Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1909

Seite: 482
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Wegen der Zollbehandlung im letzteren Fall gelten die gleichcn Vorschriftcn, wie für
den Verkehr zwischen badischen Stationen innerhalb des deutschen Neichs und den
Stationen Basel Bad. Bahnhof und Schaffhausen Bad. Bahn.

AußerdemkannExpretzgutnochabgefertigtwerden zwischen den im Kanton Schaff-
hausen gelegenen badischen Stationen und Stationen der schweizerischen Bundes-
bahnen über Schaffhausen, zwischen Waldshut und den Stationen der schweizerischen
Bahnen über Koblenz, ferner zwischen verschiedenen badischen Stationen und der
Station Rielasingen der schweizerischen Bundesbahnen über Singen und endlich
zwischen der badischen Station Basel und Stationen der Zentral- und Westschweiz
(einschl. Luino) über die Verbindungsbahn. Das Nähere kann bei den Stationen er-
fragt werden.

Für diese Versendungsart, die bei einem einsachen Annahme- und Ab-
fertigungsverfahren und beimäßigenTaxendieraschesteBeförderung
bietet, gelten folgende Hauptbestimmungen:

1. Die Ntitfgabe -es Expreßguts hat bei den Gepäckabsertigungsstellen zu ge-
schehen. Die Sendungen müssen mit deutlicher Adresse versehen sein. Außerdem
muß die vorgeschriebcne Eisenbahnpaletadresse vom Absender beigegeben werden. Für
Sendungen mit Versicherung des Jnteresses an der Lieferung wird dem Aufgeber
ein Empfangschein erteilt. Die Expreßgutsracht, welche für die Strecken der badischen
Bahnen 0,35 Pfg. für 10 und I llm, mindestens jedoch 25 Pfg. für die Sendung be-
trägt, ist vorauszubezahlen, was durch Barzahlung bei Aufgabe der Sendung oder
durch Aufkleben von Expreßgutfreimarken auf die Eisenbahnpaketadressegeschehenkann.

Solche Marken sind bei den Stationen erhältlich.

2. Die Beför-ermng findet, soweit nicht einzelne Züge ganz ausgeschloffen
ooer nur in befchränkter Weise zugelassen sind, — vergl. däs hierwegen auf den
Stationen angeschlagene Plakat — mit dem nächsten der Pcrsonenbeförderung
dienenden Zuge statt.

3. Die Empfangnahme kann sofort nach Ankunft des betreffenden
Zugcs erfolgen. Meldet der Empfänger sich nicht selbst sofort nach Ankunft des
Zuges zur Empfangnahme des Gutes, und ist das letztere nicht laut Adresse „Bahnhof-
lagernd" gestellt oder ist nicht Selbstabholung vorgeschrieben, so werden die Sendungen
den Empfängern, je nachdem die Ankunft zur Tageszeit oder zur Nachtzeit erfolgt,
alsbald nach Ankunft des Zuges oder am andern Morgen gegen Erlegung der
geordneten Zustellungsgebühr zugeführt; diese betrügt für Sendungen im Gewicht
bis zu 5ü§ durchlveg 10 Pfg. und bei schwereren Sendungen für jede auch nur an-
gefangenen 50 KZ 15 Pfg., mindestens aber 20 Pfg. Ueber die Auslieferung wird Be-
scheimgung erhoben. Auf einigen wenigen Stationen (zu welchen auch Neckarbischofs-
heim Staatsbhf., Ettlingcn Staatsbhf., Niegel Hauptbhf. und Müllheim Staatsbhf.
gehören) tritt an Stelle der Zuführung durch die VerwalMng die schriftliche Benach-
richtigung der Empfänger gegen Erhebung einer Anmeldegebühr von 5 Pf. bezw. 5 et8.
Senduugen nach Neckarbischofsheim, Eitlingen, Niegel und Müllheim werden, wenn
auf der Adresse Neckarbischofsheim Stadt oder Nebenbahn, Ettlingen Holzhof, Riegel
Kaiserstuhlbahn und Müllheim Nathaus als Adrcßstation vorgeschrieben rst, nach den
betreffenden Lokalbahnstationen abgefertigt nnd von diesen den Adressaten zugeführt.
Sendungen nach Basel und Schaffhausen werden wegen der dem Empfänger vor der
Empsangnahme obliegenden Zollbebandlung stets angemeldet; desgleichen auch die
nach ortspolizeilicher Lorschrift der Fleischbeschau unterliegenden Sendungen srischen
Fleisches, soferne der Jnhalt erkennbar ist.

Durch diese Einrichtung der Expreßgut-Besörderung ist dem reisenden Publikum
zugleich die Gclegenheit geboten, für Ncisegepäck nach den bedeutenderen Stationen,
wic Mannhcim, Heidelberg, Würzburg, Karlsruhe, Pforzheim, Baden, Freiburg,
Konstanz u. A., bei dcr Aufgabe die Bestimmung zn trcffen, daß die bctreffenden
Gegensti'inde nach der Ankunft auf der Adreßstation ohne weitercs Zutun des Auf-
gebers in dessen Wohnung oder in den Gasthof, in dem er abznsteigen gedenkt, ge-
bracht wcrden.

Stadtannahmeftelle für Expretzgut:

Hauptstraße 111, Eingang Sandgassc.

G e s ch ä f l su n d e u: au Werktagen: im Sommer: vom 1. Mai bis 30. Septbr.
von 7 Uhr morgcns bis 8 Uhr abends,'im Wintcr: vom I. Oktober bis 30. April von
8 Ubr morgens bis 8 Uhr abends. Au Sonu- uud gcsetzlichen Feiertagen ist die

Stellc geschlonen^
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