Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim, Schlierbach und Handschuhsheim sowie dem angrenzenden Teile der Gemeinde Rohrbach für das Jahr 1911 — Heidelberg, 1911

Seite: 532
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Finden mehrere Einäscherungen unmittelbar nacheinander statt, so
werden die Gesamtkosten auf die einzelnen Bestattungen verteilt.

32. Ein Kästchen von Holz.1 Mk. 50 Pfg.

33. Eine Kapsel von Blech.1 Mk. 50 Pfg.

34. Ein verzierter Sarkophag aus Ton . . 10 Mk.

Ein gleicher in Majolika-Ausführung . . 15 Mk.

35. Für alle Leistungen, für welche yier eine Taxe nicht vorgesehen ist,
wird diese im einzelnen Fall von der Friedhof-Kommission festgesetzt.

O. Friedhofs-Taxen.

1. Die in § 31 der Leichen- und Friedhof-Ordnung bezeichneten Gräber
werden unter folgenden Bedingungen abgegeben:

a) Die Fläche eines Familiengrabes mistt 2,40 Meter in der Länge und
1,20 Meter in der Breite; werden zwei oder mehrere Gräber nebeneinander
abgegeben, so fällt der in § 27 der Leichen- und Friedhof-Ordnung vorge-
schriebene Zwischenraum weg; werden jedoch zwei oder mehrere hinter
einander liegende Gräber abgegeben, so mutz der vorgeschriebene Zwischen-
raum dazu genommen werden und wird besonders berechnet.

d) Das Necht auf ein solches Grab dauert 40 Jahre vom Tag der Ueber-
nahme; nach Ablauf dieser Frist fallen die Gräber der Stadt auheim, wenn
nicht dic Fortdauer des Rechts auf wcitere 40 Jahre durch jeweilige Erlegung
der festgesetzten Taxe erworben wird.

c) Der Stadtrat kann die Verlüngerung des Nechts versagen, wenn eine
anderwcite Verwendung des Platzes für angemessen erachtet wird.

ü) Diese Gräber dürfen nur für die Glieder der Familie des Ueberneh-
mers oder dessen Abkömmlinge, sowie deren nächste Vertvandte benüht werden;
Abgabe oder Tausch eines unbelegten Grabes an andere darf nur mit aus-
drücklicher Genehmigung der Friedhof-5iommission erfolgen, in welchem Fall
sich Lie Benützungsdauer vom Tag der ersten Uebernahme berechnet; wird die
Genehmigung nicht eingeholt, so hat der neue Uebernehmer die volle Taxe
nachzuzahlen.

e) Werden die Gräber oder Gruften, sowie deren Denkmale, Einfassun-
gen und Anpflanzungen nicht ordnungsgemätz unterhalten, so fallen diese
jamt Zubehör ein Jahr nach der den Angehörigen oder deren Bevollmäch-
tigten oder, wenn diese nicht zu ermitteln sind, auf öffentlichcm Wege zuge-
stellten Mahnung an die Stadt zurück, lvenn die Angehörigen nicht innerhalb
dieses Jahres ihren Verpflichtungen nachkommen und die inzwischen von der
Friedhof-Kommission für die Unterhaltuug aufgewendeten Kosten ersetzen.

t) Bei Heimfall dcr Gräber verfügt der Stadtrat über die vorhandenen
Grabdenkmale und Einfassungen, soweit dieselben auf üffentliche Aufforde-
rung von den Erwcrbern dieser Grabstätten oder dcren Nechtsnachfolgern
nicht entfcrnt Werden.

§) Die Abgabe erfolgt gegen Erlegung dcr festgesetzten Tare und unter
Zustellung einer vom Stadtrat gefertigten Urkunde.

Es sind folgende Taxen bestimmt:

a) in crster Ncihe ein Grab . . . 125 Mk.

jedes weitere Grab .... 100 Mk.
d) in zweiter u. dritter Neihe ein Grab 00 Mk.
jedes weitere Grab .... 70 Mk.

Kleinere Geländeabschnitte werden nach dem Flächengehalt und nach der
für einzclne Gräber ausgcworfenen Tare berechnet.

Für Verlängerung des Benützungsrechtes auf wcitere 40 Iahre ist für je
ein Grab die Hälfte dcr crjtmaligen Taxe zu entrichten.

d> Zur biufnahme von Aschenresten werden Familicngrabstätten abge-
geben vou 1.20 Meter Länge und 0,30 Meter Breite gegen folgende Taxen:
M iu erster und zweiter Neihe ein Grab 50 Mk.
jedes weitere Grab .... 40 Mk.
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