Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1910

Seite: 499
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Die Emträge sind seitens des Fremden oder von dem Wirt oder seinem
Beauftragten gleich nach der Ankunft bezw. Abreise des Fremden zu machen.

Das Fremdenbuch muß mit Seitenzahlen versehen und polizeilich abgestempelt
sein. Die Fremdenbücher sind den Polizeibeamten auf Verlangrn stets Zur Einstcht
vorzulegen. Nach Abschluß sind sie noch 3 Jahre aufzubewahren. Bei Aufgabe
des Geschäfts sind sie der Polizeibehörde zur Aufbewahrung für den Zeitramn
von 3 Jahren zu übergeben.

Jeden Morgen — nnd zwar in der Zeit vom 1. April bis 30. September
üis morgens 7 Nhr und in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März bis morgens
8 Uhr — sind nach den Rubriken des Fremdenbuchs zn fertigende Auszüge,
sogenannte Nachtzettel, bei den Polizeiwachen einzureichen.

Der Fremde ist jeden Tag bis zu seiner Abreise in dem Nachtzettel aufzu-
fiihren. Wenn niemand übernachtet hat, so ist der Nachtzettel mit einer ent-
sprechenden Bemerkung einzuschicken.

Personen, welche ununterbrochen über 6 Wochen in eincm Gasthaus
wohnen, unterliegen vorl der 7. Woche ab der Meldepflicht gemäß 1 und 2
diefer Vorschrift.

Z 7 aufgehoben.

8 7 a.

Meldepflicht der Anternelimer von Privatheilanstalten.

Fremde, d. i. Personen, die bon auswärts kommen, sind bei der Auf- Zus.v.
nahme in eine Pri'oatheilanstalt polizeilich anzumelden, wenn ihr Aufenthalt
in der Anstalt voraussichtlich die Dauer von 8 Tagen übersteigt.

Ortsangehörige, d. i. Personen, die bereits hier in Wohnung gemeldet
sind, sind bei Ler Aufnahme nur dann anzumelden, wenn sie unter Aufgabe
ihrer bisherigen Wohnung dauernd als Pensionäre oder auf unabsehbare
Zeit in der Anstalt Aufenthalt nehmen.

Bei nur vorübergehendem Aufenthalt in der Anstalt ist eine Meldung
nicht erforderlich.

8 8.

Strafbestimmllngell.

Zuwiderhandlungen gegen diese ortspolizeiliche Vorschrift werden gemäß
8 49 und 8 136 Polizeiftrafgesetzbuch gestraft.

Das Vermirren von Schlafstellen.

Ortspol. Vorschrift vom 10. Oktober 1906 unter Aufhebung der ortspolizeilichen
Vorschrift vom 18. März 1889, das Vermieten von Schlafstellen belr., und des
§ 7 der ortspolizeilichen Vorschrift vom 7. Oktober 1904, das polizeiliche
Meldewesen der Stadt Heidslberg betr., auf Grund der 88 23 Ziff. 1 und 3,

49, 87 L, 116, 136 P.-St.-G.-W., 14, Abf. 1, Verordnung vom 27. Juni 1874
in der Fassung der Verordnung bom 10. November 1896, „Lie Sicherung der
öffentlichen Gesundheit und Reinlichkeit betr."
sAn Stelle dieser tritt vom 1. Januar 1909 an die Verord. vom 23. Dezember 1908.)

8 i.

Wer Schlafstellen gegen Entgelt vermietet, hat vor Beginn diefes Ge-
werbebetriebes auf dem Polizeirevier, in dem feine Wohnung gelegen ist, hier-
bon unter Angabe der Zahl nnd des Geschlechts der aufzunehmenden Schlaf-
gänger und der für sie beftinlmten Räumlichkeiteu Anzeige zu erstatten. Eine
Vermehrung der Zahl der Schlafgäuger, eine VerMindernng der für dieselben
bestimmten Räumlichkeiten und eine Ueberlassung anderer Räumlichkeiten au
dieselben sind in gleicher Weise vorher zur Anzeige zu bringen.

Die erstmalige Anfnahme von Schlafgängern darf erst erfolgen, nachdem
eine polizeiliche Besichtigung der in Aussicht genommenen Schlafräume statt-
gefunden hat und üem Vermieter hierüber eine Befcheinigung (Schlafraum-
zettel) ausgestellt worden ist.

Der Schlaframnzette! ist in jedem Schlafraum dauernd auszuhängen.

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