der Droschken ist man jedoch an diese Reihen»
folge nicht gebunden.

8 16. Sobald die Ankunft der Züge signalisiert ist, haben die mit deM
Bahndienst betrauten Kutscher sich zur Aufnahme von Fahrgästen fertig zu
halten.

Kutscher, welche Reisende zum Bahnhof bringen, haben am Hauptein-
gang anzufahren und nach dem Aussteigen der Fahrgäste und Abladen deS-
Gepäcks ohne Aufenthalt den Platz zu verlassen.

Für die Zeit zwischen der Ankunft derjenigen Züge, zu welchen sie be-
fohlen sind, brauchen die Eisenlbahndroschkenkutscher Fahrten nicht anzu-
nehmen.

Bestellung der Droschken.

8 17. Jedem Besteller steht die Wahl der Droschke frei und sobald je-
mand die Droschke genommen oder bestellt hat, mutz unverzüglich abgefahren
werden.

Wegen bereits anderweit erfolgter Bestellung darf die Uebernahme einer
Fahrt nur dann abgelehnt werden, wenn die Bestellung durch Aufstecken
cines Blechschildes mit der beiderseits deutlich lesbaren Aufschrift „Bestellt"
aus der rechten Seite des 5lutschersitzes erkennbar gemacht ist. Wird ein
Kutscher vom Halteplatz zur Abholung von Fahrgästen bestellt, so hat er so-
fort im Trab nach dem Ort der Bestellung zu fahren und den Besteller in der
Droschke dahin mitzunehmen.

8 18. Auf den Halteplähen und während L>er in 8 2 Abs. I bezeichneten
Zeiten d<lrf die Uebernahme einer Fahrt von keinem Droschkenkutscher ver-^
weigert werden. Autzer dieser Zeit hat der Kutscher bei Strafvermeiden aber
auch dann zu fahren, wenn er zuvor eine desfallsige Bestellung erhalten und
angenommen hat.

*) AlS Halteplätze sind bestimmt:

1. Kornmarkt,

2. Ludwigsplatz,

3. Leopoldstraße <beim Stadtgarten),

4. Rohrbacherstraße: u) bei der Ecke der Leopoldstraße für 2 Droschken,

d) beim Verwaltungsgebäude der Mani-Neckar Bahn für k Droschken,
k». Platz zwischen Nohrbacherstratze und dem Bernvaltungsgedäude der Main-Neckar-Bahn und
K. Platz am Bahnhofe.

(Verfügung Großh. Vezirksamts vom 28. Mai 1903 Nr. 38875.)

Die weiter vorhandene Drosa kenhaltestelle vor dem Kaiserhof in Neuenheim wurde am I. März IS04
— Eroffnung des Betrieds der Elektr. Straßenbahn auf der Strecke Heidclderg-Handschuhsheim —
oufgehoben.
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