Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1911 — Heidelberg, 1911

Seite: 527
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§ 29. Es bleibt den HinLerbliebenen anheiw'gestellt, die Bepslanzung
der Gräber selbst zu besorgen oder durch einen Gärtner besorgen Zu lassen.

Für die Handlungen der Beauftragten, soweit sie nicht zu strafrechtlicher
Versolgung Veranlassung geben, bleiben die Hinterbliebenen mitverantwortlich.

Die Gräber auf den allgemeinen Leichenfeldern dürfen nur mit niedrigen
Blumen und Gesträuchen, welche die Höhe von 1 Meter nicht überschreiten
und die Grundfläche des Grabes nicht überhängen, bepflanzt werden; dasselöe
gilt für die Farniliengräber in den vorderen Neihen, in den hinteren Reihen
und wo nur eine Reihe vorhanden ist, dürfen mit Genehmigung der
Friedhof-Kommission auch höhere Pflanzen eingesetzt werden.

Die Anpflanzung von Bäumen oder Gesträuchen, welche geniestbare
Früchte tragen, ist untersagt, und es rst ferner untersagt, ohne schriftlich
eingeholte Erlaubnis der Friedhof-Kommission Bäume oder Sträucher außer-
halb der Grabstätten zu pflanzen, zu verfetzen und zu entfernen.

Bänke oder Stühle dürfen dauernd nur auf dem zu Farniliengräbern ge-
hörigen Gelände aufgestellt werden.

IV. Feuerbeftattungs-Ordnung.

Z 37. Zur Vornahme der Feuerbestattung Verstorbener ist ausschliesz-
lich die auf dem städtischen Friedhofe errichtete Feuerbestattungsanstalt be-
stim.mt.

8 38. Die Feuerbestattung einer Leiche darf unbeschadet der auf die
erste Besichtigung der Leiche durch den Leichenschauer und den Leichentrans-
port bezüglichen Vorschriften nur mit schriftlicher Genehmigung des Bezirts-
amts als Ortspolizeibehörde erfolgen.

Zu dem Genehmigungsgesuch, das beim Vorsitzenden der Friedhofkommission
einzureichen bezw. mündlich anzubringen ist, sind folgende Belege erforderlich:

1. Euue von. der zuständigen Behürde ausgestellte Beurkundung, datz der
Eintrag in das standesamtliche Sterberegister (8 56 ff. des Reichsgesetzes
vom 6. Februar 1875) erfolgt ist (für außerhalb des deutschen Reichs Vec-
storbene ein amtlich beglaubigter Sterbesckzein).

2. a) eine behördlich beglaubigte, von einem approbierten Arzte angefertigte
Krankengeschichte des betreffenden Falles.

d) Ein Zeugnis des staatlick)en Sanitätsbeamten des Sterbeortes oder
des Grofzh. Vezirksarztes zu Heidelberg darüber, daff nach dem Ergebnisse der
von ihm vorgenommenen Besichtigung der Leiche jeder Verdacht des Vorliegens
einer gewaltsamen Todesursache ausgeschlossen ist und

e) wenn eine Sektion der Leiche vorgenommen wurde, überdies ein in glei-
cher Weise angesertigter und beglaubigter Leichenbefund.

Jn sämtlichcn Schriftstückcn a, b, c ist die Todcsursache nwglichst deut-
lich anzugeben.

3. eine behördlich beglaubigte Urkunde, welche den Nachweis enthält, daß
entweder

a) der Verstorbene selbst seine Feuerbestattuug zweifellos gewollt hat oder

b) bcim Tode Willcnsunfähigcr odcr von Pcrsoncn untcr 18 Jahrcn,
dast dic Bcstattungspflichtigcn dic Einäschcrung vcrlangcn.

Jn den unter Ziffer 3b genannten Fällen darf indessen die Verbrennungs-
erlaubnis nur daun erleilt werden, wenn auf Grund vorheriger Eeichenoffnung
durch einen Staalsarzt ein Zeugnis dieses letzteren beigebracht wird, es sei jeder
Verdacht eines gewaltsamen Todes ausgeschlossen.

1. Bci auswärts Vcrstorbcncn autzcrdcm cinc Bcurkuudung darülrcr, datz
dcr sür dcu Stcrbcort zuständigcu Polizcibchördc dic bcabsichtigtc Fcucrbc-
stattuug dcr B'ichc angczcigt wurdc.

8 42. Leichen von auswärts verstorbenen Personen, welche hier zur Ver-
brennnng tommen sollen, dürien erst dann bierher gebracht werden, wenn die
nach 8 :l8 Abs. 1 diescr Vorschrist erforderliche bezirksamtliche Genehmignng zur
FenerbcüaUttng eneilt ist.
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