Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1910

Seite: 502
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K 6. Die crteilte Erlaubnis erlischt beim Wohnungswechsel der Pflegemntter.
Bor einem solchen ist daher die Genehmigung zur etwaigen Fortsetzung des Pflege-
verhältnisses beim Armenrat nnter Vorlage des Erlaubnrsscheines nachzusuchen.

8 7. Die erteilte Erlaubnis kann zurückgezogen werdern wenn nachträglich
llmstande eintreten oder bekannt werden, aufgrund deren die Genehmigung hätte
versagt werden können, aber auch dann, wenn die Pflegemutter sich weigert, den
zur Äeaufstchtigung Bestellten die verlangte Auskunft zu erteilen, oder wenn sie
deren Anordnungen nicht Folge lerstet.

8. Wenn der Armenrat die Erlaubnis bersagt, an Bedingungen knüpst
oder zurückzieht, steht es den Beteiligten frei, hierüber die endgültige Entscheidung
des Großh. Bezirksamtes herbeizuführen.

§ 9. Vom Armenrat wird jeder Pflegemutter eine Anweisung behändigt, in
der außer den Bestimmungen dieser Vorschrift Verhaltungsmaßregeln bezüglich
der Verpflegung und Erziehung der Kinder enthalten sind. Die Pflegemutter ist
berpflichtet, diese Anordmmgen aenan zu befolgcn.

8 10. Die Pflegemütter stnd berpflichtet, ein nen aufgenommenes Kind inner-
halb 8 Tagen nach Empfang des Erlaulmisscheincs, auf Verlangen des Armenrates
auch bor Erteilung desselben, dem vom Armenrat bezeichneten Arzte zur Unter-
suchung vorzustellen. Sie haben sodann diese Vorstellung regelmäßig nnd zwar
von Kindern unter einem Jahr jeden Monat,
von Kindern von 1—2 Jahren jeden zweiten Monat,
von Kindern über 2 Jahre alle 6 Monate
zu wiederholen und bei dem vom Armenrate bezw. im Erlaubnisschein bezeichneten
Arzte zu bewirken.

Die Vorstellung hat an trockeuen, nicht stürmischen oder rauhen Tagen zu
geschehen. Kann das Kind aus irgend einem Grunde nicht zur Vorstellung gebracht
werden, so hat dies die Pflegemutter unter Angabe des Hinderungsgrundes inner-
halb der oben bcstimmten Zeit dem Arzte mit dem Ersuchen um Vornahme eines
Besuches in ihrer Wohnung mitzuteilen.

Kränkelt das Kind, so ist ohne Verzug die Hilfe des Arztes anzurusen.

Der Arzt ist berechtigt, auch ohne Aufforderung das Kind in der Wohnung
zu besuchen und sich über seinen Zustand und seine Unterbringung zu verlässigen.

Die Anordnungen des Arztes sind sorgfältig zu Leobachten.

§ 11. Dcr Armenrat hat durch die von ihm angestellten Kinderpflegerümen
und die von ihm beauftragten Mitglieder des Frauenvereins die Pflegesteller fort-
gesetzt besuchen und die Befolgung dieser Vorschrift und der Anweisung für Pflege-
mütter wie der ärztlichsn Anordnungen überwachen zu lassen. Die Pflegemütter
haben diesen Personen stets den Zutritt zur Wohnung und die Bestchtigung des
Kindes zu gestatten, sowie die erforderlichen Auskünfte zu geben.

8 12. Wird das Pflegeverhältnis aufgegeben oder stirbt das Kind, so hat
die Pflegemutter binnen 3 Tagen beim Armenrat die Abmeldung unter Rückgabe
des Erlaubnisscheines zu bewirken. Geht das Kind in andere Pflege über, so ist
der Name und Wohnort der neuen Pflegßmutter anzugeben.

Z 13. Uebertretungen dieser Bestimm'ungen werden aufgrund des Z 98aP.-ist.-
G.-B. an Geld bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 8 Tagen bestraft.

Bie Hundskaxr.

Gesetz vom 4. Mai 1896.

Auszug (f. Mitsch, Orts- und Bezirkspolizeiliche Vorschriften S. 6, Verlag

von I. Hörning).

Die Hundstaxe beträgt in der Stadt Heidelberg 20 Mark und ist jeweils
in der Zelt vom 1.-15. Juni zu entrichten/

Watzregeln gegrn die Hundsivnt.

Verordnung Grotzh. Ministeriums des Jnnern vom 11. Mcri 1876.

Auf Grund des § 89 des P.-St.-G.-B. wird verordnet:

Z 1. Alle an öffentlichen Orten Lefindliche, über fechs Wochen alte
Hunde müssen am Halse eine mindcstens 3 cm im Durchnresser grotze, den
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