Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1910

Seite: 498
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Neue
Fasf. v.
3.IV.6

DienstboLe, Geselie, Gehilfe, Lehrling oüer in sonstiger Eigenschaft in die
Wohnung aufnehmcn, oder aufgenommen hatten. Die Meldung hat sich auf
die Ehefrau des zu Meldenden und feine Kinder jeden Alters zu erstrecken.

Hauseigentümer, welche nicht felbst ihr Haus bewohnen, haben einen im
Haufe wohnenden Stellvertreter zu bestellen, dem ihre Meldungen obliegen.

Es haben fomit zu melden:

1. Die Hausbesitzer bezw. die von ihnen bestelltzen Verwalter:
jeden Ein- oder Auszug, welcher

a) fie selbst und ihre mit ihnen wohnenden Angehörigen;

b) die übrigen in ihrem Haushalt wohnenden Perfonen, wie
Dienstboten, Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Schlafleute,
Pfleglinge;

e) ihre Mieter und deren Angehörige berührt.

2. Die Mieter: jeden Einzug, Um- unü Auszug ihrer eigenen
Dienstboten, ihrer Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Pfleglinge, Mie-
ter (Aftermieter), fowie üer Angehörigen der Vorgenannten.

8 3-

Ort der Meldungen.

Die Meldungen sind bei der Allgemeinen Meldestelle (Bienenstratze 8)
zu erstattcn; diejenigen aus dem Stadtteil Schlierbach und Haudschichsheim
können bei den dortigen Polizeistationen abgegeben werden.

8 4.

Form der Meldungen.

Zu den Meldungen sind die vorgeschricbenen, bei der Meldestelle und
allen Polizeirevieren erhältlichen Formulare zu benühen.

Jede Meldung ist von dem Meldepslichtigen und dem Gemeldeten zu
unterschreiben.

Für jede Person ist die Meldung auf eiir befonderes Formular zu fchrei-
ben, nur bei Meldungen, die sich auf ein Familienhaupt beziehen, können
Ehefrauen und Kinder auf das gleiche Blatt geschrieben werden.

8 5.

Sicherung der Vollständigkeit und Richtigkeit der Meldungen.

Jeder, in Bezug auf deffen Perfon und Angehörige nach Matzgabe dieser
Vorschrift eine Meldung erstattet werden mutz, ist gehalten, Lem zur Meldung
Verpflichteten alle zur vorschriftsmätzigen Ausfüllung des Meldeformulars
erforderlichen Anga-ben zu machen.

Auf Verlangen Ler Meldestelle haben die Anzumeldenden die in ihrem
Befitz befindlichen, zum Aus-Weise über ihre Perfon öienlichen Papiere vor-
zuzeigen.

Reichsauslünder müssen sich durch Beurkundung ihrer Heimatsbehörde
über ihre Staatsangehörigkeit ausweifen. Den Anmeldungen von zuziehen-
den Perfonen ist die am bisherigen Wohn- oder Aufenthaltsort des Gemel-
deten erteilte Abmeldebescheinigung anzufchließen.

Befinden sich in dem Haushalt der Zuziehenden Kinder unter 12 Jah-
ren, so ist außerdem der Nach-Weis über die erfolgte Jmpfung durch Vorlage
des Jmpfscheines zu erbringen.

8 6.

Meldepflicht der Gastwirte.

Gastwirte und Jnhaber von Hotels garnis, sowis von Fremdsnpensionen
sind verpflichtet ein Fremdenbuch zu führen, das die nachfolgenden Rubriken
enthalten muß:

„Zimmer-Nr., Zu- und Vorname, Lüand oder Gewerbe, Wohnort, Ort,
woher gekommen, Tag der Ankunft und Tag der Abreise".
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