Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1909 — Heidelberg, 1910

Seite: 591
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3. Lie Angabe Ler gegenseitigen Leistungen;

4. Lie gesetzlichen und sonstigen Voraussetzungen, unter welchen die ein-
seitige Auflösung des Vertrags zulässig ist.

Der Lehrvertrag ist von dem Gewerbetreibenden oder seinem Stellver-
treter, dem Lehrling, sowie dem> gesetzlichen Vertreter des Lehrlings zu
unterschreiben.

Z 127. Verpslichtung des Lehrherrn zur Ausbildung des Lehrlings, zur
Anhaltung zum Besuch der Fortbildun>gs- oder Fachschule, zur Ueberwachung
des Schulbesuchs; Schutz des Lehrlings gegen Mitzhandlungen seitens der
Arbeits- und Hausgenossen, sowie gegen unangemessene Ausnützung seiner
Arbeitslräste. Gelegenheit zum Besuch! des Gottesdienstes an Sonn- und
Festtagen. Verbot der Verwendung von Lehrlingen, welche im Hause des
Lehrherrn weder Kost noch Wohnung erhalten, zu häuslichen Dienstleistungen.

§ 127a. Züchtigungsrecht des Lehrherrn; ausgeschlossen sind übermätzige
und unanständige Züchtigungen. Verpslichtung des Lehrlings zu Folgsamkeit
und Treue, zu Fleitz und anständigem Betragen.

§ 127d. Beiderseitiges Rücktrittsrecht während Ler Probezeit.
Probezeit mindestens 4 Wochen, Höchstens 3 Monate.

Nach der Probezeit Entlassung des Lehrlings wegen Pflichtver-
letzung, wegen Vernachlässigung des 'Besuchs der Fortbildungs- oder Fach-
schule, und Lei Vorliegen der in H 123 G.-O. vorgesehenen Entlassungs-
gründe. — Kündigungsrecht des Lehrlings wegen Pslichtverletzung des Lehr-
herrn und bei Vorliegen eines der im Z 124 1, 3 bis 5 vorgesel^nen Fälle.

Z 127c. Nach Beendigung des Lehrverhältnisses hat der Lehrherr dem
Lehrling ein Zeugnis auszustellen.

§ 1276. Bei un'befugtem Verlasseri Ler Lehre durch den Lehrling ist
polizeilicher Zwang zur Rückkehr aus Antra-g Les Lehrherrn zulässig.

Z 127e. Bei beabsichtigtem Uebertritt zu einem andern Gewerbe oder
Berus ist schristliche Erklärung des Lehrlings, bezw. seines gesetzlichen Ber-
treters, an den Lehrherrn erforderlich. 4 Wochen nach Abgabe der Er-
klürung gilt das Lehrverhältnis als ausgelöst. Binnen 9 Monaten nach
der Auflösung darf der Lehrling in demselben Gewerbe von einem andern
Arbeitgeber ohne Zustimmung des srüheren Lehrherrn nicht beschästigt
werden.

H 127t u. g. Höhe der Entschädigungsansprüche.

8 128. Beschränkung der Zahl der bei einem Lehrherrn zu beschäftigen-
den Lehrlinge.

'o) Besondere Bestimmungen sür Handwerker.

§ 129. Voraussetzungen der Besu-gnis zur Anleitung von Lehrlingen im
Handwerksbetriebe sind:

Vollendung des 24. Leben-sjahrs,

Zurücklegung der vor-geschriebenen Lehrzeit und Bestehen der Gesellen-
prüfung, oder 5jährige Tätigseit als selbständiger Handiwerker oder Werk-
meister.

§ 129a—130. Wesondere Bestimmungen für Unternehmer eines Be-
triebs, in welchem mehrere Gewerbe vereinigt sind, und für Lehrherren,
welche einer Jnnung angehören.

§ 130a. Dauer Ler Lehrzeit regelmäßig 3 Jahre, höchstens 4 Jahre.

§ 131. Nach Ablauf der Lehrzeit kann der Lehrling sich Ler Gesellen-
prüfung unterziehen.

Die Abnahme der Prüfung erfotgt durch Prüfuugsausschüsse.

8 131a. Züsammensetzung des Pr-üfungsausschusses.

8 131b. Gegenstand der Prüfung sind die im Gewerbe des Lehrlings
gebräuchlichen Handgriffe und Fertigkeiten uud die Kenntnisse von Wert,
Beschaffenheit und Behandlung der Rohmaterialien.

8 131c—132a. Anmeldung und Verfahren.

c) M e i st e r t i t e I.

8 133. Den Meistertitel in Berbindung mit der Bezeichnung eines
Handwerks dürfen nur Handwerker sühren, Wenn sie in ihrem Getverbe Lie
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