Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim für das Jahr 1908 — Heidelberg, 1908

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Zu letzterer sind sie in der Regel nur zuzulassen, wenn sie mindestenS
3 Johre als Geselle (Gehilse) in ihrern Gewerbe tätig gewesen sind. Die
Abnahme der Prüfung erfolgt durch die Prüfungskommission, tvelche auS
einem Vorsitzenden und 4 Beisitzern bestehen.

IV. Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Berkaufsstellen.

§ 139c. Jn offenen Verkaufsstellen und den dazu gehörenden Schreib-
stuben (Kontore) und Lagerräumen ist den Gehilfen, Lehrlingen und Ar-
beitern nach Beendigung der täglichen Arbcitszeit eine ununterbrochene Ruhe-
zeit von mindestens zehn Stunden zu gewähren.

Jn Gerneinden, welche nach der jeweilig letzten Volkszählung mehr alS
zwanzigtausend Einwohner haben, mutz die Ruhezeit in offenen Verkaufs-
ftellen, in denen zwei oder mehr Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden,
für diese mindestens elf Stunden betragen; für kleinere Ortschaften kann
diese Ruhezeit durch Ortsstatut vorgeschrieben werden.

Jnnerhalb der Arbeitszeit must den Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern
eine angemessene Mittagspause gewährt werden. Für Gehilfen, Lehrlinge
und Arbeiter, die ihre Hauptmahlzeit außerhalb des die Verkaufsstelle ent-
haltenden Gebäudes einnehmen, mutz diese Pause mindestens ein und eine
halbe Stunde betragen.

§ 1396. Die Bestimmungen des H 139c finden keine Anwendung:

1. auf Arbeiten, die zur Verhütung des Verderbens von Waren unver-
züglich vorgenommen werden müssen,

2. für die Aufnahme der gesetzlich vorgeschriebenen Jnventur sowie bei
Neueinrichtungen ulid Ulnzügen,

3. austerdem an jährlich höchstens dreitzig von der Ortspolizeibehörde
allgeinein oder sür einzelne Geschäftszweige zu bestimmenden Tagen.

H 139e. Von neun Uhr abends bis fünf Uhr morgens müssen offene
Verkaufsstellen für den geschäftlichen Verkehr geschlossen jein. Die beim
Ladenschluß im Laden schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden.

Uel>er neun Uhr abends dürfen Verkaufsstellen für den geschäftlicheu
Verkehr geösfnet sein:

1. für unvorhergesehene Notfälle,

2. an höchstens vierzig von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden
Tagen, iedoch bis spätestens zehn Uhr abends,

3. nach näherer Bestimmung der höheren Verwaltungsbehörde in
Städten, welrhe narh der jeweilig letzten Volkszählung weniger alS
zweitausend Einwohner haben, sowie in ländlichen Gemeinden, sofern
in denselben der Geschäftsverkehr sich vornehmlich auf einzelne Tage
der Woehe oder auf einzelne Stunden des Tages beschränkt.

Die Bestimmungen der 139 c und 139 6 werden durch die vorstehenden
Bestimmungeu nicht berührt.

Währeud dc'r Zeit, ivo die Berkaussstellen geschlossen sein müssen, ist das
Feilbieten von Waren auf öffentliäien Wegen, Strasten, Plätzen oder an
andc'ren öffentliclx'n Orten oder ohue vorherige Bestellung von Haus zu Haus
im stehenden Ge'iverbebetriebe (^ 42 b Abs. 1 Ziffer 1) sowie im Gewerbe-
betriebe im Umherzieben (^ 55 Abs. 1 Ziffer 1) verboten. Ausnahmen
können von der Ortspolizeibehörde zugelasseu werden. Die Wstimmung des
(s 59 a Abs. 2 Satz 2 findet Anwendung.

^ 139 s. Auf Antrag von mindestens zwei Drittelu der beteiligten
Geswäitsindaber kann fiir eme GemeinG oder mehrere örtlicli nnmitrellmr
zusammenbängende Gemeinden durch Auordnung der böberen BerwaltungS-
lx-hörde nacb Anbörung der Gemeindebehörden für alle oder einzelne Ge-
sähistszweige angeordnet werden, dasz die offenen Berkatissstellen während
bestiminter Zeitränme oder toäbrend des ganzen Fabres anch in der Zeit
zwisäxm aäu nnd nenn Uhr abends nnd ztvisthen süns nnd sielxm Ubr morgens
sür den geswänlicben Berkehr gesciüossen sein müsseir Tie Bestimniungen
der Hli 139.- nnd 139 6 werden bierduräi nicbt bernbrt,

Ans Anirag von mindestens einem Drütel dei lx'teiligten tUeswasts-
Uüsaber b-at die bötxre BerwaUnngsoedorde die lvteiligten Geiwästsinbalxr
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