Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1910

Seite: 545
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Die Droschkenbesitzer sind ferner verpflichtet, jederzeit die von dem Bezirksamt
als notwendig bezeichnete Anzahl Droschken wührend der Ankunfts- und Abfahrts-
zeit der Eisenbahnzüge am Bahnhof aufzustellen.

Bei Schneefall dürfen auch Schlitten in Betrieb genomnren werden, auf
welche sodnnn die Bestirnmungen diefer Ordirung entfprechende Anwendung
,zu finden haben. (Wegen der Tcrxen für Schlittenfahrten vergl. Ziffer VII
des Tarifs.)

Die Droschkenbesitzer dürfen sich zum Betriebe nur solcher Droschken-
kutscher Ledienen, welche einen gültigen Fahrschein besitzen. (Vevgl. Z 7 Ler
Borschrift.)

Jede Annahme und Entlassung eines Droschkenkutschers ist dem Bezirks-
amt binnen drei Tagen anzuzeigen.

Diejenigen Droschkenbesitzer, welche die Leitung ihrer Fahrzeuge in eige-
ner Person übernehmen, müssen neben der Zulassungsurkunde noch einen
Fahrschein erwirken und sind allen hinsichtlich der Droschkenkutscher erlasfe-
nen Vorschriften unterworfen.

§ 3. Die Droschkenbesitzer sind dafür verantwortlich, daß die Fuhr-
werke und Pferde sich stets in vorschriftsmäßiger Beschaffenheit befinden und
daß die Droschkenkutscher im Dienste stets die vovgeschriebene Dienstkleidung
tragen. Dieselbe hat zu bestehen in dunkelblauem Rock mit rotem Kragen
und zwei Reihen gelber Metallknöpfe, dunkler Weste, ebensolchen (im Som-
mer auch grauen oder werßleinenen) Hosen und einem mit Metallknöpfen
versehenen Mantel, sowie in einem runden, schwarZen Lederhut mit der
Nummer der betresfenden Droschke in Neusilber.

Statt des Glanzhutes kann im Sommer ein schwarzer Ströhhut mit
Silberborde, im Wintev eine Pelzmütze getragen werden.

Die Dienstkleidung muß stets in sauberem, nicht zerrissenem und nicht
auffällig geflicktem Zustand erhalten werden.

Von den Droschken und Gespannen.

>§ 4. Die Droschken müssen mit Mei Pferden bespannL sein. Die
Pferde müssen hinreichend stark sein, anständig aussehen und sicher gehen;
auch müssen sie gleichwie das Geschirv reinlich gehalten werden.

§ 5. Die aufzustellenden Wagen müssen solid gebaut, von gefälligem
Aeußern, von hinreichender Breite und Höhe, sowie bequem sein. Die Wa-
gentritte müssen so beschaffen sein, Laß das Einsteigen unbefchwerlich ist,
auch muß Ler Wagenschlag von innen geöffnet werden können. Zu Leiden
Seiten des Bocks sind Laternen anzubringen, welche während der Dunkelheit
erleuchtet sein müssen. Ferner müssen die Wagen sauber lackiert, mit gu-
tem, nicht geflicktem Lederzeug, im Fnnern mit reinem Ausschlag und mit
guter Polsterung versehen sein, auch immer reinlich gehalten werden. Der
Fußbsden jöder Droschke muß mit einer reinlichen Fußdecke belegt sein.

Jeder Wagen muß rnit seiner Bespannung im Vevhältnis stehen. Uebri-
gens können die Wagen von vevschiedenev Wauart sein. Es kann jedoch kein
Wagen, dessen Form mit dem Zwecke der Droschkensuhrwevke nach den hie-
sigen Ortsverhältnissen im Widerspruch stände, zugelassen werden.

Etwaigen Mängeln an Wagen oder Geschirr ist nnverzüglich abzuhelfen.

Z 6. Die Droschken müssen an der Rückwand mit arabischen, mindestens
10 Zentimeter höhen Ziffern weiß oder rot und an den Laternen mrt ara-
bischen, inindestens 6 Zentimeter hohen Zifsern rot bezeichnet sein. Die
Nummer teilt Las Bezirksamt zu.

Endlich rst in jeder Droschke an geeigneter, Lem Fahrgast deutlrch sicht-
barer Stelle ein auf Pappdeckel aus-gezogener, rnit der Droschkennummer
und dem Stempel des Bezirksamts bersehener, stets sauber und lesbar zu
erhaltender Abdruck 'dieser Droschkenordnung nebst Tarrf auzubringeu.

Die von denDroschkeirkutscherrr verwendeten Exemplare der Droschkenordnung u.
Tarife müssen sämtliche einem von dem Bezirksamte gebilligten Muster entsprechen.

Von den Droschkenkutschern.

§ 7. Kein Kutscher dars die Führung einer Droschke eher übernehmen,
als bis ihm ein aus das Kalenderjahr lautender Fahrschein erteilt wordcn

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