Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1909

Seite: 522
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Eltern, Pflegeeltern und Vormünder sind für die Uebertretung diefes
Verbotes durch die Kinder mit verantwortlich.

§ 13. DerVerkauf vonBackwaren, insbesondere Fasten-

ü re tze ln.

Den Verkäufern bon Backwaren (insbefondere Fastenbretzeln) ist das
Feilbieten ihrer Waren auf den Stratzen und öffentlichen Plätzen hiesiger
StaÄt nur an den vom 'Bezir'ksamit im Benehtmen mit dem Stadtrate
bestimmten Aufstellungsorten gestattet, im übrigen aber, sowie insbesondere
das Feilbieten der Waren auf den Stratzen im Umherziehen verboten.

Zus. v. Als Aufstellungsorte für die Verkäufer von Backwaren (insbesondere von

2. XI. s Fastenbretzeln) sind folgende Plätze bestimmt:

1. der Wredeplatz,

2. der Marktplatz,

3. der Kornmarkt,

4. der Karlsplatz,

5. der Platz am Eingang der alten Brücke,

6. der Jubiläumsplatz,

7. der Wilhelmsplatz,

8. der Platz vor dem südwestlichen Schlotzeingang,

9. der Bismarckplatz (mit Ausschlutz des Gartens),

10. der Platz vor der neuen Brücke,

11. der nordliche Teil des Bahnhofvorplatzes, Platz vor dem Main-

Neckar-Bahnhof

Gra.v. 12. der Platz am Klingentor,

1. xi.8 13. die Urngebung der Molkenkur,

14. die Ecke der Leopold- und Rohrbacher Straße,

15. die Ecke der Römer- und Bergheimer Straße.

An den Plätzen von 12—15 darf nur ein Verkäufer sich aufstellen; den
Bäckermeistern ist eine Einigung über die Benutzung dieser 4 Plätze überlassen.

Die Ausstellung der Verkäufer an den Aufstellungsorten hat in einer
Weise zu erfolgen, datz durch dieselbe der Verkehr nicht gehemmt ist.

§ 14. Vornahme von Versteigerungen, Ausrufen von

Waren u. s. w.

Abda.v. Den Kohlensuhrleuten und anderen Gewerbetreibenden, welche durch Pfeifen,

i«. IX. s Läuten und dergleichen ihre Anwesenheit anzukünden Pflegen, ist der üverlaute
oder anhaltende Gebrauch der Pfeife, Glocke und dergleichen untersagt. Vor
morgens 8 Uhr ist solches Pfeifen und Läuten überhaupt nicht gestattet.

Das Hausieren unter Benützung von Fuhrwerken in den von der elek-
trischen ^Stratzenibahn 'berühreüden Stratzenstrecken ist vestboten.

§ 15. Veranstaltung von Aufzügen.

Die Veranstaltung von Aufzügen, Fackel- und Lampionzügen durch die
Stratzen der Stadt ist nur mit Erlaubnis des Bezirksamts und unter
Beobachtung der von demselben zur Freihaltung des Verkehrs und zur Siche-
rung gegen Feuersgefahr getroffenen Anordnungen statthaft.

Bei den Fackelzügen dürfen die Fackeln nicht an die Häuser oder Mauern
gestotzen oder in einer Weise getragen werden, datz hierdurch Vorübergehende
belästigt oder gefährdet werden.

16. M u s i ka u f f üh r u n ge n.

Für gewerbsmätzige Musikaufführungen auf den öffentlichen Stratzen
sind die Bestimmungen des § 33 d der Gelverbe-Ordnung und § 57 der
Badischen Vollzugs-Verordnung zur Gewerbe-Ordnung matzgebend.

Für die Veranstaltung nicht gelverbsmätziger Musikaufführungen auf
den Stratzen hiesiger Stadt ist die Erlaübnis des Bezirksamts einzuholen.

Auf die im Dienste befindlichen Militär- sowie uniformierten Feuer-
wehrkapellen findet diese Vorschrift keine Anwendung.

Abdg.v. § 17. Verbrennen von G e ge n st ä n d e n , Teerkoche n.

2. xi., Das Verbrennen von Gegenständen, das Kochen von Asphalt, Teer und

anderen brennbaren Substanzen, das Auspickien von Fässern und die Vor-
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